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Huawei Watch GT 2 im großen Vergleichstest

Frau am Schreibtisch schaut auf Smartwatch
Der große Vergleichstest der Smartwatches
Foto: Getty Image

Auf dem Markt der Smartwatches gilt die Apple Watch als Referenz. Genutzt werden kann sie jedoch nur von iPhone-Besitzern, da sie mit Android nicht kompatibel ist. TECHBOOK hat sich daher umgeschaut und einige Alternativen zur Apple Watch getestet. Neu auf dem Markt ist dabei die Huawei Watch GT 2, die mit einer besonders langen Akkulaufzeit lockt.

Eine smarte Uhr am Handgelenk hat einige Vorteile gegenüber einem Smartphone: Sie misst den Puls, zeigt die Zeit und eingehende Nachrichten quasi im Handumdrehen an und ist beim Sport ein praktischerer Begleiter als ein klobiges Smartphone. Je nach Modell kommen noch etliche weitere Funktionen dazu, wie eine Schlafanalyse.

Doch einige der groß angepriesenen Funktionen enttäuschen in der Praxis. Da wird der Geschirrabwasch oder das Staubsaugen schon mal als Trainingseinheit eingestuft, während die Pulsanzeige in schwindelerregende Höhe steigt, wenn die Sensoren nicht korrekt anliegen.

Auch eine schlechte Ergonomie kann den Spaß vermiesen, vor allem bei sportlichen Aktivitäten. Wir haben uns einige Modelle angeschaut, die eine gute Alternative zur beliebten Apple Watch darstellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Huawei Watch GT 2
  2. Fitbit Ionic
  3. Samsung Galaxy Watch
  4. Samsung Galaxy Watch Active
  5. Fossil Q Explorist HR
  6. Garmin Fenix 5 Plus

Huawei Watch GT 2 – ab 199 Euro

Zubehör der Huawei Watch GT 2

Die Huawei Watch GT 2 bringt ein Wechselarmband und eine Ladestation mit
Foto: TECHBOOK

Design

Mit der Watch GT 2 bietet Huawei eine Mischung aus klassischer Smartwatch und Fitnesstracker an. Die runde Uhr gibt es in zwei Größen und in verschiedenen Ausführungen. Das hier getestete Modell mit 46 Millimeter Durchmesser eignet sich besonders für die kräftigeren Handgelenke von Männern. Frauen greifen besser zu dem 42-Millimeter-Pendant. In das Edelstahl-Gehäuse der Huawei Watch GT 2 fügt sich das AMOLED-Display nahezu randlos ein. Abgedeckt wird es von einem leicht gebogenen 3D-Glas. Seitlich am Gehäuse befinden sich zwei Druckknöpfe, über die sich die Uhr steuern lässt und über die Nutzer beispielsweise ins Menü gelangen.

Das Design und die Ausführung der Armbänder unterscheiden sich je nach gewähltem Modell. Die getestete Huawei Watch Classic Edition ist mit einem braunen Leder-Armband ausgestattet, bringt im Lieferumfang aber auch ein zweites Armband aus schwarzem Kunststoff mit. Die Rückseite der Huawei Watch GT 2 besteht aus Kunststoff und beherbergt die Sensoren für die Herzfrequenzmessung sowie die Technologie für das kabellose Laden der Uhr.

Funktionen

Die Huawei Watch GT 2 verfügt über einen großen Funktionsumfang.  Im Vergleich zum Vorgänger hat der Hersteller beispielsweise einen Musikplayer samt Lautsprecher integriert. Dieser gibt einen erstaunlich lauten, wenn auch etwas blechernen Ton aus. Für eine Smartwatch ist die Musikausgabe dennoch beeindruckend. Auch ein Mikrofon steht bereit, über das sich Telefonate per Bluetooth über die Smartwatch führen lassen. Die Uhr verfügt außerdem über einen eingebauten GPS-Tracker mit dem sich gelaufene Strecken speichern lassen, einen Schlaftracker, einen Herzfrequenzmesser sowie diverse Fitness-Funktionen.

Insgesamt 15 verschiedene Sportarten erkennt die Huawei Watch GT 2 automatisch – dazu zählen Laufen, Gehen, Klettern, Wandern, Trailrunning, Radfahren, Schwimmen, Triathlon ebenso wie freies Training, Ellipsentrainer und Rudergerät. Nutzer können aber auch manuell ein Training beginnen und sogar ihre Trainingsaufzeichnungen und ihren Trainingsstatus auf der Uhr einsehen. Dank wasserfestem Gehäuse kann mit der Uhr auch geschwommen werden.

Die Leistung der Watch GT 2 beruht auf dem Kirin-A1-Chip, den Huawei zum ersten Mal in einer Smartwatch einsetzt. Das System on Chip (SoC) setzt sich aus einem Prozessor zusammen, der nur wenig Energie benötigt, verfügt über eine spezielle Audio-Einheit und den aktuellen Bluetooth-Standard. Auf NFC müssen Nutzer aber verzichten. Somit lässt sich die Huawei Watch GT 2 nicht zum bargeldlosen Bezahlen einsetzen  ein echter Nachteil gegenüber anderen Modellen wie der Apple Watch.

Per Huawei Health-App wird die Huawei Watch GT 2 mit dem Smartphone gekoppelt. Die Verbindung erfolgt via Bluetooth. Über die App bekommt die Smartwatch Zugriff auf das Adressbuch und Musiklisten, Nutzer können aber auch ihre Fitnessdaten organisieren.

Bedienung und Ausdauer

Die Bedienung der Smartwatch erfolgt zum großen Teil über den Touchscreen. Links am Gehäuse gibt es aber auch zwei drückbare Tasten – oben der Power-Button, unten die Zurück-Taste zur Steuerung des Menüs. Auf Wunsch lässt sich die untere Taste aber auch umprogrammieren, um beispielsweise per Knopfdruck ein Training oder Musik zu starten oder das Wetter bzw. die Einstellungen aufzurufen. Prinzipiell ist die Bedienung der Uhr aber etwas gewöhnungsbedürftig. Das liegt unter anderem daran, dass einige Widgets per Touch keine zusätzlichen Informationen ausgeben. Klickt man beispielsweise auf das Wetter-Widget, passiert nichts. Andere Smartwatches leiten hier hingegen zu weiteren Wetterinformationen der kommenden Tage weiter.

Huawei Watch GT 2 Classic Edition am Handgelenk

Die Classic Edition der Huawei Watch GT 2 mit 46-Millimeter-Durchmesser
Foto: TECHBOOK

Huawei verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu 14 Tagen.  Wir kamen im Test bei eingeschalteten Sensoren auf eine Nutzungsdauer von rund fünf Tagen. Das ist beachtlich. Sofern beispielsweise GPS deaktiviert ist, lässt sich die Laufzeit sogar noch erweitern. Um auf die versprochenen 14 Tage zu kommen, dürfen Nutzer jedoch nur die Grundfunktionen der Uhr nutzen und müssen viele Sensoren und Funktechnologien ausschalten, was wiederum die Nutzung der Uhr einschränkt.

Fazit

Seit dem 16. Oktober 2019 ist die Huawei Watch GT 2 im Handel erhältlich. Die 42-mm-Modelle kommen mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 199 bis 249 Euro in den Handel, die Preise für die 46-mm-Modelle liegen zwischen 229 bis 279 Euro. Damit ist die Huawei-Smartwatch deutlich günstiger als die Apple Watch 5. Sie bietet sich vor allem für sportlich aktive Nutzer an, punktet durch ihre für eine Smartwatch lange Laufzeit, hat aber auch einen entscheidenden Haken – das fehlende NFC.

Fitbit Ionic – ab 200 Euro

Fitbit Ionic

Die Fitbit Ionic wirkt am modernsten und eigenständigsten im Vergleich zu der Konkurrenz
Foto: TECHBOOK

Design

Ähnlich wie die Apple Watch versucht Fitbit mit der Ionic nicht einen klassischen Zeitmesser nachzuahmen, sondern hat ein eigenständiges modern-schlichtes Unisex-Design, das sowohl Männer als auch Frauen tragen können. Das Alu-Gehäuse mit rechteckigem Display gibt es als Silber-, Kupfer und Dunkelgrau-Variante. Dazu gibt es verschiedenfarbige Kunststoff- und Lederarmbänder. Diese lassen sich sehr einfach auswechseln.

Zum Test hatten wir das klassische Kunststoffarmband, das uns optisch und haptisch gefiel. Allerdings störte der Alu-Verschluss im Alltag, da er stark absteht. Nervig vor allem beim Tippen auf einem Notebook. Zudem rastete die Sicherheitsklemme nur mit Mühe ein. Das löst die Konkurrenz besser.

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Funktionen

In unserem Vergleichstest bot die Fitbit Ionic den geringsten Funktionsumfang. Sie ist also nur ein geringfügiges Upgrade zu den populären Fitbit-Fitness-Armbändern. Ein Plus ist sicherlich das hochauflösende Farbdisplay, das deutlich mehr Informationen anzeigt als ein Fitness-Armband. Doch das macht die Uhr etwas unhandlicher. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn man sie als Sleeping-Tracker nutzt.

So kann die Uhr prüfen, ob wir genug Schlaf bekommen und vor allem die unterschiedlichen Schlafphasen darstellen. Allerdings empfanden wir das Tragen der Uhr im Schlaf als nicht angenehm. Und auch das Handgelenk wird dann permanent belastet, da es nachts keine Erholung bekommt. Zudem muss die Ionic dann tagsüber aufgeladen werden, was auch nicht praktisch ist. Insofern ist der Sleeping-Tracker eine Funktion, die man wahrscheinlich ab und zu nutzt, aber nicht in jeder Nacht.

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Auch das Musikhören ohne Smartphone über einen Bluetooth-Kopfhörer ist prinzipiell möglich, aber etwas umständlich. Entweder man lädt einzelne Musik-Titel von seinem Rechner auf die Smartwatch oder ganze Wiedergabelisten von dem Streaming-Anbieter Deezer. Für die zweite Option benötigt man einen Deezer-Premium-Accout. Leider ist der Dienst in Deutschland nicht der populärste und Spotify wird nicht unterstützt.

Sehr nützlich ist dagegen das eingebaute GPS. Damit lässt sich vor allem die Laufdistanz gut messen und nachvollziehen. Sehr gut haben uns die Trainings-Szenarien gefallen: So können Läufe, Radfahrten, Schwimm-Einheiten, Krafttraining und andere Sportarten aufgezeichnet werden. Nicht immer zuverlässig agierte allerdings der Pulsmesser. Beim Bankdrücken zeigte er mal mehr als 180 Herzschläge pro Minute an. Fairerweise muss man dazu sagen, dass alle Pulsmesser am Handgelenk ihre Probleme haben, wenn die Smartwatch verrutscht oder nicht richtig aufliegt, wie das eben beim Krafttraining passieren kann.

Fitbit Ionic

Die Fitbit Ionic wird über ein spezielles USB-Kabel geladen
Foto: TECHBOOK

Bedienung und Ausdauer

Prinzipiell hat uns die übersichtliche Darstellung und einfache Bedienung gefallen. Was aber auch daran liegt, dass der Funktionsumfang begrenzt ist. Doch die Touch-Bedienung in Kombination mit drei Tasten war nicht immer schlüssig. So konnten wir beispielsweise das Trainigscoach-Programm, das Übungen vorgibt, nicht mehr stoppen. Erst eine willkürlich ausprobierte Tastenkombination führte zum Home-Screen.

Besonders gut gelungen ist hingegen die Fitbit-App fürs Smartphone. Doch das Beste an der Fitbit: die Ausdauer. Ohne das GPS aber mit täglichem Aufzeichnen von Trainingseinheiten hielt die Ionic mehrere Tage durch. Das war ziemlich beeindruckend und sehr komfortabel.

Fazit

Die Fitbit Ionic ist eine gute und vergleichsweise günstige Smartwatch für Einsteiger, wobei vor allem die Fitness-Funktionen überzeugen. Nachrichten können nur gelesen aber nicht beantwortet werden. Wer auf GPS verzichten kann, der findet in dem Fitness-Armand Fitbit Charge 3 (ab 137 Euro) eine günstigere und kompaktere Alternative. Eine echte Konkurrenz zur Apple Watch ist die Fitbit Ionic nicht.

Samsung Galaxy Watch – ab 215 Euro

Die Samsung Galaxy Watch im klassischen Chronografen-Look gibt es auch in silber und gold

Design

Samsung bietet die Galaxy Watch in den zwei Größen 42 bzw. 44 Millimeter Durchmesser sowie in unterschiedlichen Farben an. Wir haben das 44 Millimeter große Modell aus schwarzem Edelstahl getestet, das vor allem Männer ansprechen dürfte. Auf den ersten Blick überraschte uns die Galaxy Watch mit ihrem schlichten Design: Komplett schwarz im Stil eines klassischen Chronografen, weit und breit kein Samsung-Name zu sehen. Das ist Understatement. Auch das mitgelieferte Kunststoffband macht einen wertigen Eindruck und schmiegt sich sehr weich um das Handgelenk. Der klassische Verschluss ist nicht aufregend, funktioniert aber einwandfrei.

Das vorinstallierte Ziffernblatt sieht aus wie bei einem Chronografen und weil das Display scharf ist, könnte man es auch für eine mechanische Uhr halten. Wer es etwas auffälliger mag, der kann noch ein silbernes oder für Frauen ein goldenes Modell wählen. Bei allen Varianten sind die Armbänder leicht austauschbar.

Funktionen

Durch ihre schlichte Optik vermutet man nicht die hohe Funktionsvielfalt hinter der Galaxy Watch. Fängt man aber an, von rechts nach links über das Display zu wischen, erscheinen immer mehr Menüs mit den einzelnen Apps: Von Wetter über Fitness bis hin zu Musik lässt sich zumindest das offensichtlichste finden. Musik kann auch hier auf die Uhr geladen oder per Spotify-App gestreamt werden. Auch einzelne Spotify-Playlists lassen sich herunterladen.

Wir hatten aber Probleme, die Spotify-App in Betrieb zu nehmen. Nachdem wir sie geladen hatten, startete sie nicht, mit dem Hinweis wir müssten uns mit einem WLAN-Netzwerk verbinden. Doch selbst dann blieb dieser Hinweis weiter bestehen. Ziemlich nervig.

Die Workout-App bietet viele Möglichkeiten, Daten zu erfassen. Besonders interessant ist die Funktion „Workout-Erkennung“. Sie erkannte besonders tägliche Fahrten mit dem Fahrrad akkurat, allerdings wurde die Strecke nicht aufgezeichnet. Als wir ein Fahrrad-Training manuell aktivierten, wurde auch die Strecke erfasst. Ein Training wie im Fitnessstudio oder im Schwimmbad ließ sich ebenfalls manuell starten.

Dank eingebautem GPS können Laufdistanzen gemessen werden. Und natürlich lassen sich alle Fitnessdaten in einer App auswerten.

Samsung Galaxy Watch

Die Samsung Galaxy Watch lässt sich in einer kleinen Station laden
Foto: TECHBOOK

Bedienung und Ausdauer

Mit der Bedienung wurden wir nicht richtig warm. Das liegt vor allem an der Vielfalt der Möglichkeiten: Es gibt Touch-Bedienung am Display sowie zwei Knöpfe an der rechten Seite und zusätzlich eine sich drehende Lünette. Kompliziert ist es deswegen, weil man oft alle Elemente zur Bedienung nutzt: Erst mit mechanischem Knopf das Menü aufrufen. Dann mit der Lünette die passende App wählen. In der App hat man die Möglichkeit mit den Knöpfen weiter zu navigieren oder den Finger am Display zu benutzen.

Zurück aus der App kommt man aber nicht per Wisch-Bewegung, sondern muss wieder zu den Tasten greifen. Dann landet man oft gleich auf dem Home-Bildschirm und nicht beim letzten Schritt. Das fanden wir teilweise verwirrend bis nervig.

Immerhin funktionierte das Bediensystem flüssig und ließ sich gut personalisieren. Wer den Willen mitbringt, der kann sich bestimmt auch an die etwas umständliche Bedienung gewöhnen. Die Akku-Ausdauer fanden wir gut und die kabellose Lademöglichkeit an einer kleinen mitgelieferten Ladestation elegant. Die Samsung-Health-App ist aber nicht so übersichtlich wie die von Fitbit.

Fazit

Die Samsung Galaxy Watch gehört zu den besten Apple-Watch-Alternativen. Sie ist hochwertig, schlicht und nicht zu klobig. Der Funktionsumfang ist groß, muss aber erstmal erlernt werden. Und die Bedienung geht am Anfang nicht immer leicht von der Hand, sie braucht eine längere Eingewöhnung.

Beispiele wie die in unserem Fall nicht funktionierende Spotify-App zeigen zudem, wie sensibel das Smartphone-Ökosystem noch ist. Das runde OLED-Display sieht zwar schön aus, ist aber nicht optimal als Anzeige, da es sich oben und unten verjüngt und somit wenig Anzeigefläche bietet.

Samsung Galaxy Watch Active – ab 159 Euro

Samsung Galaxy Watch Active am Handgelenk

Auch Frauen können die Samsung Galaxy Watch Active aufgrund ihrer kompakten Größe gut tragen
Foto: TECHBOOK

Design

Die Galaxy Watch Active ist das sportlichere Pendant von Samsung Galaxy Watch. Gleichzeitig dürfte die runde Uhr aufgrund ihres geringen Durchmessers von nur 40 Millimeter aber auch viele Frauen ansprechen. Damit ist sie eine der kompaktesten Smartwatches am Markt. Samsung bietet die Uhr zudem in unterschiedlichen Gehäusefarben an. Erhältlich sind beispielsweise die Ausführungen Schwarz, Rosé-Gold, Grün und Silber.

Das 20-Millimeter-Armband besteht jeweils aus Fluorkautschuk und lässt sich austauschen. Zudem ist die Uhr dank des Aluminium-Gehäuses relativ leicht. Gerade einmal 25 Gramm bringt sie im Gesamten auf die Waage. Der Nachteil des Aluminiumgehäuses ist allerdings auch dessen Robustheit. Einmal versehentlich gegen eine Kante gestoßen und wir hatten bereits eine kleine Kerbe im Gehäuse – unschön.

Anders als die Galaxy Watch verfügt das Active-Modell nicht über eine drehbare Lünette. Auch sonst kommt sie schlichter mit nur zwei Buttons an der rechten Seite daher. Die Rückseite der Galaxy Watch Active besteht aus Kunststoff und beherbergt den integrierten Pulsmesser sowie die Ladekontakte für das kabellose Aufladen.

Samsung Galaxy Watch Active auf Schreibtisch

Die Samsung Galaxy Watch Active ist eine recht günstige, kompakte Smartwatch
Foto: TECHBOOK

Funktionen

Nicht nur das Äußere ist bei der Galaxy Watch Active etwas zurückgenommen, auch den Funktionsumfang hat Samsung im Vergleich zur Galaxy Watch reduziert. Der Uhr fehlt ein LTE-Modul – Internet-Verbindungen lassen sich einzig über Bluetooth herstellen. Auch auf einen Lautsprecher zum lauten Abspielen von Musik müssen Nutzer verzichten. Stattdessen hat der Hersteller sich auf die Fitness-Funktionen konzentriert und nicht nur eine recht genaue Herzfrequenzmessung integriert, sondern auch ein Schlaftracking sowie die Erkennung von verschiedenen Sportarten wie Laufen, Fahrradfahren, Wandern und, dank Update, nun auch Schwimmen. Die Betätigungen erkennt die Galaxy Watch Active zuverlässig und genau. Sobald die Smartwatch ein Training registriert, wechselt sie in den Trainingsmodus und zeigt Fortschritte wie gelaufene Schritte und verbrauchte Kalorien an. Dank GPS-Sesnor lässt sich auch die zurückgelegte Route bei einem Spaziergang oder beim Jogging im Nachhinein begutachten. Die Messung der Sauerstoffaufnahme wie sie die Apple Watch bietet, gibt es bei der Galaxy Watch Active allerdings nicht.

Bedienung und Ausdauer

Dank des 1,1 Zoll großen AMOLED-Displays mit 360 x 360 Pixel lässt sich der runde Touchscreen einwandfrei ablesen. Gesteuert wird entweder über den Touchscreen, oder über die zwei seitlichen Buttons. Da Samsung auf eine Lünette verzichtet, müssen Nutzer per Touchgeste durch das App-Menü scrollen. Das funktioniert erstaunlich gut und die kleinen Symbole lassen sich treffsicher klicken.

Gekoppelt wird die Galaxy Watch Active über Bluetooth. Allerdings ist es manchmal etwas schwierig, sich wieder zu verbinden, wenn die Smartwatch einmal den Kontakt verloren hat. Dann hilft es, die Bluetooth-Verbindung auf der Uhr einmal aus- und wieder anzuschalten. Über Bluetooth lassen sich auch kabellose Kopfhörer mit der Watch Active koppeln. ist beispielsweise Musik auf dem 4 GB großen Speicher abgelegt, kann diese so wiedergegeben werden.

Dank des kleinen Exynos-9110-Chips mit 768 MB Arbeitsspeicher reagiert die Smartwatch flüssig auf Eingaben. Dazu kommt das Betriebssystem Tizen, das Samsung selbst entwickelt hat. Der App-Umfang ist allerdings bei Weitem nicht so umfangreich wie bei Wear OS von Google. Auch setzt der Betrieb der Galaxy Watch Active die Installation einiger Samsung-Apps auf dem gekoppelten Smartphone voraus. Über die App „Galaxy Wearable“ lässt sich die Uhr beispielsweise verwalten. Die App „Samsung Health“ erlaubt Nutzer die Auswertung der gesammelten Fitness-Daten direkt auf dem Smartphone.

Das kreisrunde App-Menü der Galaxy Watch Active

Bedient wird die Samsung Galaxy Watch Active vor allem über den Touchscreen, das Laden erfolgt kabellos
Foto: TECHBOOK

Samsungs Sprachassistent Bixby wird von der Galaxy Watch Active bereits unterstützt – bislang jedoch nur in Englisch. Soweit die Uhr mit einem Smartphone gekoppelt ist, erinnert sie auch an Termine oder informiert über eingegangene Nachrichten. Selbst kurze, bereits angelegte Antworten lassen sich über die Watch versenden.

Die Akkulaufzeit der Uhr ist trotzt der übersichtlichen 230 mAh selbst dann recht passabel, wenn alle Sensoren und Verbindungen wie Bluetooth 5.0, NFC (wichtig für das bargeldlose Bezahlen) und WLAN aktiviert sind. Wir kamen im Betrieb auf eine durchschnittliche Laufzeit von zweieinhalb tagen, bevor die Uhr wieder geladen werden musst. Dafür liegt im Lieferumfang eine passende Ladestation bei.

Fazit

Ursprünglich für 249 Euro gestartet, ist die Samsung Galaxy Watch mittlerweile deutlich günstiger zu haben. Nutzer bekommen eine Smartwatch, die sich auf das Wesentliche konzentriert und die sich dank ihrer kompakten Form auch gut für die schmaleren Handgelenke von Frauen eignet. In einer Welt der meist großen Smartwatches ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Fossil Q Explorist HR – ab 149 Euro

Fossil Q Explorist HR

Die Fossil Q Explorist HR macht eine gute Figur am Handgelenk und überzeugt mit großem Display
Foto: TECHBOOK

Wenn man diese Smartwatch auspackt, merkt man: Fossil weiß, wie man Uhren baut. Das Design ist cool und komplett in Schwarz gehalten. Obwohl nicht klein, wurde hier ein guter Kompromiss gefunden zwischen großem Display und handlichem Gehäuse. Das liegt vor allem, daran, dass sie besonders flach ist im Vergleich zu der Konkurrenz.

Auch das Display begeistert: es ist groß und hell. Im Gegensatz zur Samsung Galaxy Watch lassen sich die Informationen dadurch besser ablesen, trotzt der runden Form. Zudem sind die wählbaren Zifferblätter vielfältig und designorientiert. Optisch hinterließ die Fossil bei uns den besten Eindruck.

Funktionen

Die Q Explorist HR läuft mit Googles Wear OS. Wer über ein Google-Konto verfügt, kann sich hier schnell anmelden, ohne wie bei der Konkurrenz neue Konten einrichten zu müssen. Man benötigt nur die Wear-OS-App auf seinem Smartphone. Die Software ist aber nicht so individuell angepasst wie bei Samsung oder Fitbit.

Wer weitere Apps der Smartwatch hinzufügen möchte, muss sich mit einem WLAN-Netzwerk verbinden und kann die Apps direkt aus Googles Play Store laden. Wir versuchten es mit der Spotify-App. Die Verknüpfung mit einem vorhandenen Spotify-Konto funktionierte gut. Doch selbst als wir die Uhr mit einem Bluetooth-Kopfhörer verknüpften, konnten wir keine Musik hören. Erst als wir Spotify auf dem Smartphone starteten, konnten wir die Songs steuern. Schade, dass die App nicht ohne ein Smartphone funktioniert.

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Nicht ganz überzeugt hat uns die Fitness-App. Vor allem beim Krafttraining im Fitnessstudio wollte die Smartwatch automatisch Übungen erkennen. Das funktionierte nicht zuverlässig und das Display dazu bot kaum nützliche Informationen außer der abgelaufenen Zeit und zwei sich drehenden Kreisen, die symbolisierten, dass versucht wird, eine Übung zu erkennen. Das nervte, weil es die ganze Zeit aktiv war und zu keinem positiven Ergebnis führte – außer den Akku leer zu saugen.

Dennoch lassen sich mit dem eingebautem GPS beispielsweise Läufe tracken. Zudem lässt sich auf Knopfdruck der Google Assistant aktivieren, dem man Fragen stellen oder Aufgaben geben kann – sofern man mit dem Internet verbunden ist.

Die Fossil Q Explorist HR

Die Fossil Q Explorist HR wird über dieses Kabel geladen, das magnetisch an der Rückseite haftet
Foto: TECHBOOK

Bedienung und Ausdauer

Im Gegensatz zur Galaxy Watch von Samsung erschien und die Bedienung etwas intuitiver. Zum einen gib es hier kein Lünette, die man drehen kann. Und zum anderen kann man mit einer Wisch-Bewegung von links nach rechts jeweils zum letzten Menü-Punkt zurückkehren, ohne einen der drei Knöpfe rechts am Gehäuse drücken zu müssen. Die Knöpfe selbst sorgten auch hier für Verwirrung: Während der mittlere entweder zum Home-Screen oder ins Menü-Führte, waren die Funktionen beim oberen und unteren nicht immer ersichtlich.

Am meisten störte uns, dass alle drei Knöpfe stark abstehen. Das war ungünstig sowohl beim Sport als auch beim Wechsel der Kleidung. Zudem aktivierten sich beim Gewichtheben entweder der Google Assistant oder das Menü, da die Handoberseite immer wieder die Knöpfe ungewollt drückte. Zudem lief das Bediensystem nicht immer flüssig und das Öffnen von Apps brauchte mehr Zeit als bei der Fitbit Ionic oder der Samsung Galaxy Watch. Auch der Akku hielt kürzer durch als bei der Konkurrenz.

Fazit

Die Fossil Q Explorist HR gefällt uns optisch sehr gut, hat aber einige Handling-Schwächen, wie die stark abstehenden Bedienknöpfe, die man aus Versehen beim Sport drückt. Der Akku ist nicht besonders ausdauernd und das Betriebssystem Wear OS von Google streikte ab und zu bis hin zum Absturz. Doch Fossil könnte hier schon nachgebessert haben, denn gerade erst hat der Hersteller sein neuestes Modell „Sport“ präsentiert, das eine bessere Prozessorleistung und Ausdauer verspricht. Wir sind gespannt, ob es da einhält. 

Garmin Fenix 5 Plus – ab 520 Euro

Garmin Fenix 5 Plus

Die Garmin Fenix 5 Plus hat die gröbste Display-Auflösung in unserem Vergleich und eine schwache Beleuchtung. Dafür lässt es sich aber bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen und spart zudem Energie
Foto: TECHBOOK

Design

Auf die Fenix 5 Plus von Garmin waren wir besonders gespannt, schließlich ist es in unserem Testfeld das mit Abstand teuerste Modell. Erster Eindruck beim Auspacken: ein ganz schöner Brocken. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Fenix 5 Plus besonders dick und schwer. Man merkt sofort: Hier handelt es sich um ein Gerät für den harten Einsatz.

Dabei hatten wir zum Test das mittlere Gehäuse mit 47 Millimetern Durchmesser. Es gibt eine kleinere Variante mit 42 und eine größere mit 51 Millimetern im Angebot.

Große Enttäuschung machte sich breit, als wir zum ersten mal das Display erblickten. Dunkel und mit schlechter Auflösung hinkt es der Konkurrenz mit ihren leuchtenden Anzeigen hinterher. Das Display ist zwar so konzipiert, dass man es auch bei Outdoor-Einsätzen und direkter Sonneneinstrahlung ablesen kann. Doch in geschlossenen dunkleren Räumen ist es leider das Gegenteil.

Die 5 besten Fitness-Tracker von 25 bis 125 Euro

Funktionen

Die Garmin ist in erster Linie als anspruchsvolle Fitness-Uhr vorrangig für Outdoor-Aktivitäten konzipiert. Da kann sie mit ihrer Funktionsvielfalt glänzen: Sie gereift auf drei Satellitensysteme zu (GPS, GLONASS und Galileo) und verfügt über integrierte Karten sowie Navi-Funktionen, damit man selbst am Ende der Welt den richtigen Weg findet. Passend dazu gibt es noch einen Höhenmesser, Kompass und Thermometer. Wasserdicht ist sie bis 100 Meter. Da erscheint die Konkurrenz geradezu verspielt.

Die Garmin ist definitiv kein Lifestyle-Produkt, sondern ein ernstes „Einsatzgerät“ für Sportler und Abenteurer. 21 verschiedene Aktivitäten sind vorgespeichert: Die Aufsplittung ist teilweise sehr fein wie in „Trail Run“, „Laufen“, „Laufband“ und „Hallenbahn“. 

Allerdings hatten wir ein wenig Probleme mit der Software. Das Synchronisieren funktionierte nicht immer einwandfrei. Obwohl die Uhr per Bluetooth verbunden war, konnte sie sich nicht immer in der Smartphone-App erkannt werden.

Wir wollten die Spotify-App laden, um Musik über die Uhr zu hören. Bekamen dann den Hinweis, ein Software-Update vornehmen zu müssen. Dazu sollten wir das Programm „Garmin Express“ auf einen Computer laden. Dann die Uhr an den Rechner anschließen. Für das Programm mussten wir einen neuen Account erstellen. Als wir uns schließlich anmeldeten, erschien der Hinweis: „Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern“. Leider Endete der Vorgang überhaupt nicht. Und so konnten wir die Uhr nicht updaten, selbst nach mehreren Versuchen.

Garmin Fenix 5 Plus

Die Garmin Fenix 5 Plus wird wie die Fitbit Ionic mit einem speziellen USB-Kabel geladen
Foto: TECHBOOK

Bedienung & Ausdauer

Obwohl es sich bei der Fenix 5 Plus um eine Smartwatch handelt, hat das Display keine Touch-Funktion. Dafür gibt es insgesamt fünf Knöpfe: zwei Rechts und drei Links. Einen „Home-Knopf“, ein „Zurück-Knopf“, einen „Nach-oben-Knopf“, einen „Nach-unten-Knopf“ und einen „Licht-Knopf“.

Im harten Einsatz mit Handschuhen, Schweißhänden, bei Minusgraden und unter Wasser sind Bedienknöpfe sicherlich eine zuverlässige Lösung. Doch in einer Welt voller Touch-Screens erscheint es uns altmodisch und sperrig, durch alle Menüs und alle Funktionen der Uhr mit Knöpfen navigieren zu müssen. Mühselig ist es auch.

Nun aber zum größten Pluspunkt der Garmin-Uhr, der Ausdauer. Wie gesagt, hier handelt es sich nicht um einen Lifestyle-Fitness-Tracker, sondern eine Sport-Uhr, die auch unter härtesten Bedingungen wie in den Bergen, in der Wüste und sonstigen abgelegenen Winkeln der Erde durchhält.

Ohne GPS kommt man bis zu 12 Tage mit einer vollen Ladung durch. Mit GPS sind es immer noch eindrucksvolle 18 Stunden.

Fazit

Unsere Erwartungen an eine Smartwatch konnte die Garmin Fenix 5 Plus nicht ganz erfüllen. Ein pixeliges, dunkles Display, keine Touch-Bedienung, Software-Updates nur am Computer und ein großes, schweres Gehäuse passen nicht zu unseren Vorstellungen.

Aber je mehr wir uns mit der Uhr auseinandersetzten, merkten wir, dass wir wohl nicht die Zielgruppe für diese smarte Uhr sind. Wer allerdings auf Abenteuer-Reisen und extreme Sportarten steht und kein schönes Spielzeug am Handgelenk will, sondern einen pragmatischen Helfer, der navigiert, alle erdenklichen Daten erfasst und dabei vor allem lange durchhält, der könnte an dieser Garmin gefallen finden.