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Girocard vor Revolution! Diese Funktionen kommen ab 2027 neu dazu

Girocard wird über ein Kartenlesegerät gehalten
Die Girocard wird erweitert und könnte bald die Kreditkarte angreifen Foto: picture alliance / W2Art / Klara Michel | Klara Michel
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

24. Juni 2026, 11:29 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Girocard soll ab 2027 um mehrere neue Funktionen erweitert werden. Geplant sind unter anderem In-App-Zahlungen, Hotel- und Mietwagenbuchungen sowie eine ausgeweitete elektronische Alterskontrolle im Handel.

Die Neuerungen kündigte Christopher Kirsch, Direktor Produktentwicklung Girocard bei Euro Kartensysteme, an. Die Girocard, umgangssprachlich oft EC-Karte oder Geldkarte genannt, soll sich dadurch auch in Bereichen zu etablieren, in denen bislang vor allem Kreditkarten und internationale Bezahldienste dominieren.

Obwohl viele Banken mittlerweile auf die Debitkarte umgestiegen sind und die Girocard nur noch gegen einen monatlichen Aufpreis anbieten, gilt sie mit rund 100 Millionen ausgegebenen Karten noch heute als das meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel in Deutschland. Anders als Visa oder Mastercard ist sie jedoch kein weltweit betriebenes Kartennetzwerk, sondern wird von der deutschen Kreditwirtschaft (Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken) organisiert. Die Akzeptanzinfrastruktur existiert deshalb hauptsächlich hierzulande.

In-App-Zahlungen sollen ab Frühjahr 2027 starten

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Nutzung der Girocard in Apps von Händlern. Nach Angaben von Kirsch könnten entsprechende In-App-Zahlungen bereits ab Frühjahr 2027 verfügbar sein.

Dafür führt Euro Kartensysteme Gespräche mit mehreren großen Handelsunternehmen. Als technische Grundlage möchte man zunächst die bestehende Infrastruktur von Payback Pay nutzen. Bislang können Nutzer dort per Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen. Künftig soll auch die Girocard als Zahlungsmittel hinterlegt werden können.

Geplant ist zudem ein sogenanntes Händler-Whitelisting. Kunden sollen häufig genutzte Händler als vertrauenswürdig einstufen können. Bei diesen Anbietern müssten sie dann nicht jede einzelne Zahlung erneut freigeben. Die erstmalige Hinterlegung der Girocard soll dabei über eine starke Kundenauthentifizierung erfolgen, etwa über die Banking- oder Freigabe-App der jeweiligen Bank.

Nach Einschätzung von Euro Kartensysteme eignet sich die Funktion nicht nur für klassische Händler-Apps, sondern auch für Anwendungen wie Click & Collect, Lieferdienste, den öffentlichen Nahverkehr sowie Taxi- oder Carsharing-Angebote.

Hotel- und Mietwagenreservierungen ohne Kreditkarte geplant

Bereits Anfang 2027 soll sich die Girocard nach den aktuellen Planungen zudem für Hotelreservierungen und Mietwagenbuchungen nutzen lassen. Voraussetzung dafür ist eine sogenannte Vorautorisierung. Dabei wird ein Betrag für Kautionen oder Sicherheitsleistungen auf dem Konto reserviert, ohne sofort abgebucht zu werden. Dieses Verfahren wird bislang vor allem bei Kreditkarten genutzt und gilt als wichtige Voraussetzung für viele Buchungen im Reisebereich.

Mit der neuen Funktion sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit Hotels und Autovermieter die Girocard künftig ebenfalls für Reservierungen akzeptieren können. Nach Angaben von Kirsch haben Sparkassen und Volksbanken die erforderlichen technischen Anpassungen bereits umgesetzt. Derzeit laufen Gespräche mit weiteren Beteiligten. In welchen Ländern die Funktion zum Start verfügbar sein wird, ist noch offen.

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Alterskontrolle auf weitere Bereiche ausgeweitet

Ausgebaut werden soll außerdem die Funktion der elektronischen Altersprüfung per Girocard. Diese wird bereits seit Mitte 2023 an Zigarettenautomaten eingesetzt. Wird dort die digitale Girocard über ein Smartphone oder eine Smartwatch genutzt, erfolgt automatisch eine Prüfung der Volljährigkeit. Künftig könnte das Verfahren auch beim Kauf von Alkohol an Selbstbedienungskassen oder Verkaufsautomaten eingesetzt werden.

Damit könnte die Girocard künftig auch als digitaler Altersnachweis im stationären Handel dienen. Nach Angaben von Euro Kartensysteme laufen hierzu Gespräche mit Handelsunternehmen. Ein konkreter Termin für die Einführung ist bislang nicht bekannt.

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Keine höheren Kosten geplant

Trotz der geplanten Erweiterungen soll die Girocard nach Angaben von Kirsch weder für Banken noch für Händler wesentlich teurer werden. Die bestehenden Kostenvorteile gegenüber vielen Kreditkartenlösungen sollen erhalten bleiben.

Auch an der physischen Girocard soll festgehalten werden. Zwar wäre eine vollständig digitale Nutzung grundsätzlich möglich, eine Abschaffung der Plastikkarte ist derzeit jedoch nicht vorgesehen.

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