Spotify, Deezer, Apple Music…

Die großen Musik-Streaming-Dienste im Vergleich

Musik-Streaming-Anbieter im Vergleich: Mann spielt vor rosaner Wand mit Kopfhörern Luftgitarre
Wer hört schon nicht gerne Musik? Bei der wachsenden Zahl an Streaming-Anbietern kommt jeder auf seine Kosten!
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Die Zeiten, in denen Musik nur auf Vinyl, als CD oder MP3 verfügbar war, sind vorbei. Stattdessen bieten Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer, Amazon und Co. Millionen Songs, Podcasts und Hörbücher jederzeit auf Abruf.

Nicht nur im Videobereich ist Streaming hoch im Kurs, auch beim Musikhören wird zunehmend auf Streaming-Angebote zurückgegriffen. So kann ein großes Musikangebot sehr komfortabel jederzeit und überall gehört werden. In der Regel funktioniert das über eine monatliche Gebühr, die vom Anbieter erhoben wird, der im Gegenzug Zugriff auf seine Mediathek gewährt.

Spotify

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot Spotify

Marktführer Spotify bietet umfangreiche Funktionen und einen sehr präzisen Algorithmus für Musik-Vorschläge
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Laut eigenem Geschäftsbericht (Stand Oktober 2019) nutzen inzwischen 113 Millionen Menschen die bezahlte Premium-Version von Spotify. Über die kostenlose werbegetragene Version hören sogar fast 250 Millionen Musik. Damit ist und bleibt der schwedische Streaming-Dienst Spitzenreiter. Das Musikangebot wächst täglich und umfasst inzwischen über 35 Millionen Titel; auch Podcasts, Hörbücher und Videos. Besonders positiv: der Algorithmus für Playlists und Musikvorschläge, der (erschreckend passende) personalisierte Musikvorschläge macht und Playlists erstellt.

Preislich bewegt sich Spotify mit 9,99 Euro für die Standard-Version genau im Durchschnitt der monatlichen Kosten für Musik-Streaming-Dienste. Studenten zahlen sogar nur 4,99 Euro und für Familien gibt es ein Abo für 14,99 Euro im Monat. Bis zu sechs Familienmitglieder können so parallel mit eigenen Anmeldedaten Musik streamen. Generell ist Spotify im Handling sehr intuitiv, nur einige Funktionen wie beispielsweise die Synchronisation mit bereits bestehenden Musikdateien gestaltet sich mitunter etwas verwirrend.

Google Play Music

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot Google Play Music

Google Play Music ergänzt das umfangreiche Portfolio des Unternehmens
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Googles Streaming-Plattform Google Play Music hat – anders als Spotify – keine werbegetragene kostenlose Version. Möchten Musik-Fans den Dienst nutzen, müssen sie ihn zuvor abonnieren. Zahlenden Kunden stehen für monatlich 9,99 Euro dann der Offline-Modus, Radiosender und in der Familienversion (14,99 Euro im Monat) bis zu sechs Profile zur Verfügung. Mit dem Google Play Music Manager kann die eigene Song-Sammlung hochgeladen und organisiert werden. Außerdem durchsucht der Manager – wenn gewünscht – die eigenen Musikordner auf dem PC und legt den Inhalt in der Google-Cloud ab.

Neben den über 40 Millionen Musiktiteln bietet der Streaming-Dienst inzwischen auch Podcasts an. Allerdings ist das Angebot bisher auf die USA und Kanada beschränkt; der Termin für den Deutschlandstart steht noch nicht fest. Besonders positiv ist die Suchfunktion, die sowohl Rechtschreibfehler verzeiht als auch direkt passende Vorschläge zur Anfrage liefert.

Amazon Music Unlimited

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot Amazon Music

Versandriese Amazon bietet auch Nicht-Kunden einen Streaming-Dienst an
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Versandriese Amazon bietet neben Prime Music, das nur für Kunden mit einer Prime-Mitgliedschaft nutzbar ist, auch Amazon Music Unlimited an. Zwar kommen Prime-Mitglieder auch hier mit monatlich 7,99 Euro besonders günstig weg, für normale Nutzer liegt der Preis von 9,99 Euro im Monat aber ebenfalls voll im Rahmen. Die flexible Preisstrategie ermöglicht außerdem ein vergünstigtes Jahresabo. Ab 12,99 Euro bietet Amazon seit September 2019 auch einen Tarif in HD – High-Definition-Qualität – an. Nutzer können dabei auf die gleiche Auswahl wie im Regeltarif zugreifen, allerdings ist die Streaming-Qualität mit 16 Bit und 44,1 kHz höher. Passen zum HD-Sound bietet der Online-Händler mit dem Echo Studio auch einen Lautsprecher mit 3D-Sound an.

So hört sich der Amazon Echo Studio mit 3D-Sound wirklich an

Das Angebot wird permanent ausgebaut, nicht nur im musikalischen Bereich. Sportfans kommen beispielsweise mit Radio-Übertragungen der Bundesliga und anderer wichtiger Spiele auf ihre Kosten. Außerdem hat Amazon seine Sprachassistentin Alexa in die mobilen Apps für Android und iOS integriert, sodass diese komplett per Sprache gesteuert werden können. Seit dem 19.11.2019 gilt außerdem die vormals nur für Echo-Besitzer gültige kostenlose Version auch für alle anderen Nutzer. Die werbegestützte Version ist zwar mit einer Auswahl von Playlists und Radiosender im Vergleich stark eingeschränkt, Nicht-Amazon-Kunden dürften sich aber dennoch über das spannende Angebot freuen.

YouTube Music

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot YouTube Music

YouTube baut sein Angebot mit dem Musik-Streaming-Dienst weiter aus
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Auch Video-Plattform YouTube ist auf den Musik-Streaming-Zug aufgesprungen. Der Streaming-Anbieter YouTube Music zeigte ursprünglich nur Musikvideos, ist aber inzwischen mit eigener App und umfangreichem Musikangebot ein vollwertiger Musik-Streaming-Dienst. Die kostenlose Version schaltet alle paar Minuten/Titel Werbung, die werbefreie Premium-Version kostet – wie auch bei der Konkurrenz – 9,99 Euro im Monat. Ein besonderer Vorteil ergibt sich für Nutzer intelligenter Google-Lautsprecher; sie können kostenlos auf spezielle werbegetragene Sender und Playlists zugreifen, ohne sich ein YouTube-Music-Konto zuzulegen. Nutzer der YouTube-Premium-Version für Videos erhalten zusätzlich Zugriff auf das Google-Play-Music-Angebot.

Mit seinen standortbezogenen Wiedergabelisten versetzt einen der Anbieter außerdem direkt in Urlaubsstimmung, wenn man im Ausland unterwegs ist oder motiviert einen im Fitnessstudio. Nach dem kostenlosen Testmonat kostet ein Abo die üblichen 9,99 Euro im Monat. Die Familien- und Studententarife sind ebenfalls den Preisen der Konkurrenz angepasst (14,99 bzw. 4,99 Euro im Monat). Leider sind die Apps für den bekannten Video-Dienst und das neuere Musik-Angebot getrennt und Nutzer können auch keine eigenen Songs hochladen.

Zudem reicht die Qualität des Vorschlagsalgorithmus noch lange nicht an die der Konkurrenz heran. Gibt man beispielsweise an, einen bestimmten Künstler gerne zu hören, schlägt der Anbieter lediglich neue Songs von ihm vor. So wird das Entdecken neuer Künstler doch deutlich eingeschränkt. Auch bei der Unterstützung verschiedener Plattformen und Geräte besteht noch Nachbesserungsbedarf.

Apple Music

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot Apple Music

Für musikhörende Apple-Nutzer lohnt sich Apple Music sehr

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Apples Musik-Streaming-Dienst eignet sich vor allem für Nutzer, die bereits über Apple-Geräte verfügen und/oder eine iTunes-Mediathek haben. Denn wie üblich beim großen Hersteller aus Cupertino funktionieren die Produkte innerhalb des eigenen Systems sehr gut miteinander. Die Mediathek bietet über 50 Millionen Songs und iTunes-Inhalte können problemlos in Apple Music übernommen werden. Mitunter bietet die Plattform Nutzern sogar Inhalte vor der offiziellen Veröffentlichung!

Überzeugend ist auch die Suchfunktion, die sogar das Finden von Songs über den Text ermöglicht. Einzig die Kompatibilität mit Geräten außerhalb des Apple-Kosmos ist nicht immer komplikationsfrei, vor allem mit intelligenten Lautsprechern wie dem Google Home. Außerdem gibt es zwar eine kostenlose dreimonatige Testversion, danach ist das Abo aber in jedem Fall zahlungspflichtig.

Deezer

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot Deezer

Deezer ist ein echter Konkurrent für Platzhirsch Spotify
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Fast ebenso bekannt wie Marktführer Spotify ist der französische Anbieter Deezer. Abos können nicht nur bei Deezer, sondern auch bei GMX oder Vodafone abgeschlossen werden, was Kunden dieser Dienste den Einstieg sehr erleichtert und Geld spart. Der Konkurrenz voraus hat Deezer außerdem neben den „üblichen“ personalisierten Playlists mit Vorschlägen auch einen individualisierten Radio-Sender, der sich den Vorlieben seiner Hörer anpasst. Generell verfügt der Dienst über ein beeindruckendes Radio-Angebot.

Ähnlich wie Spotify setzt Deezer auf Kompatibilität und Verbreitung. Auf diversen Plattformen, Audio-Hardware, Fernsehern, im Auto – die App ist nahezu überall abspielbar. Leider ist vor allem die kostenlose Version stark eingeschränkt. Wie bei der Konkurrenz ist Offline-Hören nicht möglich und es steht mobil nur die Radio-Funktion und die auf dem Zufallsprinzip basierende Funktion „Flow“ zur Verfügung.

SoundCloud

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot Sound Cloud

Sound Cloud eignet sich besonders für echte Musikliebhaber und Dauer-Streamer

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Mit Abstand das größte Musik-Angebot hat SoundCloud. Das liegt vor allem daran, dass Künstler ihre Titel hier einfach selbst veröffentlichen können. Das ist besonders für Künstler interessant, da sie direktes Feedback erhalten und unkompliziert ihre Musik auf der Plattform hochladen können. Nutzer haben auf diese Weise die Möglichkeit, aus einem größeren Pool zu schöpfen und auch unbekanntere Künstler kennenzulernen. Die Standard-Version SoundCloud Go kostet monatlich 5,99 Euro, das Premium-Paket SoundCloud Go+ gibt es für 9,99 Euro.

Gerade für Vollblut-Musikliebhaber und Experimentierfreudige ist der Streaming-Dienst eine echte Option zu den Marktriesen. Das Angebot ist zwar wirklich umfangreich, viele bekannte (lizensierte) Titel fehlen aber.

Fazit

Im Vergleich der sieben Streaming-Anbieter zeigen sich die Unterschiede vor allem beim Angebot und den kompatiblen Plattformen und Geräten. Bei der Preispolitik sind sich hingegen alle ziemlich einig. Studenten zahlen, wenn es einen gesonderten Tarif gibt (Spotify, Amazon, Apple, YouTube, Deezer) monatlich 4,99 Euro, der Regeltarif liegt bei 9,99 Euro und Familien-Pakete (nur bei SoundCloud nicht erhältlich) kosten 14,99 Euro.

Musik-Streaming-Anbieter: Screenshot Vergleichstabelle

Die geprüften sieben Anbieter haben viele Gemeinsamkeiten, aber gerade bei der Verfügbarkeit auch Unterschiede
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Für Nutzer, die sich soft- und hardwaremäßig sowieso schon auf Apple oder Google eingeschossen haben, empfehlen sich hingegen durchaus die entsprechenden Streaming-Angebote Apple Music und Google Play Music. Im jeweiligen System sind die Synchronisation und Kompatibilität komplett gewährleistet und die Song-Auswahl groß. Apple Music bietet den großen Bonus, dass auch von wirklich bekannten Künstlern manchmal im Voraus ganze Alben zur Verfügung stehen. Für Amazon-Kunden lohnt sich hingegen Amazon Music Unlimited. Im Vergleich zum implementierten Angebot von Prime Music ist der Umfang der Streaming-Plattform um einiges größer. Live-Radio und Fußball-Übertragung sind dabei ein schöner Bonus. Deezer punktet vor allem mit exzellenter Audio-Qualität und einem individualisierten Radiosender, während SoundCloud sich in erster Linie an alle Musikliebhaber richtet, die sich auch gerne von gänzlich unbekannten Künstlern überraschen lassen.