Samsung, Fitbit, Fossil, Garmin

Smartwatches im Test – was ist die beste Alternative zur Apple Watch?

Smartwatches im Test
Vier Smartwatches für unterschiedliche Bedürfnisse: Fitbit Ionic (oben), Samsung Galaxy Watch (links), Fossil Q Explorist HR (Mitte) und die Garmin Fenix 5 Plus
Foto: TECHBOOK

Apple gilt bei Smartwatches als Marktführer. Mit der erst kürzlich vorgestellten Apple Watch 4 will der iPhone-Konzern die Nummer Eins bleiben. Das Problem: die Apple Watch funktioniert nur im Apple-Ökosystem. Wer kein iPhone besitzt, kann sie nicht mal in Betrieb nehmen. Deswegen haben uns umgeschaut und testeten vier Alternativen, die sowohl mit iPhones als auch mit Android-Smartphones funktionieren.

Eine smarte Uhr am Handgelenk hat einige Vorteile gegenüber einem Smartphone: sie misst den Puls, zeigt die Zeit und eingehende Nachrichten quasi im Handumdrehen an und ist beim Sport ein praktischerer Begleiter als ein klobiges Smartphone. Je nach Modell kommen noch etliche weitere Funktionen dazu, wie eine Schlafanalyse.

Doch einige der groß angepriesenen Funktionen enttäuschen in der Praxis. Da wird der Geschirrabwasch oder das Staubsaugen schon mal als Trainingseinheit eingestuft, während die Pulsanzeige in schwindelerregende Höhe steigt, wenn die Sensoren nicht korrekt anliegen.

Auch eine schlechte Ergonomie kann den Spaß vermiesen, vor allem bei sportlichen Aktivitäten. Wir haben uns vier Modelle angeschaut, die eine gute Alternative zur beliebten Apple Watch darstellen. Die Fitbit Ionic, die Samsung Galaxy Watch, die Fossil Q Explorist HR und die Garmin Fenix 5 Plus. 

Fitbit Ionic

Die Fitbit Ionic wirkt am modernsten und eigenständigsten im Vergleich zu der Konkurrenz
Foto: TECHBOOK

Fitbit Ionic – ab 232 Euro

Design

Ähnlich wie die Apple Watch versucht Fitbit mit der Ionic nicht einen klassischen Zeitmesser nachzuahmen, sondern hat ein eigenständiges modern-schlichtes Unisex-Design, das sowohl Männer als auch Frauen tragen können. Das Alu-Gehäuse mit rechteckigem Display gibt es als Silber-, Kupfer und Dunkelgrau-Variante. Dazu gibt es verschiedenfarbige Kunststoff- und Lederarmbänder. Diese lassen sich sehr einfach auswechseln.

Zum Test hatten wir das klassische Kunststoffarmband, das uns optisch und haptisch gefiel. Allerdings störte der Alu-Verschluss im Alltag, da er stark absteht. Nervig vor allem beim Tippen auf einem Notebook. Zudem rastete die Sicherheitsklemme nur mit Mühe ein. Das löst die Konkurrenz besser.

Funktionen

In unserem Vergleichstest bot die Fitbit Ionic den geringsten Funktionsumfang. Sie ist also nur ein geringfügiges Upgrade zu den populären Fitbit-Fitness-Armbändern. Ein Plus ist sicherlich das hochauflösende Farbdisplay, das deutlich mehr Informationen anzeigt als ein Fitness-Armband. Doch das macht die Uhr etwas unhandlicher. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn man sie als Sleeping-Tracker nutzt.

So kann die Uhr prüfen, ob wir genug Schlaf bekommen und vor allem die unterschiedlichen Schlafphasen darstellen. Allerdings empfanden wir das Tragen der Uhr im Schlaf als nicht angenehm. Und auch das Handgelenk wird dann permanent belastet, da es nachts keine Erholung bekommt. Zudem muss die Ionic dann tagsüber aufgeladen werden, was auch nicht praktisch ist. Insofern ist der Sleeping-Tracker eine Funktion, die man wahrscheinlich ab und zu nutzt, aber nicht in jeder Nacht.

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Auch das Musikhören ohne Smartphone über einen Bluetooth-Kopfhörer ist prinzipiell möglich, aber etwas umständlich. Entweder man lädt einzelne Musik-Titel von seinem Rechner auf die Smartwatch oder ganze Wiedergabelisten von dem Streaming-Anbieter Deezer. Für die zweite Option benötigt man einen Deezer-Premium-Accout. Leider ist der Dienst in Deutschland nicht der populärste und Spotify wird nicht unterstützt.

Sehr nützlich ist dagegen das eingebaute GPS. Damit lässt sich vor allem die Laufdistanz gut messen und nachvollziehen. Sehr gut haben uns die Trainings-Szenarien gefallen: So können Läufe, Radfahrten, Schwimm-Einheiten, Krafttraining und andere Sportarten aufgezeichnet werden. Nicht immer zuverlässig agierte allerdings der Pulsmesser. Beim Bankdrücken zeigte er mal mehr als 180 Herzschläge pro Minute an. Fairerweise muss man dazu sagen, dass alle Pulsmesser am Handgelenk ihre Probleme haben, wenn die Smartwatch verrutscht oder nicht richtig aufliegt, wie das eben beim Krafttraining passieren kann.

Fitbit Ionic

Die Fitbit Ionic wird über ein spezielles USB-Kabel geladen
Foto: TECHBOOK

Bedienung und Ausdauer

Prinzipiell hat uns die übersichtliche Darstellung und einfache Bedienung gefallen. Was aber auch daran liegt, dass der Funktionsumfang begrenzt ist. Doch die Touch-Bedienung in Kombination mit drei Tasten war nicht immer schlüssig. So konnten wir beispielsweise das Trainigscoach-Programm, das Übungen vorgibt, nicht mehr stoppen. Erst eine willkürlich ausprobierte Tastenkombination führte zum Home-Screen.

Besonders gut gelungen ist hingegen die Fitbit-App fürs Smartphone. Doch das Beste an der Fitbit: die Ausdauer. Ohne das GPS aber mit täglichem Aufzeichnen von Trainingseinheiten hielt die Ionic mehrere Tage durch. Das war ziemlich beeindruckend und sehr komfortabel.

Fazit

Die Fitbit Ionic ist eine gute und vergleichsweise günstige Smartwatch für Einsteiger, wobei vor allem die Fitness-Funktionen überzeugen. Nachrichten können nur gelesen aber nicht beantwortet werden. Wer auf GPS verzichten kann, der findet in dem Fitness-Armand Fitbit Charge 3 (ab 137 Euro) eine günstigere und kompaktere Alternative. Eine echte Konkurrenz zur Apple Watch ist die Fitbit Ionic nicht.

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Fitbit Ionic

Dynamische persönliche Trainingsunterstützung, integriertem GPS, kontinuierlicher Herzfrequenz-Messung und über 300 speicherbare Songs

Die Samsung Galaxy Watch im klassischen Chronografen-Look gibt es auch in silber und gold

Samsung Galaxy Watch – ab 290 Euro

Design

Auf den ersten Blick überraschte uns die Galaxy Watch mit ihrem schlichten Design: Komplett schwarz im Stil eines klassischen Chronografen, weit und breit kein Samsung-Name zu sehen. Das ist Understatement. Auch das mitgelieferte Kunststoffband macht einen wertigen Eindruck und schmiegt sich sehr weich um das Handgelenk. Der klassische Verschluss ist nicht aufregend, funktioniert aber einwandfrei.

Das vorinstallierte Ziffernblatt sieht aus wie bei einem Chronografen und weil das Display scharf ist, könnte man es auch für eine mechanische Uhr halten. Wer es etwas auffälliger mag, der kann noch ein silbernes oder für Frauen ein goldenes Modell wählen. Bei allen Varianten sind die Armbänder leicht austauschbar.

Funktionen

Durch ihre schlichte Optik vermutet man nicht die hohe Funktionsvielfalt hinter der Galaxy Watch. Fängt man aber an, von rechts nach links über das Display zu wischen, erscheinen immer mehr Menüs mit den einzelnen Apps: Von Wetter über Fitness bis hin zu Musik lässt sich zumindest das offensichtlichste finden. Musik kann auch hier auf die Uhr geladen oder per Spotify-App gestreamt werden. Auch einzelne Spotify-Playlists lassen sich herunterladen.

Wir hatten aber Probleme, die Spotify-App in Betrieb zu nehmen. Nachdem wir sie geladen hatten, startete sie nicht, mit dem Hinweis wir müssten uns mit einem WLAN-Netzwerk verbinden. Doch selbst dann blieb dieser Hinweis weiter bestehen. Ziemlich nervig.

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Die Workout-App bietet viele Möglichkeiten, Daten zu erfassen. Besonders interessant ist die Funktion „Workout-Erkennung“. Sie erkannte besonders tägliche Fahrten mit dem Fahrrad akkurat, allerdings wurde die Strecke nicht aufgezeichnet. Als wir ein Fahrrad-Training manuell aktivierten, wurde auch die Strecke erfasst. Ein Training wie im Fitnessstudio oder im Schwimmbad ließ sich ebenfalls manuell starten.

Dank eingebautem GPS können Laufdistanzen gemessen werden. Und natürlich lassen sich alle Fitnessdaten in einer App auswerten.

Samsung Galaxy Watch

Die Samsung Galaxy Watch lässt sich in einer kleinen Station laden
Foto: TECHBOOK

Bedienung und Ausdauer

Mit der Bedienung wurden wir nicht richtig warm. Das liegt vor allem an der Vielfalt der Möglichkeiten: Es gibt Touch-Bedienung am Display sowie zwei Knöpfe an der rechten Seite und zusätzlich eine sich drehende Lünette. Kompliziert ist es deswegen, weil man oft alle Elemente zur Bedienung nutzt: Erst mit mechanischem Knopf das Menü aufrufen. Dann mit der Lünette die passende App wählen. In der App hat man die Möglichkeit mit den Knöpfen weiter zu navigieren oder den Finger am Display zu benutzen.

Zurück aus der App kommt man aber nicht per Wisch-Bewegung, sondern muss wieder zu den Tasten greifen. Dann landet man oft gleich auf dem Home-Bildschirm und nicht beim letzten Schritt. Das fanden wir teilweise verwirrend bis nervig.

Immerhin funktionierte das Bediensystem flüssig und ließ sich gut personalisieren. Wer den Willen mitbringt, der kann sich bestimmt auch an die etwas umständliche Bedienung gewöhnen. Die Akku-Ausdauer fanden wir gut und die kabellose Lademöglichkeit an einer kleinen mitgelieferten Ladestation elegant. Die Samsung-Health-App ist aber nicht so übersichtlich wie die von Fitbit.

Fazit

Die Samsung Galaxy Watch gehört zu den besten Apple-Watch-Alternativen. Sie ist hochwertig, schlicht und nicht zu klobig. Der Funktionsumfang ist groß, muss aber erstmal erlernt werden. Und die Bedienung geht am Anfang nicht immer leicht von der Hand, sie braucht eine längere Eingewöhnung.

Beispiele wie die in unserem Fall nicht funktionierende Spotify-App zeigen zudem, wie sensibel das Smartphone-Ökosystem noch ist. Das runde OLED-Display sieht zwar schön aus, ist aber nicht optimal als Anzeige, da es sich oben und unten verjüngt und somit wenig Anzeigefläche bietet.

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Samsung Galaxy Watch

Samsung Gear S3 frontier Smartwatch, 1.3 Zoll Display, NFC, Bluetooth, WLAN, Tizen OS, mit Silikon-Armband

Fossil Q Explorist HR

Die Fossil Q Explorist HR macht eine gute Figur am Handgelenk und überzeugt mit großem Display
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Fossil Q Explorist HR – ab 263 Euro

Wenn man diese Smartwatch auspackt, merkt man: Fossil weiß, wie man Uhren baut. Das Design ist cool und komplett in Schwarz gehalten. Obwohl nicht klein, wurde hier ein guter Kompromiss gefunden zwischen großem Display und handlichem Gehäuse. Das liegt vor allem, daran, dass sie besonders flach ist im Vergleich zu der Konkurrenz.

Auch das Display begeistert: es ist groß und hell. Im Gegensatz zur Samsung Galaxy Watch lassen sich die Informationen dadurch besser ablesen, trotzt der runden Form. Zudem sind die wählbaren Zifferblätter vielfältig und designorientiert. Optisch hinterließ die Fossil bei uns den besten Eindruck.

Funktionen

Die Q Explorist HR läuft mit Googles Wear OS. Wer über ein Google-Konto verfügt, kann sich hier schnell anmelden, ohne wie bei der Konkurrenz neue Konten einrichten zu müssen. Man benötigt nur die Wear-OS-App auf seinem Smartphone. Die Software ist aber nicht so individuell angepasst wie bei Samsung oder Fitbit.

Wer weitere Apps der Smartwatch hinzufügen möchte, muss sich mit einem WLAN-Netzwerk verbinden und kann die Apps direkt aus Googles Play Store laden. Wir versuchten es mit der Spotify-App. Die Verknüpfung mit einem vorhandenen Spotify-Konto funktionierte gut. Doch selbst als wir die Uhr mit einem Bluetooth-Kopfhörer verknüpften, konnten wir keine Musik hören. Erst als wir Spotify auf dem Smartphone starteten, konnten wir die Songs steuern. Schade, dass die App nicht ohne ein Smartphone funktioniert.

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Nicht ganz überzeugt hat uns die Fitness-App. Vor allem beim Krafttraining im Fitnessstudio wollte die Smartwatch automatisch Übungen erkennen. Das funktionierte nicht zuverlässig und das Display dazu bot kaum nützliche Informationen außer der abgelaufenen Zeit und zwei sich drehenden Kreisen, die symbolisierten, dass versucht wird, eine Übung zu erkennen. Das nervte, weil es die ganze Zeit aktiv war und zu keinem positiven Ergebnis führte – außer den Akku leer zu saugen.

Dennoch lassen sich mit dem eingebautem GPS beispielsweise Läufe tracken. Zudem lässt sich auf Knopfdruck der Google Assistant aktivieren, dem man Fragen stellen oder Aufgaben geben kann – sofern man mit dem Internet verbunden ist.

Die Fossil Q Explorist HR

Die Fossil Q Explorist HR wird über dieses Kabel geladen, das magnetisch an der Rückseite haftet
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Bedienung und Ausdauer

Im Gegensatz zur Galaxy Watch von Samsung erschien und die Bedienung etwas intuitiver. Zum einen gib es hier kein Lünette, die man drehen kann. Und zum anderen kann man mit einer Wisch-Bewegung von links nach rechts jeweils zum letzten Menü-Punkt zurückkehren, ohne einen der drei Knöpfe rechts am Gehäuse drücken zu müssen. Die Knöpfe selbst sorgten auch hier für Verwirrung: Während der mittlere entweder zum Home-Screen oder ins Menü-Führte, waren die Funktionen beim oberen und unteren nicht immer ersichtlich.

Am meisten störte uns, dass alle drei Knöpfe stark abstehen. Das war ungünstig sowohl beim Sport als auch beim Wechsel der Kleidung. Zudem aktivierten sich beim Gewichtheben entweder der Google Assistant oder das Menü, da die Handoberseite immer wieder die Knöpfe ungewollt drückte. Zudem lief das Bediensystem nicht immer flüssig und das Öffnen von Apps brauchte mehr Zeit als bei der Fitbit Ionic oder der Samsung Galaxy Watch. Auch der Akku hielt kürzer durch als bei der Konkurrenz.

Fazit

Die Fossil Q Explorist HR gefällt uns optisch sehr gut, hat aber einige Handling-Schwächen, wie die stark abstehenden Bedienknöpfe, die man aus Versehen beim Sport drückt. Der Akku ist nicht besonders ausdauernd und das Betriebssystem Wear OS von Google streikte ab und zu bis hin zum Absturz. Doch Fossil könnte hier schon nachgebessert haben, denn gerade erst hat der Hersteller sein neuestes Modell „Sport“ präsentiert, das eine bessere Prozessorleistung und Ausdauer verspricht. Wir sind gespannt, ob es da einhält. 

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Fossil Q HR

Die Fossil Q Explorist HR hat ein 45-mm-gehäuse hat ein schwarzes Silikonband, misst die Herzfrequenz, empfängt Benachrichtigungen, das Zifferblatt ist individualisierbar und vieles mehr

Garmin Fenix 5 Plus

Die Garmin Fenix 5 Plus hat die gröbste Display-Auflösung in unserem Vergleich und eine schwache Beleuchtung. Dafür lässt es sich aber bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen und spart zudem Energie
Foto: TECHBOOK

Garmin Fenix 5 Plus – ab 600 Euro

Design

Auf die Fenix 5 Plus von Garmin waren wir besonders gespannt, schließlich ist es in unserem Testfeld das mit Abstand teuerste Modell. Erster Eindruck beim Auspacken: ein ganz schöner Brocken. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Fenix 5 Plus besonders dick und schwer. Man merkt sofort: Hier handelt es sich um ein Gerät für den harten Einsatz.

Dabei hatten wir zum Test das mittlere Gehäuse mit 47 Millimetern Durchmesser. Es gibt eine kleinere Variante mit 42 und eine größere mit 51 Millimetern im Angebot.

Große Enttäuschung machte sich breit, als wir zum ersten mal das Display erblickten. Dunkel und mit schlechter Auflösung hinkt es der Konkurrenz mit ihren leuchtenden Anzeigen hinterher. Das Display ist zwar so konzipiert, dass man es auch bei Outdoor-Einsätzen und direkter Sonneneinstrahlung ablesen kann. Doch in geschlossenen dunkleren Räumen ist es leider das Gegenteil.

Funktionen

Die Garmin ist in erster Linie als anspruchsvolle Fitness-Uhr vorrangig für Outdoor-Aktivitäten konzipiert. Da kann sie mit ihrer Funktionsvielfalt glänzen: Sie gereift auf drei Satellitensysteme zu (GPS, GLONASS und Galileo) und verfügt über integrierte Karten sowie Navi-Funktionen, damit man selbst am Ende der Welt den richtigen Weg findet. Passend dazu gibt es noch einen Höhenmesser, Kompass und Thermometer. Wasserdicht ist sie bis 100 Meter. Da erscheint die Konkurrenz geradezu verspielt.

Die Garmin ist definitiv kein Lifestyle-Produkt, sondern ein ernstes „Einsatzgerät“ für Sportler und Abenteurer. 21 verschiedene Aktivitäten sind vorgespeichert: Die Aufsplittung ist teilweise sehr fein wie in „Trail Run“, „Laufen“, „Laufband“ und „Hallenbahn“.

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Allerdings hatten wir ein wenig Probleme mit der Software. Das Synchronisieren funktionierte nicht immer einwandfrei. Obwohl die Uhr per Bluetooth verbunden war, konnte sie sich nicht immer in der Smartphone-App erkannt werden.

Wir wollten die Spotify-App laden, um Musik über die Uhr zu hören. Bekamen dann den Hinweis, ein Software-Update vornehmen zu müssen. Dazu sollten wir das Programm „Garmin Express“ auf einen Computer laden. Dann die Uhr an den Rechner anschließen. Für das Programm mussten wir einen neuen Account erstellen. Als wir uns schließlich anmeldeten, erschien der Hinweis: „Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern“. Leider Endete der Vorgang überhaupt nicht. Und so konnten wir die Uhr nicht updaten, selbst nach mehreren Versuchen.

Garmin Fenix 5 Plus

Die Garmin Fenix 5 Plus wird wie die Fitbit Ionic mit einem speziellen USB-Kabel geladen
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Bedienung & Ausdauer

Obwohl es sich bei der Fenix 5 Plus um eine Smartwatch handelt, hat das Display keine Touch-Funktion. Dafür gibt es insgesamt fünf Knöpfe: zwei Rechts und drei Links. Einen „Home-Knopf“, ein „Zurück-Knopf“, einen „Nach-oben-Knopf“, einen „Nach-unten-Knopf“ und einen „Licht-Knopf“.

Im harten Einsatz mit Handschuhen, Schweißhänden, bei Minusgraden und unter Wasser sind Bedienknöpfe sicherlich eine zuverlässige Lösung. Doch in einer Welt voller Touch-Screens erscheint es uns altmodisch und sperrig, durch alle Menüs und alle Funktionen der Uhr mit Knöpfen navigieren zu müssen. Mühselig ist es auch.

Nun aber zum größten Pluspunkt der Garmin-Uhr, der Ausdauer. Wie gesagt, hier handelt es sich nicht um einen Lifestyle-Fitness-Tracker, sondern eine Sport-Uhr, die auch unter härtesten Bedingungen wie in den Bergen, in der Wüste und sonstigen abgelegenen Winkeln der Erde durchhält.

Ohne GPS kommt man bis zu 12 Tage mit einer vollen Ladung durch. Mit GPS sind es immer noch eindrucksvolle 18 Stunden.

Fazit

Unsere Erwartungen an eine Smartwatch konnte die Garmin Fenix 5 Plus nicht ganz erfüllen. Ein pixeliges, dunkles Display, keine Touch-Bedienung, Software-Updates nur am Computer und ein großes, schweres Gehäuse passen nicht zu unseren Vorstellungen.

Aber je mehr wir uns mit der Uhr auseinandersetzten, merkten wir, dass wir wohl nicht die Zielgruppe für diese smarte Uhr sind. Wer allerdings auf Abenteuer-Reisen und extreme Sportarten steht und kein schönes Spielzeug am Handgelenk will, sondern einen pragmatischen Helfer, der navigiert, alle erdenklichen Daten erfasst und dabei vor allem lange durchhält, der könnte an dieser Garmin gefallen finden.

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Garmin Fenix 5 Plus

Garmin Fenix 5 Plus Sportuhr Schwarz - Edelstahl, 240 x 240 Pixel, mit Bluetooth, integriertes GPS, Höhenmesser, Kompass und Thermometer