22. Juli 2026, 17:47 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Mit dem Galaxy Z Fold 8 verabschiedet sich Samsung von einer Idee, die die Fold-Reihe bisher geprägt hat. Statt ein zusammengeklapptes Gerät möglichst wie ein klassisches Smartphone aussehen zu lassen, setzt der Hersteller nun auf ein deutlich breiteres Format.
Erste Hands-on-Eindrücke zeigen bereits, wie deutlich sich das neue Konzept von bisherigen Fold-Modellen unterscheidet. Samsung will damit vor allem ein Problem lösen: Viele Nutzer verwenden ihr Falthandy die meiste Zeit geschlossen wie ein gewöhnliches Smartphone. Genau für diesen Einsatzzweck soll das Fold 8 nun besser geeignet sein.
Breiteres Format stellt Außendisplay in den Mittelpunkt
Bei bisherigen Fold-Modellen lag der Fokus darauf, ein möglichst schmales Smartphone mit großem Innendisplay zu kombinieren. Das Galaxy Z Fold 8 verfolgt nun einen anderen Ansatz. Zusammengeklappt erinnert das Gerät eher an einen kleinen Reisepass oder ein Notizbuch. Das Außendisplay misst 5,5 Zoll, das Innendisplay kommt auf 7,6 Zoll. Parallel dazu hat Samsung auch das Galaxy Z Fold 8 Ultra vorgestellt. Dieses bleibt dem bisherigen Design treu und bietet ein 6,5 Zoll großes Außendisplay sowie ein 8 Zoll großes Innendisplay.
Nach Ansicht von Samsung macht bereits dieser Unterschied das Gerät zu einem anderen Werkzeug. Durch die größere Breite steht mehr Fläche zur Verfügung, wodurch Inhalte besser lesbar sein sollen und mehr Platz für produktive Aufgaben entsteht. Wer zusätzlichen Raum benötigt, kann das Gerät weiterhin aufklappen. Für Breitbildvideos bleibt das Fold 8 allerdings nur bedingt optimiert.
Das Innendisplay besitzt weiterhin ein Seitenverhältnis von etwa 4:3, wodurch bei vielen Filmen oder Trailern schwarze Balken ober- und unterhalb des Bildes sichtbar bleiben. Das Fold 8 Ultra richtet sich dagegen stärker an Nutzer, die möglichst viel Displayfläche im aufgeklappten Zustand wünschen und daher das bisherige Format bevorzugen.
Neue Displaytechnik soll Stabilität verbessern
Neben dem neuen Format arbeitet Samsung auch an einer bekannten Schwachstelle vieler Foldables. Viele Nutzer stören sich an der sicht- und fühlbaren Knickdelle entlang der Faltlinie. Eine neue Faltdisplay-Technik mit Titanschutz soll hier Abhilfe schaffen. Samsung bezeichnet sie als Titanium Flexible Display.
Dafür integriert der Hersteller eine Folie mit Titanlegierung sowie eine zusätzliche Titanplatte in den Aufbau des Displays. Nach Angaben von Samsung ist die Folie „20-mal steifer als eine Polymerfolie“. Sie wird so lange bearbeitet, bis sie ungefähr die Dicke eines Drittels eines menschlichen Haares erreicht. Das soll das Display dünner machen. Die darunterliegende Titanplatte soll gleichzeitig für zusätzliche Stabilität sorgen. Samsung zufolge könnte die neue Konstruktion außerdem die Energieeffizienz verbessern, was sich wiederum positiv auf Akkulaufzeit oder Displayhelligkeit auswirken könnte.
Auch beim Gehäuse setzt Samsung auf besonders niedrige Werte. Das Fold 8 soll laut Hersteller 4,5 Millimeter dick sein, das Fold 8 Ultra sogar nur 4,1 Millimeter. Bei einer Überprüfung vor Ort zeigte sich jedoch, dass die Dicke am Gehäuserand etwa 0,3 bis 0,5 Millimeter höher ausfällt. Die offiziellen Werte werden direkt auf der etwas tiefer liegenden Displayoberfläche erreicht. Unabhängig davon gehören beide Modelle zu den dünnsten Geräten ihrer Klasse.
Mehr Akku, aktueller Prozessor und Kamera-Unterschiede
Technisch entwickelt Samsung die Fold-Reihe ebenfalls weiter. Das Galaxy Z Fold 8 erhält einen Akku mit 4800 mAh, während das Fold 8 Ultra auf 5000 mAh kommt. Erstmals setzt der Hersteller dabei auf eine Anode aus Siliziumkohlenstoff, die eine höhere Energiedichte bieten soll. Die Ladeleistung soll auf bis zu 45 Watt steigen.
Als Prozessor dient der Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy, der auch im Galaxy S26 Ultra zum Einsatz kommt. Die Varianten mit 256 GB und 512 GB Speicher verfügen über 12 GB Arbeitsspeicher. Die exklusiven Modelle mit 1 TB Speicher, die Samsung im eigenen Online-Store verkauft, bieten dagegen 15 GB RAM. Damit setzt Samsung die bekannte Aufteilung der Speichervarianten fort und reserviert die umfangreichste Ausstattung für die größte Speicheroption.
Auch bei den Kameras unterscheiden sich die beiden Fold-Modelle deutlich. Das Galaxy Z Fold 8 Ultra verfügt weiterhin über drei Kameras auf der Rückseite. Zur Ausstattung zählen eine Hauptkamera mit 200 Megapixeln, ein Teleobjektiv mit 10 Megapixeln und dreifachem optischen Zoom sowie ein neuer Ultraweitwinkel-Sensor mit 50 Megapixeln. Das Galaxy Z Fold 8 fällt hier deutlich einfacher aus. Samsung verzichtet auf ein Teleobjektiv und setzt lediglich auf eine Hauptkamera und eine Ultraweitwinkelkamera, die beide mit 50 Megapixeln auflösen. Wer besonderen Wert auf die Kameraausstattung legt, findet die umfangreichere Ausstattung daher weiterhin beim Ultra-Modell.
| Galaxy Fold 8 Ultra | Galaxy Fold 8 | Galaxy Flip 8 | |
|---|---|---|---|
| Außendisplay | 6,5 Zoll | 5,5 Zoll (16:10) | 4,1 Zoll |
| Faltdisplay | 8 Zoll (bis 3000 nits) | 7,6 Zoll (4:3, bis 3000 nits) | 6,9 Zoll |
| Dicke zugeklappt | 8,9 mm | 9,7 mm | 6,1 mm |
| Dicke aufgeklappt | 4,1 mm | 4,5 mm | 13,1 mm |
| Breite x Höhe aufgeklappt | 143,2 x 158,4 mm | 161,4 x 128,9 mm | 166,9 x 75,4 mm |
| Breite zugeklappt | 72,8 mm | 81,9 mm | 85,7 mm |
| Gewicht | 214 g | 201 g | 180 g |
| Hauptkamera | 200 MP | 50 MP | 50 MP |
| Ultraweitwinkel | 50 MP | 50 MP | 12 MP |
| Tele | 10 MP (3 x optischer Zoom) | kein Tele | kein Tele |
| Selfie Innen / außen | 10 MP / 10 MP | 10 MP / 10 MP | 10 MP / Hauptkamera (50 MP) |
| Prozessor | Snapdragon 8 Elite Gen 5 fG | Snapdragon 8 Elite Gen 5 fG | Exynos 2600 |
| Akku | 5.000 mAh | 4.800 mAh | 4.300 mAh |
| Laden: Kabel | 45 W | 45 W | 25 W |
| RAM | 12 / 12 / 16 GB | 12 / 12 / 16 GB | 12 GB |
| Speicher | 256 / 512 / 1024 GB | 256 / 512 / 1024 GB | 256 / 512 GB |
| Preis | 2.199 / 2.399 / 2.799 Euro | 1.999 / 2.199 / 2.599 Euro | 1.299 / 1.499 Euro |
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Android 17 ab Werk und deutlich höhere Preise
Galaxy Z Fold 8, Galaxy Z Fold 8 Ultra und Galaxy Z Flip 8 werden ab Werk mit Android 17 ausgeliefert. Samsung verspricht außerdem sieben Jahre lang Android-Updates und Sicherheitspatches. Die Unterstützung soll damit bis 2033 reichen. Das umfasst sowohl neue Android-Versionen als auch kleinere Sicherheitsaktualisierungen.
Bei den Preisen legt Samsung spürbar nach. Das Galaxy Z Fold 8 kostet mit 256 GB Speicher 1999 Euro. Für die Version mit 512 GB werden 2199 Euro fällig, während Käufer für das Modell mit 1 TB Speicher 2599 Euro bezahlen müssen. Das Galaxy Z Fold 8 Ultra startet bei 2199 Euro. Die Version mit 512 GB kostet 2399 Euro, während die Ausführung mit 1 TB Speicher mit 2799 Euro zu Buche schlägt. Die bisher übliche kostenlose Speicherverdopplung für Vorbesteller entfällt ebenfalls.
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Die Vorbestellung von Galaxy Z Fold 8 und Galaxy Z Fold 8 Ultra war direkt nach dem Unpacked-Event am 22. Juli möglich. Die Auslieferung und der offizielle Verkaufsstart sind für den 7. August geplant.
Erster Eindruck: Außendisplay wird zum wichtigsten Merkmal
Beim ersten Ausprobieren fällt vor allem das neue Seitenverhältnis auf. Das Gerät wirkt in der Hand kleiner, als es die technischen Daten vermuten lassen. Gleichzeitig bietet das Außendisplay mehr nutzbare Fläche als bei den bisherigen Fold-Modellen. Dadurch sollen sich Texte angenehmer lesen und Inhalte komfortabler nutzen lassen.
Positiv fiel außerdem auf, dass Breitbildvideos auf dem Außendisplay nahezu die gesamte Bildschirmfläche ausfüllen können, wenn das Smartphone um 90 Grad gedreht wird. Genau darin liegt die größte Besonderheit des neuen Modells. Nicht das aufklappbare Innendisplay steht im Mittelpunkt, sondern das deutlich größere Außendisplay. Wer mehr Platz benötigt, kann das Gerät weiterhin aufklappen und das große Innendisplay nutzen. Wer ein Foldable dagegen möglichst häufig als Tablet-Ersatz nutzen möchte, dürfte eher zum Galaxy Z Fold 8 Ultra greifen. Samsung bedient damit künftig zwei unterschiedliche Ansätze innerhalb der Fold-Reihe: ein breiteres Alltagsgerät mit Fokus auf das Außendisplay und ein Modell, das stärker auf maximale Displayfläche ausgelegt ist.