Von Abo bis Video on Demand

Welches Streaming-Portal ist ideal für mich?

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Wo finde ich Filme, Serien und Sport nach meinem Geschmack? Der große TECHBOOK Streaming-Portal-Guide hilft weiter
Foto: Getty Images

Der Markt für Streaming-Anbieter ist heiß umkämpft. Bislang geben Amazon und Netflix den Ton an, doch bald schon wollen auch Apple und Disney ein Stück ab vom lukrativen Kuchen der Streamingdienste.

Fernsehzeitungen, DVDs und selbst Blu-rays sind heute nicht mehr als nostalgische Erinnerungsstücke an längst vergessene Zeiten – sie gelten zurecht als altmodisch, wenn es um aktuelle Serien und Filme geht. Überholt und abgelöst von Online-Streaming und Video on Demand.

Laut dem Branchenverband Bitkom nutzte 2018 mehr als jeder dritte Deutsche gelegentlich den Service eines Streamingdienstes. Es ist dabei aber gar nicht so einfach, bei dem vielfältigen Angebot und unterschiedlichen Preisen den passenden Anbieter auszuwählen.

Amazon

Bereits erfolgreich und am Markt etabliert ist das Streaming-Portal von Amazon. Das Video-Angebot ist dort Teil des sogenannten Prime-Abos. Dieses Abo für Premium-Kunden des Versand-Händlers kostet ca. 49 Euro jährlich und muss entsprechend minimum für ein ganzes Jahr abonniert werden. Der größte Pluspunkt ist die nahezu endlose Auswahl – es gibt, genreübergreifend, kaum Filme die nicht Teil des Archivs sind. Filmfans können bei Amazon also fast alles finden, müssen eventuell aber draufzahlen. Dies ist einer der großen Schwachpunkte, denn nicht alle angebotenen Medien sind im Abo enthalten. Etliche zur Auswahl stehenden Filme müssen extra gekauft oder geliehen werden, für Gebühren zwischen 0,99 bis 4,99 Euro. Neben der beeindruckenden Sammlung an beliebten Klassikern setzt Amazon verstärkt auf eigene Produktionen, vor allem in Sachen Serien.

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Maxdome

Der größte deutsche Anbieter ist Maxdome, welcher eine ähnliche Strategie fährt und wie Amazon ebenfalls auf eine Flatrate/Einzelkauf-Kombi setzt. Logischerweise führt das zum gleichen Problem: Die Flatrate kostet 7,99 Euro monatlich und beinhaltet jede Menge Filme, doch fällt die Wahl auf eine neue Kinoproduktion oder Serie kostet dies häufig einen Aufschlag in Höhe von 2,99 bis 6,99 Euro. Lückenhaft ist Maxdome bei den Eigenproduktionen, generell stehen nur sehr wenige Filme mit deutschen Schauspielern im Programm. Die Bild- und Tonqualität hingegen ist ähnliche gut wie die der Konkurrenz.

Netflix

Als Platzhirsch gilt seit einiger Zeit Netflix, der Streamingdienst aus den Vereinigten Staaten. Die Amerikaner dominieren den Markt bislang und bestimmen entsprechend auch die Entwicklung der Branche. Netflix setzte als erster Anbieter einen Schwerpunkt auf die Produktion von Originalen in Eigenregie. Dazu zählen beispielsweise Hits wie Stranger Things, House of Cards oder Narcos und verschafften dem Streaming-Service eine klare Vormachtstellung beim jüngeren Publikum. Diese Eigenproduktionen werden exklusiv bei Netflix veröffentlicht, um neue Nutzer zu locken und zu binden.

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Von Netflix erfolgreich getestet ist dieser Ansatz inzwischen weit verbreitet, wie Simone Vintz von der Stiftung Warentest erklärt: „Der Trend geht zu Eigenproduktionen, die dann exklusiv beim Anbieter verfügbar sind.“ In der Relation betrachtet ist das Angebot an externen Serien und Filmen bei Netflix genreübergreifend eher klein und genügsam. Fans von aktuellen Kinofilmen werden hier daher enttäuscht. Auch die Möglichkeit zur Einzelleihe ist nicht vorhanden. Die Kosten für das Abo belaufen sich in der sparsamsten Variante auf 7,99 Euro monatlich. Die Premium-Version kostet 13,99 Euro und hat nicht nur Videos in Ultra-HD im Gepäck, sondern ermöglicht es auch, dass vier Nutzer gleichzeitig streamen können.

Anbieter für Einzelabrufe

Neben den „großen Drei“ existieren noch andere Streaminganbieter, welche zwar keine Abo-Modelle anbieten, aber auf Einzelabrufe (Video on Demand) spezialisiert sind. Zu diesen zählen zum Beispiel die Webseiten Alleskino.de, Chili, Flimmit, Mubi, Onlinefilm.org, Videobuster, Videoload, Videociety oder auch Plattformen wie Apple iTunes Video, Google Play Filme & Serien, Microsoft Movies & TV, Rakuten TV, der Sky Store und Sony Playstation Video. Die Preise dort liegen je Film in der Regel bei 0,99 bis 6,99 Euro.

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Disney

So zahlreich der Anbieter bereits sein mag, bald schon kommen noch weitere hinzu. Für 2019 hat Disney mit Disney Play seinen eigenen Streamingdienst angekündigt. Das bedeutet einerseits, dass sich ein weiterer Big Player hinzugesellen wird und andererseits könnte es darauf hinauslaufen, dass Disney seine Lizenzinhalte langfristig bei anderen Anbietern aus dem Programm nimmt. Dies würde dann nicht nur Animationsfilme betreffen, sondern auch Blockbuster-Produktionen wie die Marvel-Filme (etwa die „Iron Man“-Reihe), die „Star Wars“-Sage oder etwa die „Fluch der Karibik“-Serie. Der Start von Disney Play wird die Streaming-Landschaft also fast zwangsläufig verändern.

Warner und Apple

Ebenfalls für 2019 angekündigt ist der Streamingdienst von Warner, welcher wahrscheinlich Produktionen der Warner-Tochter HBO wie „Game of Thrones“ anbieten wird.

Apple hat vor, seinen eigenen Video-Streamingdienst am 25. März vorzustellen und plant – ähnlich wie Netflix oder Amazon – exklusiv verfügbare Inhalte wie Serien zeigen. Zu dieser Präsentation sind prominente Schauspielerinnen wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon eingeladen. Bis dato unklar ist das Geschäftsmodell: So wurde spekuliert, ob der Video-Dienst mit bestehenden Angeboten wie dem Streaming-Service Apple Music mit seinen 50 Millionen Kunden zusammengeführt wird oder als separates Abo erhältlich sein soll. Planmäßig soll der Dienst dann zum Sommer starten. Verschiedenen Quellen zufolge geht das Video-Portal mit etwas Glück bereits im April oder Mai ans Netz.

Fazit

Kurzfristig bedeutet das eine erhöhte Konkurrenz- und Drucksituation und führt aller Voraussicht nach zu sinkenden Preisen für Streaming-Abos. Aufgrund der Marktlage und der derzeitig vorherrschenden Verkaufsstrategien der einzelnen Anbieter wird es All-In-One-Lösungen, bei der Nutzer alles bekommen, auch in absehbarer Zukunft weiterhin nicht geben. Die dafür notwendige, aber unüberwindbare Hürde sind die exklusiven Eigenproduktionen.

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