26. Juni 2026, 8:17 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wie jeden Monat treten auch im Juli wieder einige neue Regeln und Gesetze in Kraft, oder aber es laufen Vereinbarungen aus. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie sich umstellen müssen. TECHBOOK weiß, was auf sie zukommt.
Ab dem 1. Juli 2026 kommen zahlreiche Neuerungen auf Millionen Verbraucher in Deutschland zu. Während Rentner von einer höheren gesetzlichen Rente profitieren, müssen Autofahrer mit steigenden Kraftstoffkosten rechnen. Daneben ändern sich unter anderem die Luftverkehrsteuer, die Mindestlöhne in der Pflege, die Rückgabe von E-Zigaretten sowie Regelungen für Bestellungen aus dem Ausland.
Mehr Geld für Rentner und Pflegekräfte
Mit dem Start des neuen Monats steigt die gesetzliche Rente bundesweit um 4,24 Prozent. Hintergrund ist die Entwicklung der Bruttolöhne im Vorjahr. Für eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren ergibt sich laut Bundesarbeitsministerium ein monatliches Plus von 77,85 Euro. Der aktuelle Rentenwert erhöht sich von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Eine Bruttorente von 1000 Euro steigt damit auf 1042,40 Euro.
Auch Beschäftigte in der Altenpflege erhalten höhere Mindestlöhne. Pflegehilfskräfte haben künftig Anspruch auf mindestens 16,52 Euro je Stunde, qualifizierte Pflegehilfskräfte auf 17,80 Euro und Pflegefachkräfte auf 21,03 Euro.
Zum 1. Juli beginnt die schrittweise Umstellung vom Bürgergeld auf die neue Grundsicherung. An den Regelsätzen ändert sich zunächst nichts. Neu sind jedoch strengere Mitwirkungspflichten und eine stärkere Ausrichtung auf die schnelle Vermittlung in Arbeit. Die Jobcenter sollen dabei wirksamere Instrumente gegen Sozialleistungsmissbrauch erhalten.
Tankrabatt fällt weg, Luftverkehrsteuer sinkt
Gleichzeitig endet der Tankrabatt der Bundesregierung. Mit dem Auslaufen der befristeten Steuersenkung steigt die Energiesteuer wieder um rund 14 Cent je Liter. Einschließlich der Umsatzsteuer verteuern sich Benzin und Diesel damit rechnerisch um knapp 17 Cent pro Liter. Wie stark die Preise an den Zapfsäulen letztlich steigen, hängt zusätzlich von der Entwicklung der Ölpreise ab.
Flugreisen könnten ab Juli für Verbraucher hingegen günstiger werden. Die Luftverkehrsteuer wird zum 1. Juli auf das Niveau vor der Erhöhung im Jahr 2024 gesenkt. Ob Fluggesellschaften die niedrigere Steuer vollständig an ihre Kunden weitergeben, bleibt jedoch offen.
Neue Gebühr beim Online-Shopping
Verbraucher, die im Ausland shoppen, müssen ab Juli tiefer in die Tasche greifen. Ab diesem Zeitpunkt erhebt die EU für Warensendungen aus Drittländern mit einem Warenwert unter 150 Euro eine pauschale Zollgebühr von drei Euro je Warenkategorie. Betroffen sind unter anderem Bestellungen bei Anbietern wie Temu, Shein oder AliExpress. Enthält eine Lieferung Produkte aus mehreren Kategorien, fällt die Gebühr mehrfach an.
Verzollen Händler die Sendung nicht vorab, müssen Empfänger die Abgabe beim Zoll bezahlen. Hinzu kommt in diesem Fall eine Bearbeitungsgebühr von 7,50 Euro pro Paket. Die neue Regelung gilt zunächst als Übergangslösung. Ab 2028 plant die EU ein digitales Zollsystem, das Einfuhren unabhängig vom Warenwert zentral erfassen und verzollen soll.
Recycling und digitale Gesundheitsdienste
Die Rückgabe ausgedienter E-Zigaretten wird deutlich ausgeweitet. Künftig müssen auch Kioske, Tankstellen und andere kleinere Verkaufsstellen Altgeräte kostenlos annehmen. Die Rückgabe ist nicht an den Kauf eines neuen Produkts gebunden und soll die sichere Entsorgung batteriebetriebener Geräte erleichtern.
Außerdem können Nutzer älterer Android-Smartphones Einschränkungen bei digitalen Gesundheitsdiensten erleben. Geräte mit Android 13 oder älter könnten den mobilen Zugriff auf die elektronische Patientenakte und das E-Rezept verlieren. Ursache sind verschärfte Sicherheitsanforderungen und das Auslaufen des Supports älterer Betriebssystemversionen.
Microsoft stellt Bearbeitung in Office 2019 für macOS ein
Ab dem 13. Juli können Verbraucher, die Office 2019 unter macOS nutzen, Dokumente in Programmen wie Word, Excel und Outlook nur noch öffnen, aber nicht mehr bearbeiten. Grund ist ein auslaufendes digitales Zertifikat für die Lizenzprüfung, das wegen des bereits im Oktober 2023 beendeten Supports nicht mehr erneuert wird. Betroffen sind auch die Versionen für iOS und iPadOS.
Bereits gespeicherte Dateien bleiben erhalten. Als Alternativen verweist Microsoft auf die Web-Version von Microsoft 365 oder Office 2024. Zudem stehen mit LibreOffice und OpenOffice kostenlose Office-Pakete zur Verfügung.
Wichtige Neuerungen für Verbraucher im Digitalbereich ab Juli
Die wichtigsten Änderungen für Verbraucher im Bereich Technik ab August 2024
okElster soll Steuererklärung per Knopfdruck ermöglichen
Ab dem 1. Juli führt die Finanzverwaltung mit „okElster“ eine neue Funktion in der MeinElster+-App ein. Für bestimmte Steuerfälle werden bereits vorliegende Daten wie Gehalt, Rentenzahlungen und abgeführte Steuern automatisch zu einer weitgehend fertigen Steuererklärung zusammengeführt. Nutzer müssen die Angaben anschließend nur noch prüfen und können sie direkt über die App an das Finanzamt übermitteln.
Zum Start richtet sich das Angebot an ledige Arbeitnehmer ohne Kinder sowie Personen mit Alterseinkünften. Wer zusätzliche Ausgaben wie Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend machen möchte, kann die automatisch erstellte Erklärung weiterhin ergänzen.
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Sky erweitert Angebot um zwei bekannte TV-Sender
Sky nimmt zum 1. Juli die Sender AXN Black und AXN White in sein Entertainment-Paket für Deutschland, Österreich und die Schweiz auf. Die Programme stehen zudem über den Streaming-Dienst Wow sowie im Film- und Serienabo zur Verfügung.
Neben den linearen Sendern erhalten Kunden Zugriff auf mehr als 1000 Inhalte auf Abruf und über 50 Serien, darunter „Yellowstone“, „Chicago P.D.“ und „Gomorrha“. Mit der Erweiterung baut Sky sein Serienangebot aus, nachdem der Streaming-Dienst infolge des Endes der Exklusivvereinbarung mit Warner und HBO zahlreiche bekannte Titel verloren hat.