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Finale Beta schon verfügbar

Wann kommt Android 12? Google gibt wichtigen Hinweis

Neue Bilder und Video zu Android 12 aufgetaucht
Android 12 soll noch im Herbst 2021 kommen und bringt eine Menge neuer Funktionen mitFoto: dpa picture alliance

Android 12 ist Googles neueste Betriebssystemversion. Momentan befindet sie sich in den letzten Zügen der Entwicklung – die finale Beta steht bereits zur Verfügung. Über die Betas erhalten wir aktuelle Informationen zu den Neuerungen in Android 12. TECHBOOK fasst sie zusammen.

Seit Android 10 hat Google den Namenszusatz seiner Firmware gestrichen. Davor hat der Konzern jede Version des Systems nach Süßigkeiten benannt – alphabetisch geordnet von Cupcake bis Pie. Auch Android 12 muss auf den Süßspeisenzusatz verzichten und erhält stattdessen eine klare, numerische Bezeichnung. Über die bereits veröffentlichen Betas gab das Unternehmen in den vergangenen Monaten bereits einen Ausblick auf die Neuerungen. Dabei sollte jedoch beachtet werden, das es nicht alle Funktionen zwingend in die finale Ausgabe von Android 12 schaffen.

Wann kommt Android 12?

Google selbst gibt an, Android 12 im dritten Quartal vorstellen zu wollen. Vermutlich wäre das Anfang Oktober. Dieses Datum deckt sich mit dem Hinweis, den der Chefredakteur von XDA Developers, Mishaal Rahman, von Google erhalten hat. In einem Dokument des Unternehmens ist ihm zufolge der 4. Oktober als Termin für den AOSP-Release (Android Open Source Project) angegeben. Kurzum, an diesem Tag veröffentlich Google offenbar die erste offizielle und stabile Version von Android 12.

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Finale Beta von Android 12 ab sofort verfügbar

Google kooperiert auch in diesem Jahr wieder mit Smartphone-Herstellern, um die Beta-Version von Android 12 auf mehr Geräten zur Verfügung zu stellen. Hier ist die offizielle Liste der Smartphones, die für die Beta qualifiziert sind:

  • Asus: ZenFone 8
  • Google: Pixel 3, Pixel 3 XL, Pixel 3a, Pixel 3a XL, Pixel 4, Pixel 4 XL, Pixel 4a, Pixel 4a (5G), Pixel 5
  • OnePlus: 9, 9 Pro
  • Oppo: Find X3 Pro
  • Realme: GT (nur China)
  • Sharp: Aquos R6
  • Tecno: Camon 17
  • TCL: 20 Pro 5G
  • Vivo: iQOO 7 Legend
  • Xiaomi: Mi 11, Mi 11 Ultra, Mi 11i / Mi 11X Pro
  • ZTE: ZTE Axon 30 Ultra 5G (nur China)

Momentan steht Testern die fünfte und somit finale Beta zum Download bereit. Google hat dafür extra eine Webseite eingerichtet. Die aktuelle Version ist der letzte Schritt im Test, bevor Google Android 12 in wenigen Wochen offiziell vorstellt.

Update-Fahrplan für Android 12
Googles Update-Fahrplan für Android 12Foto: Google

Die Neuerungen in Android 12

Wie wir bereits im Vorfeld erwartet hatten, bekommt Android 12 ein komplett neues Aussehen und neue Funktionen zum Schutz der Privatsphäre. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Mehr Kontrolle über Privatsphäre und Datenschutz

Android 12 bringt unter anderem die bereits auf der Google I/O angekündigte Privatsphären-Übersicht (Privacy Dashboard). Diese zeigt an, wie oft und wie lange Apps – auch Googles eigene – auf die Smartphone-Sensoren (GPS, Mikrofon, Kamera, etc.) zugegriffen haben. Aus der Übersicht kann man direkt auf die App-Berechtigungen wechseln, um einer App den Zugriff auf bestimmte Sensoren zu entziehen.

Android 12 kopiert auch die farblichen Indikatoren von iOS 14, die erscheinen, wenn eine App auf die Kamera oder das Mikrofon zugreift. Google geht aber sogar noch einen Schritt weiter. Es gibt nun Schnellzugriffe in der Benachrichtigungsleiste, mit denen man allen Apps mit einem Klick den Zugriff auf Mikrofon oder Kamera entziehen kann.

Sicherheitsoptionen bei Android 12
Ein Icon in der Bildschirmecke zeigt an, ob Kamera und/oder Mikrofon aktiv sindFoto: XDA Developers

Intuitivere Verbindungs-Übersicht

Für eine bessere Übersicht der Netzwerkverbindungen hat Google die Anzeige in der Statusleiste, den Schnelleinstellungen und den Einstellungen angepasst. Das neue Internet-Panel soll dafür sorgen, dass Nutzer künftig schneller zwischen ihren Internetanbietern wechseln und Probleme mit der Netzwerkverbindung einfacher beheben können.

Netzwerkverbindungen in Android 12
Android 12 führt neue Quick Settings für Netzwerkverbindungen einFoto: Google

Personalisierte Oberfläche und dynamisches Design

Mit Android 12 führt Google die Designsprache „Material You“ ein. Diese bietet viele Anpassungsmöglichkeiten der Oberfläche. Nicht nur die Farbpalette lässt sich frei wählen, sogar die Stärke von Strichen ist anpassbar. Die Oberfläche kann automatisch ergänzende Akzentfarben zur ausgewählten Hauptfarbe finden und sogar eine komplette Farbpalette basierend auf dem eigenen Bildschirmhintergrund erstellen. Diese Farbgebung zieht sich dann durch das gesamte Betriebssystem.

Die Bildschirmelemente in Android 12 sind generell größer und haben sehr flüssige und dynamische Animationen. So ist die Sperrbildschirm-Animation etwa unterschiedlich, je nachdem, wie man das Smartphone geweckt hat.

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Neues Benachrichtigungs- und Kontrollzentrum

Die Benachrichtigungsleiste mit den Schnellzugriffen ist komplett neu gestaltet. Sowohl Benachrichtigungen als auch die Schnellzugriffe haben nun größere Flächen, insgesamt ist die Zahl der Elemente reduziert. Dadurch wirkt die Oberfläche deutlich übersichtlicher.

Es gibt außerdem eine neue Kontrollfläche für die Medienwiedergabe und erstmals seit Android 4.2 Jellybean hat Google das Aussehen des Helligkeits-Sliders verändert. Dazu kommen neuen Schaltflächen für Wifi und Bluetooth. Eine der wichtigsten Neuerungen sind jedoch sicherlich die „Stacked Notifications“ – wortwörtlich „gestapelte Benachrichtigungen“. Mit einer Wischgeste lassen sich einzelne Elemente zusammen gruppieren, um die Benachrichtigungsleiste übersichtlicher zu machen.

Neuer Kamera-Algorithmus

Für die Kamera wurde ein neuer Machine-Learning-Algorithmus entwickelt, der den Weißabgleich automatisch anpasst, um auch dunklere Hauttöne akkurat darzustellen. Vor allem unter schlechten Lichtverhältnissen erscheinen dunkle Stellen komplett schwarz, sodass Gesichter teilweise nicht erkennbar sind. Die neue Kameratechnologie soll dafür sorgen, dass die Hauttöne erhalten bleiben – ohne dabei hellere Stellen zu überbelichten.

Kompaktere Widgets

Möglicherweise bringt uns Android 12 auch einige neue Widgets, die kompakter als bisher sind. Auf den Screenshots ist im Speziellen ein neues Benachrichtigungs-Widget zu sehen, das Informationen zu aktuellen Nachrichten, verpassten Anrufen oder den Aktivitätsstatus von Chat-Partnern anzeigt. Das abgebildete Widget ist gerade einmal groß genug, um jeweils eine Nachricht, einen Anruf oder einen Status anzuzeigen.

Widgets bei Android 12
So könnten die neuen, kompakten Widgets bei Android 12 aussehenFoto: XDA Developers

Bessere Einbindung alternativer App-Stores

Zu Android gehört der Google Play Store. Anders als Konkurrent Apple erlaubt es Google allerdings schon jetzt, alternative App-Stores zu nutzen. Ein prominentes Beispiel ist unter anderem der Amazon App-Shop oder Samsung Galaxy App-Shop, aber auch die Plattform für Drittanbieter-Apps F-Droid.

Google plant bei Android 12, die Handhabe hinsichtlich alternativer App-Stores weiter zu lockern, was Entwicklern und Android-Nutzern den Zugriff auf die Plattformen erleichtern soll. Das Vorhaben hat das Unternehmen bereits ausführlich im „Google Developers Blog“ beschrieben. Android ist seit jeher eine Open-Source-Software, die allen Entwicklern offen steht. Im Herbst 2020 gab es von ihnen aber Beschwerden über das Abrechnungsmodell von Google. Vermarkten Entwickler ihre Apps im Play Store, behält Google einen Teil der Einnahmen der App-Käufe und der In-App-Käufe ein. Mit der weiteren Öffnung alternativer App-Stores möchte Google Entwicklern die Möglichkeit geben, leichter alternative Vermarktungsmöglichkeiten zu finden, wenn sie mit den Richtlinien des Unternehmens nicht einverstanden sind. So können Nutzer auch dann auf Apps zugreifen, wenn sie nicht im Play Store angeboten werden.

Apps im Ruhemodus

Viele Android-Apps verbrauchen auf dem Smartphone auch dann Ressourcen, wenn sie gar nicht aktiv genutzt werden. Ein neues Feature in Android 12 soll damit Schluss machen. Laut „XDA Developers“ plant Google in seiner kommenden Firmware offenbar einen Ruhemodus. Viel ist bislang noch nicht über die Funktion bekannt. Ob die Apps bei längerer Nichtnutzung also automatisch ruhig gestellt werden oder ob Nutzer den Modus aktiv für bestimmte Anwendungen aktivieren müssen, ist derzeit offen. Fest scheint jedenfalls zu stehen, dass der App-Ruhemodus vor allem dazu dient, Speicherplatz zu sparen. Das passiert zum einen, indem Speicherpakete komprimiert werden und zum anderen durch das automatische Löschen der Cache-Dateien einer App. Besonders bei Streaming-Apps oder Games, die zum Teil viel Zwischenspeicher belegen, dürfte sich dies bemerkbar machen.

Verbesserter Split-Screen

Im Split-Screen-Modus können Nutzer zwei Apps parallel öffnen und sie auf dem geteilten Bildschirm anzeigen. Google bietet die Funktion seit Android 7 nativ in seinem System an. Allerdings ist die Umsetzung des Split-Screens auch in Android 11 noch etwas holprig. Das soll sich in der kommenden Firmware ändern. Laut „9to5Google“ möchte das Unternehmen die sogenannten App-Paare einführen. Anders als beim Split-Screen, bei dem zwei Apps durch mehrere Klicks quasi zusammengepinnt werden, können Nutzer durch App-Paare zwei Anwendungen als einen Task festlegen. So lässt sich ein häufig genutztes App-Duo speichern, was den Zugriff mit nur einem Klick ermöglicht. Aber auch ein schneller Austausch einer der beiden Apps soll schnell möglich sein.

Google integriert Nearby Share in Android 12

In Android 12 möchte Google offenbar eine Funktion integrieren, die es bereits gibt. Es handelt sich dabei um Nearby Share, über die Smartphone-Nutzer ihr WLAN-Passwort teilen können. Die Eingabe eines Passworts oder das Erstellen eines QR-Codes (aktuelle Lösung in Android 10 und 11) ist nicht mehr erforderlich. Ein Nutzer gibt sein WLAN mit einfachen Klicks frei, sodass sich Nutzer in der direkten Umgebung einwählen können. Einzig die Nearby-Share-Verbindung muss von beiden Nutzern genehmigt werden, was die Verbindung absichert.

Lesen Sie auch: Die besten neuen Funktionen in Android 11

Smartphones, die das Update erhalten sollen

Wenn Google mit dem Rollout von Android 12 beginnt, versorgt der Hersteller erst einmal seine eigenen Pixel-Smartphones. Aber auch die Geräte von OnePlus und Xiaomi sind heiße Kandidaten für ein schnelles Android-Update gleich nach Release. So haben es die Hersteller zumindest im vergangenen Jahr gehalten. In der Regel versprechen Hersteller zwei Jahre lang neue Firmware-Versionen. Einige Hersteller wie Google selbst, Samsung und Xiaomi haben ihren Update-Zeitraum für bestimmte Modelle aber mittlerweile auf drei Jahre ausgedehnt. Wer sich also aktuell ein neues Smartphone der mittleren bzw. oberen Kategorie gekauft hat, wird Android 12 mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten. Mit ihren Einsteiger-Smartphones verfahren die Hersteller hingegen häufig anders, sodass hier künftig verfügbare Android-Updates nicht so gut absehbar sind.

Je unangepasster die Smartphone-Nutzeroberfläche eines Herstellers ist, desto weniger Anpassungen muss er am System vornehmen und desto schneller kann er die Aktualisierungen zur Verfügung stellen. Große Namen wie Samsung, LG, Sony und Co. zählten bislang nicht zu den Herstellern, die für ihre schnellen Updates bekannt sind.

Android-12-Update bei Samsung

Samsung möchte sein Update-Prinzip ändern und hat Ende 2020 angekündigt, für einige seiner Modellreihen drei statt bislang zwei Jahre lang Android-Updates auszuliefern. 30 Geräte nannte der Hersteller in diesem Zuge, die wir in die Liste aufgenommen haben. Die Ankündigung verrät uns gleichzeitig, welche der aktuell auf dem Markt verfügbaren Modelle auf jeden Fall Android 12 erhalten werden.

Xiaomi verlängert Update-Versprechen

Auch Xiaomi gibt nun über einen längeren Zeitraum das versprechen auf Android-Updates. Dabei startet der Hersteller zunächst mit seiner 11T-Reihe, bestehend aus Xiaomi 11T Pro und Xiaomi 11T. Die Smartphones erhalten nun drei große Android-Updates sowie vier Jahre lang Sicherheitspatches. Weitere Geräte sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht einbezogen, ob der Hersteller sein Versprechen also auf weitere Modelle ausweitet, bleibt abzuwarten.

Huawei und Android

Mit dem offiziellen Release von Harmony OS hat sich Huawei von Android verabschiedet. Seit 2019 musste der Hersteller seine Android-Smartphones ohnehin aufgrund des Streits mit den USA ohne Google-Apps ausliefern. So basieren die Geräte zwar auf Android, Huawei setzt aber auf eigens entwickelte Apps und Dienste. Auch bei Honor war dies lange der Fall. Allerdings hat Huawei die Marke Honor mittlerweile verkauft, sodass diese nun unter Umständen wieder Zugang zu Google erhalten könnte.

Quellen

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