29. Dezember 2025, 13:30 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Zum Jahresbeginn 2026 treten zahlreiche gesetzliche Änderungen in Kraft. Einige Anbieter erhöhen ihre Preise, andere stellen Dienste ein. Die Strom- und Gaskosten sinken, der Mindestlohn steigt, die Kfz-Steuer für Elektroautos bleibt ausgesetzt. Welche Maßnahmen die Bundesregierung konkret beschlossen hat und was sie für Bürger, Unternehmen und Verbraucher bedeuten – hier ein Überblick.
2026 bringt für viele Bürger spürbare Veränderungen im Alltag: von niedrigeren Energiepreisen über steuerliche Entlastungen bis hin zu höheren Löhnen. Gleichzeitig justiert die Bundesregierung zentrale Regeln bei Mobilität, Arbeit und Pflege neu. Was genau sich zum Jahreswechsel ändert, wer profitiert und wo sich genaueres Hinsehen lohnt, zeigt der Überblick über die wichtigsten neuen Gesetze.
Übersicht
Fernsehen wird teurer
Freenet TV erhöht ab dem 1. Januar 2026 den Preis für sein Monatsabo. Statt 7,99 Euro zahlen Kunden künftig 9,49 Euro pro Monat – ein Anstieg von rund 19 Prozent. Betroffen ist zunächst das per Lastschrift bezahlte Monatsabo, im zweiten Quartal 2026 sollen auch Guthabenkarten teurer werden. Als Gründe nennt der Anbieter gestiegene Kosten für Personal, IT, Lizenzen, Infrastruktur und Kundenservice, obwohl die Nutzung von Antennenfernsehen insgesamt rückläufig ist. Bestandskunden werden informiert und erhalten ein Sonderkündigungsrecht.
Freenet TV steht immer stärker unter Druck. IPTV-Dienste wie waipu.tv oder Zattoo bieten für ähnliche oder niedrigere Preise deutlich mehr Sender und Zusatzfunktionen wie Aufnahmen oder paralleles Streaming. Parallel versucht Freenet TV mit neuen Laufzeiten, überarbeitetem Markenauftritt und flexiblen Guthabenkarten auf veränderte Sehgewohnheiten zu reagieren.
Gmail stellt Gmailify und POP3 ein
Google nimmt ab Januar 2026 eine weitreichende Änderung bei Gmail vor und streicht sowohl Gmailify als auch den POP3-Abruf für externe E-Mail-Konten. Damit entfällt für viele Nutzer die Möglichkeit, Postfächer von Anbietern wie Yahoo, Outlook oder GMX komfortabel in Gmail einzubinden – inklusive Funktionen wie Spamfilter, Kategorien, Suche oder Push-Benachrichtigungen. Wer mehrere Konten zentral über Gmail verwaltet, muss daher aktiv werden, um künftig weiterhin E-Mails empfangen zu können.
Als einzige verbleibende Lösung empfiehlt Google die Umstellung auf IMAP oder alternativ eine automatische Weiterleitung beim externen Mailanbieter. Eine vollständige IMAP-Integration externer Konten ist in Gmail jedoch technisch nicht vorgesehen, sodass keine Ordnersynchronisation möglich ist. Bereits importierte E-Mails bleiben erhalten, neue Nachrichten werden ohne Umstellung aber nicht mehr automatisch abgerufen. Nutzer sollten ihre Gmail-Einstellungen daher frühzeitig prüfen, um den Mailfluss nicht zu verlieren.
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RTL+ erhöht die Preise
RTL+ erhöht ab Mitte Januar 2026 erneut seine Preise. Der Basic-Tarif bleibt mit 5,99 Euro pro Monat unverändert, während das Premium-Abo auf 9,99 Euro steigt. Der bisherige Tarif „Max“ wird in „Premium werbefrei“ umbenannt, kostet künftig 12,99 Euro monatlich und enthält erstmals kein Musik-Streaming mehr. Dieses wird in ein eigenes Angebot ausgelagert: „RTL+ Musik“ kostet 14,99 Euro im Monat. Damit reagiert RTL auf den intensiven Wettbewerb im Streaming-Markt und den Ausbau des eigenen Angebots.
Laut RTL dient die Preisanpassung dem Weg in die Profitabilität. Bis Ende 2026 will man so rund acht Millionen zahlende Nutzer erreichen. Der Konzern orientiert sich preislich an der Konkurrenz, betont aber, mit dem Basic-Tarif weiterhin zu den günstigsten Anbietern zu gehören. Gleichzeitig steht RTL wirtschaftlich unter Druck und hatte zuletzt einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt, um sinkende Werbeeinnahmen im klassischen TV auszugleichen.
Änderungen bei WhatsApp
Ab dem 15. Januar 2026 verschwindet ChatGPT aus WhatsApp. Meta untersagt dann den Einsatz externer KI-Chatbots über die WhatsApp-Business-API, sofern diese – wie ChatGPT – die Hauptfunktion eines Dienstes darstellen. Erlaubt bleibt der Einsatz von KI nur noch für klassischen Kundenservice, etwa bei Support-Anfragen oder Buchungen. Für allgemeine KI-Funktionen innerhalb von WhatsApp steht künftig ausschließlich die hauseigene Meta AI zur Verfügung.
Meta begründet den Schritt mit hoher Systemlast und einem fehlenden Abrechnungsmodell, Beobachter sehen jedoch auch eine Stärkung der eigenen KI-Strategie. OpenAI hat das Aus für ChatGPT in WhatsApp bereits bestätigt und verweist auf die App und Webversion als Alternativen. Nutzer sollten ihren Account rechtzeitig verknüpfen, wenn sie ihren bisherigen Chatverlauf behalten möchten – eine automatische Übernahme ist nicht vorgesehen.
HBO Max kommt nach Deutschland
HBO Max startet früher als erwartet in Deutschland und soll ab dem 13. Januar 2026 verfügbar sein. Zum Launch wird HBO Max neben Deutschland auch in mehreren weiteren europäischen Ländern verfügbar sein und erstmals Live-Inhalte – darunter die Olympischen Spiele – auf der Plattform zeigen.
Erste Details zu Preisen und Abomodellen für Deutschland gibt es bereits. So wird das Basis-Abo mit Werbung mit 5,99 Euro zu Buche schlagen. Das Standard-Abo wird 11,99 Euro und der Premium-Tarif wiederum 16,99 kosten. Klar ist außerdem, dass Discovery+ vorerst eigenständig bestehen bleibt. Inhaltlich positioniert sich der Dienst mit starken Marken wie HBO-Serien, dem „Harry Potter“-Franchise und weiteren bekannten Film- und Serieninhalten als neue große Streaming-Adresse.
Höhere Einkommen und Entlastungen für Haushalte
Ab Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro brutto pro Stunde. Gleichzeitig erhöht sich die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs auf 603 Euro. Auch Familien profitieren, denn das Kindergeld steigt einheitlich um vier Euro auf 259 Euro pro Kind und Monat.
Bei den Energiekosten setzt die Bundesregierung auf Entlastung. Die Gasspeicherumlage entfällt vollständig, wodurch sich Gasrechnungen für private Haushalte und Unternehmen verringern sollen. Zudem werden Stromkunden durch einen Bundeszuschuss zu den Netzentgelten entlastet.
Wer nicht reagiert, kann auf Gmail keine E-Mails mehr abrufen
Fernsehen wird deutlich teurer! Die neuen Preise ab 2026
Sozialleistungen, Rente und neue Regeln am Arbeitsmarkt
Das Bürgergeld wird schrittweise durch eine neue Grundsicherung ersetzt. Die Höhe der Leistungen bleibt unverändert, es gelten jedoch strengere Mitwirkungspflichten. Bei wiederholtem Versäumen von Terminen oder fehlender Kooperation können Leistungen gekürzt oder zeitweise vollständig entzogen werden.
In der Rentenpolitik greift ab 2026 die sogenannte Aktivrente. Wer die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht hat und weiter sozialversicherungspflichtig arbeitet, kann bis zu 2000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Gleichzeitig bleibt das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent stabil. Für Erwerbsminderungsrentner steigen die Hinzuverdienstgrenzen deutlich.
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Steuern, Verbraucherschutz und Mobilität
Steuerlich bringt 2026 für Verbraucher gleich mehrere Änderungen. Die Pendlerpauschale wird dauerhaft auf 38 Cent erhöht und die Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie sinkt einheitlich auf sieben Prozent. Reine Elektroautos bleiben bei Erstzulassung bis Ende 2030 weiterhin bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
Verbraucher erhalten mehr Rechte durch neue Transparenz- und Kennzeichnungspflichten, etwa bei mit künstlicher Intelligenz erzeugten Inhalten oder Umweltwerbung. Zudem wird die Entsorgung von Elektroschrott erleichtert.
Im Verkehrsbereich steigt der Preis für das Deutschlandticket auf 63 Euro pro Monat. Gleichzeitig müssen Führerscheine aus den Jahren 1999 bis 2001 bis spätestens 19. Januar 2026 umgetauscht werden.