Steigende Kosten für Speicherchips belasten die Produktion der Actionkameras von GoPro erheblich Foto: Getty Images
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Sandra Bültermann
3. Juni 2026, 12:21 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
GoPro kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Der Hersteller von Actionkameras sieht sich mit sinkenden Einnahmen, hohen Verlusten und deutlich gestiegenen Produktionskosten konfrontiert. Die angespannte Finanzlage hat das Unternehmen inzwischen dazu veranlasst, selbst auf mögliche Risiken für die eigene Zukunft hinzuweisen.
Umsatzrückgang verschärft die Lage
In den vergangenen 20 Jahren hat GoPro mit seinen Hero-Kameras den Actioncam-Markt erobert. Doch die aktuelle Geschäftsentwicklung zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft des Unternehmens. Im ersten Quartal 2026 meldete es erhebliche Zweifel an der weiteren Entwicklung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging der Umsatz um 26 Prozent zurück.
Auch die verfügbaren Finanzmittel sind deutlich geschrumpft. Die Geldreserven lagen zuletzt nur noch bei 50 Millionen US-Dollar, was knapp 43 Millionen Euro entspricht. Bereits das Geschäftsjahr 2025 verlief schwach. Der Umsatz sank auf rund 560 Millionen Euro. Gleichzeitig verzeichnete GoPro einen Nettoverlust von umgerechnet etwa 72 Millionen Euro.
KI-Boom sorgt für steigende Produktionskosten
Ein wichtiger Grund für die schwierige Situation hängt mit dem Boom rund um künstliche Intelligenz zusammen. Hersteller von Speicherchips richten ihre Produktion zunehmend auf sogenannte HBM-Speicher aus. Diese Komponenten werden für moderne KI-Systeme und Rechenzentren benötigt und gelten als besonders profitabel.
Für andere Elektronikhersteller hat diese Entwicklung jedoch Folgen. Standard-Speicherchips werden knapper. Nach Angaben von GoPro stiegen die Preise wichtiger Bauteile um bis zu 115 Prozent. Dadurch verteuert sich die Herstellung der Kameras erheblich.
Große Technologiekonzerne verfügen häufig über langfristige Lieferverträge und können Preisschwankungen besser auffangen. Laut dem Nachrichtenportal „TNW“ gehört GoPro nicht zu diesen Unternehmen. Deshalb wirken sich die höheren Preise für Speicher direkt auf die Gewinnmargen aus.
Hinzu kommt, dass die Actionkameras des Herstellers überwiegend in einem Preisbereich von 260 bis 430 Euro verkauft werden. Die gestiegenen Produktionskosten lassen sich nach Unternehmensangaben nicht vollständig an die Kunden weitergeben. Dadurch bleibt pro verkauftem Gerät weniger Gewinn übrig.
Unternehmen prüft verschiedene Rettungsmaßnahmen
Um die finanzielle Lage zu stabilisieren, hat GoPro bereits mehrere Schritte eingeleitet. Das Unternehmen verkauft Vermögenswerte, um zusätzliches Kapital zu erhalten. Außerdem verlor seit April 2026 rund ein Viertel der weltweiten Belegschaft den Arbeitsplatz.
Darüber hinaus untersucht das Management verschiedene strategische Möglichkeiten. Dazu gehören sowohl ein möglicher Verkauf des Unternehmens als auch ein Zusammenschluss mit einem anderen Anbieter. Gleichzeitig sucht GoPro nach zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten und führt Gespräche mit potenziellen Kunden aus dem Regierungs- und Luftfahrtbereich.
Ob diese Maßnahmen ausreichen werden, ist derzeit offen. Nach aktuellem Stand gibt es weder konkrete Großaufträge noch langfristige Zusagen, die die Zukunft des Unternehmens absichern könnten.
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