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Unter 800 Euro

Stiftung Warentest testet Fernseher – ein 55-Zoller lohnt sich besonders

TV Samsung im Laden
Beim Fernseher-Kauf haben Kunden eine riesige Auswahl. Foto: Getty Images

Die schier unendliche Auswahl an Fernsehern macht es Käufern oft schwer, das richtige Modell zu finden. Die Stiftung Warentest hat sich den Markt daher näher angesehen und verschiedene Modelle zwischen 24 und 58 Zoll getestet. Das Ergebnis: Für einen guten Smart-TV müssen Kunden nicht zwingend viel Geld zahlen.

Bei ihrem aktuellen Produkttest hat sich die Stiftung Warentest auf Fernseher von 2020 konzentriert, deren Preis maximal 800 Euro beträgt. Dabei nahmen die Experten sowohl die kleinen Modelle mit einer Bilddiagonale von 24 bis 43 Zoll als auch die besonders häufig gekauften Größen zwischen 49 und 58 Zoll näher unter die Lupe. Eines vorweg: Ein Smart-TV mit 55 Zoll konnte im Test besonders überzeugen.

Die besten Fernseher laut Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat im Rahmen des Tests mehrere Punkte bewertet. Im Fokus standen dabei vor allem das Bild und der Ton, aber auch die Handhabung des jeweiligen TV-Gerätes. Ebenfalls begutachtet wurden die Anschlussmöglichkeiten und die Umwelteigenschaften.

Wirklich gute Smart-TVs erst ab 43 Zoll

Von den kleinsten Modellen im Test, also den Fernsehern mit einer Bilddiagonale von 24 bis 32 Zoll, konnte kein Gerät die Stiftung Warentest überzeugen. Bei diesen Modellen lagen die Testergebnisse lediglich bei „befriedigend“ oder „mangelhaft“.

Ganz anders bei den Fernsehern ab 43 Zoll. Hier fanden sich insgesamt mehrere Modelle der Hersteller LG, Samsung, Panasonic und Sony, die das Testurteil „gut“ erreicht haben. Oben in dieser Kategorie platzierte sich beispielsweise der 43-Zoller LG 43UN73906LE. Besonders überzeugt und daher mit „sehr gut“ hat die Stiftung Warentest bei diesem Modell die Vielseitigkeit. Der LG 43UN73906LE verfügt nicht nur über drei HDMI-Eingänge, Bluetooth 5.0, zwei USB-Ports und einen digitalen Ausgang. Er unterstützt auch die Sprachsteuerung über Amazon Alexa bzw. Google Assistant sowie die Aufnahme von TV-Programmen und Timeshift. Aufgrund des ALLM-Supports (Auto Low Latency Mode) eignet sich der LG-Fernseher zudem gut für Gamer.

In den Kategorien Bild, Ton, Handhabung und Umwelteigenschaften vergab die Stiftung Warentest jeweils ein „gut“. Hier punktete der Smart-TV mit WebOS sowie unter anderem durch sein 4K-Panel mit 60 Hz, HDR10 Pro und HLG. Der Standard HLG erlaubt es, über Kabel oder Satellit ein Bild in HDR-Qualität zu übertragen. Der LG 43UN73906LE ist aktuell für 450 bis 500 Euro im Handel erhältlich.

Preis-Leistungs-Sieger in dieser Klasse ist der Samsung GU43TU8079. Mit rund 360 Euro ist er noch günstiger als der LG-TV und erreichte im Test der Stiftung Warentest ebenfalls ein gutes Gesamtergebnis. Jeweils die Note „gut“ vergaben die Experten in den Kategorien Bild, Handhabung, Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften. Beim Ton schaffte der Samsung GU43TU8079 es aber nur auf ein „befriedigend“. Aufgrund der flachen Bauweise können jedoch viele kleinere Fernseher nicht mit einem satten Sound punkten. Käufern empfehlt TECHBOOK daher immer, den TV mit einer Soundbar oder Musikanlage zu koppeln.

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Bester Fernseher in der Kategorie 50 Zoll

Der Testsieger in der Kategorie 50 Zoll – der Samsung GQ50Q60T – kam ebenfalls auf ein gutes Gesamtergebnis. Samsungs Q60T kostet in dieser Größe rund 640 Euro. Bei ihm handelt es sich um ein Modell mit QLED-Display, er kommt somit also recht nah an die viel gepriesenen OLED-Eigenschaften heran. Zur Ausstattung gehören unter anderem 4K, ein Triple-Tuner, Tizen OS, Bluetooth sowie dreimal HDMI. Der Q60T erlaubt zusätzlich aber auch die Sprachsteuerung per Google Assistant, unterstützt AirPlay 2 und HDR10+. In allen getesteten Kategorien erreichte der Samsung-Fernseher ein gutes Ergebnis. Ausreißer nach oben oder unten gab es nicht. Besonders lobte die Stiftung Warentest den geringen Stromverbrauch sowie die Bild-Qualität bei schnellen Bewegungen (z.B. Action und Sport). 

Gesamtsieger der Stiftung Warentest: 55-Zoll-Fernseher von LG

Mit einer Gesamtnote von 1,9 hat der LG 55SM8050PLC nicht nur in der Größe 55 bis 58 Zoll am besten abgeschnitten. Er ist mit diesem Ergebnis auch der Gesamtsieger im Fernseher-Test der Stiftung Warentest.

Aufgrund seiner vielfältigen Anschlüsse und Möglichkeiten erhielt er in dieser Kategorie eine sehr gute Bewertung. Bild, Ton, Handhabung und Umwelteigenschaften bewerteten die Experten immerhin noch mit einem „gut“. 4K, HDR10 Pro, zeitversetztes Fernsehen und die Sound-Optimierungen Ultra-Surround und Clear Voice 3 gehören zur Ausstattung. Besonders gelobt wurde im Test die Unterstützung zahlreicher Streaming-Dienste. Die Apps von Netflix und Disney+ sind bereits vorhanden und auch der Zugriff auf Amazon Video und Apple TV ist direkt über den Smart-TV möglich. Ebenfalls zur Ausstattung gehören AirPlay 2, die Sprachsteuerung über den Google Assistant, USB-Aufnahme (PVR ready) sowie satte vier HDMI-Anschlüsse. Der Fernseher nutzt WebOS als System und ist aktuell für rund 500 Euro im Handel erhältlich.

Die kompletten Testergebnisse finden Sie auf der Webseite der Stiftung Warentest zum Kauf.

Tipps zum Fernseher-Kauf

Sollten Sie auf der Suche nach einem neuen Fernseher sein, sind die Ergebnisse von Produktests wie dem der Stiftung Warentest immer eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick über gute Modelle zu verschaffen. Sie können die Auswahl aber schon im Vorfeld etwas verkleinern, in dem Sie sich selbst einige Fragen beantworten.

Welche Größe sollte mein Smart-TV haben?

Bei der Wahl eines neuen Fernsehers greifen Käufer häufig zu den größeren Modellen. Doch zu groß sollte ein Smart-TV nicht sein, denn dann bekommen Sie eventuell Probleme bei der Betrachtung des Bildes. Halten Sie sich daher an folgende Richtlinie:

  • Beträgt der Abstand zwischen dem Sofa und dem Fernseher etwa zwei Meter, ist ein eher kleinerer TV mit einer Bildschirmdiagonale von bis zu 49 Zoll ideal
  • Liegt der Sitzabstand hingegen bei ca. drei Meter, können Sie getrost zur beliebten Größe von 50 bis 65 Zoll greifen.
  • In noch größeren Räumen mit höherem Abstand zum Sofa finden auch die großen Smart-TVs ab 65 Zoll Platz.

LCD oder OLED?

OLED-Fernseher sind oftmals deutlich teurer als Modelle mit LCD-Screen. Das liegt an der verwendeten Bildschirmtechnologie. LCD-TVs sind meist sehr flach gebaut und eignen sich daher ideal zum Aufhängen an der Wand. Sie gelten auch als recht langlebig. Der Nachteil: Die Hintergrundbeleuchtung ist meist am Rand angebracht und großflächig. Aus diesem Grund werden einzelne Pixel auch dann beleuchtet, wenn sie eigentlich dunkel bleiben sollten. Schwarz wirkt dadurch gern etwas grau, die Kontraste sind weniger ausgeprägt.

Anders bei OLEDs. Hier wird jedes Pixel einzeln beleuchtet. Ist es ausgeschaltet, erscheint es tiefscharf, wodurch die hohen Kontraste und satten Farben zustande kommen. Früher hatten einige Nutzer Angst, dass sich das Bild bei längerem Stand einbrennen könnte. Moderne OLED-TVs sind aber so verbessert worden, dass dies nicht mehr passiert.

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Die QLED-Technologie von Samsung ist eine Art Zwischenprodukt. Hierbei handelt es sich eigentlich um ein LCD-Panel mit großflächiger Hintergrundbeleuchtung. Allerdings verwendet Samsung eine zweite Schicht mit sogenannten Quantum Dots, die als Licht- und Farbbooster agieren. Dadurch entstehen die hohen Kontraste und satten Farben, die an OLEDs erinnern.

Muss es wirklich 4K sein?

Mittlerweile überwiegen 4K/UHD-Fernseher auf dem Markt. Sie haben eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln. Ihr Preis ist dabei stark gesunken, sodass es sich kaum noch lohnt, zu einem Fernseher mit Full-HD-Auflösung zu greifen. Zur langsam aufkommenden 8K-Auflösung brauchen Käufer allerdings noch nicht zu greifen. Dafür gibt es noch viel zu wenig Inhalte und derart hoch auflösende Fernseher sind schlicht zu teuer.

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Ein Smart-TV sollte auch alle notwendigen Anschlüsse haben. Prüfen Sie vor dem Kauf daher genau, welche Geräte sie anschließen möchten.