Die große (Ab)Rechnung

Ab wann lohnt sich ein Amazon-Prime-Abo?

Mann mit Amazon-Paket
Ab wann lohnt sich ein Amazon-Prime-Abo? TECHBOOK macht die Rechnung.
Foto: Getty Images

Amazon ist der größte Online-Händler der Welt – da kann man schnell zum Shopping-Junkie werden. Mit einer Prime-Mitgliedschaft erspart man sich nicht nur die Versandkosten, sondern bekommt auch viele Zusatzdienste. Doch wann lohnt sich das Prime-Abo wirklich?

Die Bundesbürger lieben es anscheinend, auf Amazon zu shoppen, denn der Online-Händler ist auch hierzulande die unangefochtene Nummer eins. Kein Wunder bei dem gigantischen Angebot. Dabei hat Amazon nicht immer den günstigsten Preis, wie regelmäßig Vergleiche auf Preisportalen zeigen.

Doch Amazon ist mittlerweile mehr als nur ein Versandhändler: Über die Plattform kann man Filme und Musik streamen, Bücher und Magazine lesen, Bilder und Dateien in der Cloud speichern, frische Lebensmittel wie aus dem Supermarkt ordern und noch einiges mehr. Vieles davon kann man mit Einzel-Abos nutzen oder aber über eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft.

Amazon Prime kostet nach einer Preiserhöhung 2017 mittlerweile 69 Euro im Jahr. Das macht 5,75 Euro pro Monat und ist deutlich günstiger, als wenn man die monatliche Zahlung mit 7,99 Euro wählt. Studenten zahlen nur 34 Euro im Jahr (etwa 2,83 Euro monatlich) und bekommen das erste Jahr kostenlos, allerdings ohne Prime Music und ohne die Kindle Leihbücherei im Probezeitraum. Doch lohnt sich eine Prime-Mitgliedschaft überhaupt? Wir haben die Vorteile zusammengefasst:

Kostenloser Versand

Ein Hauptargument für die Amazon-Prime-Gebühr ist der kostenlose und priorisierte Versand. Dabei ist in den meisten Fällen nicht nur der Standardversand kostenlos (sonst erst ab 29 Euro Versandwert), sondern auch der Premiumversand mit einer Lieferung am nächsten Werktag. Wichtig ist, dass das Prime-Logo neben dem Produktpreis auftaucht.

Wer oft auf Amazon shoppt, der profitiert ab etwa 23 Bestellungen im Jahr – auch wenn sich das ganz genau nicht errechnen lässt, da der Versand ab 29 Euro generell kostenfrei ist, aber eben keine Zustellung am nächsten Tag beinhaltet. Eine genaue Auflistung der Versandkosten bei Amazon finden sie hier.

Außerdem lassen sich die Versandvorteile mit bis zu vier zusätzlichen Haushaltsmitgliedern teilen.

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Filme, Serien und Musik streamen

Wer gerne aus dem Internet streamt, der könnte bei Amazon Prime auch auf seine Kosten kommen. Neben Tausenden von Filmen, Dokumentationen und teils sogar exklusiven Serien, die kostenlos im Abo enthalten sind, können aktuelle Filme gegen eine Zusatzgebühr von meist etwa 3,99 bis 4,99 Euro ausgeliehen werden. Zwar bietet Konkurrent Netflix mehr Auswahl, kostet aber monatlich auch mehr.

Auch der Musik-Dienst Amazon Music ist enthalten, wobei es sich um eine beschränkte Flatrate mit über zwei Millionen Songs, ausgewählten Playlists und persönlichem Radio handelt. Die Musik kann sowohl online als auch offline gehört werden. Im Vergleich zu Diensten wie Spotify und Apple Music ist die im Prime-Abo enthaltene Flatrate weitaus kleiner und bietet viele Songs und Künstler gar nicht erst an. Mehr als ein netter Bonus ist das nicht.

Wer vollen Zugang zu über 40 Millionen Songs haben will, der muss dann bei Amazon zusätzlich 7,99 Euro monatlich oder 79 Euro jährlich zahlen. Das ist diesem Fall immer noch günstiger als die Konkurrenz, die in der Regel 9,99 Euro verlangt und einen ähnlichen Funktionsumfang bietet.

Jetzt auch Bücher und Magazine lesen

Neu ist der im Abo enthaltene Dienst Prime Reading. Dabei können Hunderte von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Comics nicht nur auf Kindle-Geräten, sondern auch auf Android- und Apple-iOS-Geräten gelesen werden. Eine spezielle Lese-App macht das Konsumieren einfacher. Speziell bei diesem Dienst wird man aber leicht geködert, sich dann doch andere Bücher und Magazine gegen eine zusätzliche Gebühr zu kaufen.

Fotos, Videos und Dokumente in die Cloud hochladen

Amazon bietet mit dem Prime-Dienst auch einen Cloud-Speicher und wirbt damit, dass Mitglieder unbegrenzt viele Bilder hochladen können, um überall und jederzeit darauf übers Internet Zugriff zu haben. Zusätzlich stehen 5 Gigabyte Speicher für Videos und Dokumente frei zur Verfügung.

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Ersetzt Amazon bald auch noch den Supermarkt?

Ebenfalls exklusiv für Prime-Kunden stehen die Dienste Amazon Fresh und Amazon Pantry zur Verfügung. Bei Amazon Fresh handelt es sich um einen Online-Supermarkt für Lebensmittel, die noch innerhalb desselben Tages geliefert werden können. Bei Pantry handelt es sich um eine Art Sammelbox für den Wocheneinkauf, wo Sie Ihre Haushaltsprodukte, die Sie im Alltag benötigen, nach und nach in den Warenkorb legen und dann in einer großen Box zugeschickt bekommen. Bei beiden Diensten entstehen jedoch Liefergebühren, die bei Amazon Fresh entfallen bei einer Bestellung von über 40 Euro – allerdings ist eine monatliche Zusatzgebühr von 9,99 Euro obligatorisch.

Fazit

Amazon Prime bietet ein ganzes Bündel von Ersparnissen und Sonderleistungen, die jedoch nur dann die Jahresgebühr von 69 Euro wert sind, wenn man sie auch nutzt. Wer im Schnitt mindestens ein Produkt im Monat bei Amazon bestellt, sich auch mal einen Film oder einer Serie streamt, gerne Musik hört, die nicht topaktuell sein muss und vielleicht auch mal in den Online-Büchern und -Magazinen rumstöbert, der kommt auf seine Kosten. Auch Schnäppchenjäger profitieren von sogenannten Blitzangeboten und Premium-Days, indem sie 30 Minuten früher Zugriff haben als reguläre Kunden.

Wer ohnehin bereits Accounts von Netflix und Spotify hat und über Preisvergleichsportale günstiger woanders shoppt, der wird wohl kaum von Amazon Prime profitieren.

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