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Vergleich der Streaming-Riesen

Spotify vs. Apple Music – welcher Dienst hat die Nase vorn?

Spotify Apple Music
Spotify und Apple Music sind die größten Musik-Streaming-DiensteFoto: Getty Images

Zwei starke Marken, Spotify, der Platzhirsch hier, und Apple Music, der noch deutlich zurückliegende, aber immer stärker werdende Herausforderer dort. Was unternehmen die beiden Anbieter, um Bestandskunden zu halten und neue Kunden dazuzugewinnen? Was können die Nutzer erwarten in Sachen Angebot, Soundqualität, Extras und natürlich Kosten?

Lead: Der Markt für Musik-Streaming-Dienste boomt. Das zeigen die Zahlen, die kürzlich das Wirtschaftsforschungsinstitut MIDiA Research für 2021 veröffentlicht hat. Demnach ist bis Ende des zweiten Quartals 2021 die Abonnenten-Zahl von Spotify, Apple Music, Amazon Music und Co. im Vergleich zu 2020 von 414,4 Millionen auf 523,9 Millionen gestiegen. Ein Zuwachs von satten 26,4 Prozent, was den Trend der Vorjahre in etwa bestätigt. Klarer Marktführer ist – wie immer, möchte man sagen –, Spotify mit 32 Prozent. Apple Music belegt Platz zwei mit 15 Prozent, erst dann folgen Amazon Music, YouTube Music, Deezer etc.

Spotify setzt auch auf Eigenproduktionen

Das eigentliche Angebot von Spotify mag zwar nicht das größte sein im Vergleich mit der Konkurrenz, aber ob man wirklich etwas verpasst, wenn man aus „nur“ 70 Millionen Titel auswählen kann, statt aus 80 Millionen, das muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Dafür setzt der Marktführer bei den Podcasts sogar auf Eigenproduktionen, etwa mit Jan Böhmermann und Olli Scholz. Dass sich Spotify auf so ziemlich allen Plattformen von Android und iOS über Windows und Mac bis zu Smart-TV und Spielkonsole, um nur einige zu nennen, nutzen lässt, mag mittlerweile ansatzweise Konsens sein bei den Streaming-Diensten, und doch hat kein anderer hier so viel zu bieten wie Spotify.

Und das gilt bereits für die Free-Version. Der Nutzer hat auch hier Zugriff auf die volle Auswahl, kann eigene Playlists erstellen und die Radio-Funktion nutzen. Allerdings „erkauft“ man sich das mit Werbeunterbrechungen und einem eingeschränkten Funktionsumfang: So gibt es in der Free-Version u. a. keine Offline-Funktion, und in der Mobile App können Songs nicht direkt angewählt, sondern nur über die Shuffle-Funktion erreicht werden.

Apple Music klingt besser als Spotify

Alles, was bei der Free-Version außen vorbleibt, und noch einiges mehr, beinhaltet die Premium-Version für monatlich 9,99 Euro („Student“ 4,99 Euro; „Duo“ 12,99 Euro; „Family“ 14,99 Euro). Bei „Duo“ und „Family“ teilen sich zwei respektive sechs Nutzer eines Haushalts ein Abo und erhalten jeweils ein eigenes Premiumkonto mit ihren individuellen Playlists.

Auch die Bedienbarkeit von Spotify ist durchweg in Ordnung, in bestimmten Punkten aber geht es noch besser. So ist es etwas tricky, Musik von der Festplatte auch mobil offline hören zu können. Diese muss man immer erst zu Playlisten hinzufügen. Das geht bei Apple Music oder Deezer deutlich unkomplizierter.

Bleibt die Qualitätsfrage, womit natürlich die Qualität des Sounds gemeint ist. Hier liegen andere vor Spotify, das „nur“ mit 320 kbit/s streamt. Das ist wahrlich nicht schlecht, schon gar nicht fürs Musik hören unterwegs. Wer aber dennoch mehr will und sich für zu Hause High Fidelty wünscht, der bekommt das bei Spotify weder für Geld und schon gar nicht für gute Worte. Zwar plant Spotify schon ein Hi-Fi-Abo, nach wie vor gibt es aber kein buchbares Angebot.

Ganz anders bei Apple, womit wir beim Herausforderer wären. Apple Music bietet zwar keine Free-Version an, streamt aber in CD-Qualität und kann zudem mit mehr als 90 Millionen Titeln und mit über 30.000 Playlists für sich werben. Damit stellt die Apple-App aktuell größte Musik-Bibliothek aller Streaming-Dienste. Ein weiterer Pluspunkt, den Apple Music exklusiv hat: der Streaming-Dienst ist der einzige mit einem, von Musikern moderierten Live-Radio.

Apple Music funktioniert am besten im Zeichen des Apfels

Wer kein Apple-Jünger ist, hat es nicht immer ganz leicht. So funktioniert Apple Music bei allen, die keine Apple-Hardware nutzen, im Browser nicht, sodass unter Windows iTunes installiert werden muss. Ebenso im Nachteil: Android-User, da die App unter Android keine Podcasts anbietet. Heißt: Vor allem derjenige, der Apple-Produkte schätzt und mit ihnen arbeitet, ist mit Apple Music bestens bedient.

Fehlt noch der Preis. Das liegt Apple Music auf Augenhöhe mit Spotify und den meisten anderen Konkurrenten. So kostet das Abo für Einzelpersonen 9,99 Euro monatlich, für Familien (bis zu 6 Accounts) 14,99 Euro und für Studenten 4,99 Euro.

Alles in allem hat also Spotify nach wie vor die Nase vorn, was wohl nicht zuletzt auch an der verfügbaren Free-Version liegt. Apple Music bleibt nach Zahlen der erste Herausforderer, muss sich angesichts starker Konkurrenten wie YouTube Music und Deezer aber selbst vorsehen.

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