Ab 40 Euro

Die besten Dashcams für Autofahrer

Eine Dashcam an der Frontscheibe im Auto
Dashcams sind in anderen Ländern bereits sehr weit verbreitet. Auch in Deutschland werden sie immer populärer.
Foto: DPA Picture Alliance

Immer mehr Autofahrer setzten auf Dashcams, um Im Falle eines Unfalls Beweismaterial zu haben. Die Minikameras werden an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett angebracht und filmen während der Fahrt oder auch beim Parken.

Diese Modelle dürfen Sie nutzen

Dashcams sind in Deutschland erlaubt, wenn auch rechtlich umstritten. Am 15. Mai 2018 ließ der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eine Dashcam als Beweismittel in einem Unfall-Verfahren zu. Die Richter begründeten das damit, dass die Kamera sowieso nur das aufzeichne, was jeder selbst im Straßenverkehr sehen könne. Voraussetzung sei aber, dass die Kamera nicht fortlaufend filme. Stattdessen sollten die Aufnahmen in kurzen Abständen immer wieder überschrieben, also gelöscht werden. Erst bei einem Unfall sei es erlaubt, sie langfristig zu speichern (Az: VI ZR 233/17). Der Datenschutz muss also eingehalten und Dashcams dürfen nur kurz anlassbezogen für persönliche Tätigkeiten verwendet werden. Die meisten Modelle berücksichtigen aber diese rechtlichen Einschränkungen und sind deshalb erlaubt.

Und wie läuft es, wenn ich das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer anzeigen will?

Nichtsdestotrotz zogen nach dem BGH-Urteil die Minikamera-Verkaufszahlen an. Und laut Computer Bild beginnen Kfz-Versicherungen nun sogar, Rabatt anzubieten, wenn eine Dashcam an der Windschutzscheibe hängt.

Die Preise für die Minikameras beginnen bei deutlich unter 100 Euro. Bei Geräten, die weniger als 60 Euro kosten, sollten Sie jedoch genau hinsehen. Die Bildqualität bei Billigware – oft aus China – ist in der Regel unterirdisch. TECHBOOK stellt fünf empfehlenswerte Dashcam-Modelle vor.

Transcend DrivePro 230Q Data Privacy (ca. 110 Euro)

Sie nimmt kontinuierlich auf, überschreibt die Bilder aber umgehend wieder, wenn nichts passiert ist – diese Dashcam bewährt sich gerade auf dem rechtlich schwierigen deutschen Markt. Deshalb hat sie auch keinen Parkmodus. Wer eine Aufnahme behalten will, kann das Löschen manuell mit einem Klick auf den Notknopf verhindern. Außerdem werden Unfallaufnahmen schreibgeschützt in einem Ordner gespeichert, wenn der G-Sensor einen Aufprall registriert. Im Lieferumfang enthalten ist eine 32 GB MicroSD-Karte. Sollte eine Speicherkarte mal defekt sein, warnt ein Alarm. Die DrivePro 230Q hat eine Kameraauflösung von 1920 x 1080 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde (FPS) und bietet damit eine annehmbare Bildqualität. Der Aufnahmemodus Wide Dynamic Range verhindert ein ärgerliches Blenden.

Vorteile: einfache Ausrichtung durch die Ausstattung mit Kugelgelenk und Saugnapf-Halterung, bewältigt mühelos den Wechsel von Lichtverhältnissen, sicheres Speichern und Löschen der Daten, mehrere Warnsysteme wie Spurhalteassistent, Geschwindigkeits- und Auffahrwarnung

Nachteile: nur 130 Grad Weitwinkel, Stromadapter ohne USB

Nextbase 422 GW (ca. 180 Euro)

Die einfache Steuerung erfolgt über den 2,5 Zoll großen Touchscreen, es gibt aber natürlich auch einen Notknopf. Auf dem Smartphone lassen sich via App „My Nextbase“ die ein-, zwei- oder dreiminütigen Videos abrufen, ein eCall absetzen und die Kamera einstellen. Damit Fahrer so wenig wie möglich abgelenkt werden, können sie für Speicherbefehle sogar die Sprachsteuerung mit Alexa nutzen. Hervorzuheben ist jedoch vor allem die klasse Bildqualität. Die besten Aufnahmen lassen sich in der maximalen Auflösung QHD (1440p) erzielen. Wer lieber 60 statt 30 Bilder in der Sekunde aufnehmen will, wechselt in den FullHD-Modus mit 1080p, allerdings mit der schlechteren Bildqualität. Befestigt wird die Nextbase 422 übrigens entweder mit einem etwas wackeligen Saugnapf oder mit einem Klebepad.

Vorteile: intuitive Bedienung, sehr gute Belichtung und Schärfe zu jeder Tageszeit, 140 Grad Weitwinkel, auch im Parkmodus arbeitet der Sensor zuverlässig

Nachteile: verhältnismäßig teuer, USB-Kabel recht kurz

TrueCam A7s (ca. 125 Euro)

Der Allrounder unter den Dashcams ist zwar schon länger auf dem Markt, aber gleichbleibend empfehlenswert. Die Kamera lässt sich über das 2,7-Zoll-LCD einfach und intuitiv bedienen. Das abnehmbare GPS-Modul bietet einen Blitzerwarner samt Tachofunktion: Auf dem Display sind das Tempolimit plus die Entfernung zum Blitzgerät zu sehen, wer zu schnell unterwegs ist, kann sich warnen lassen. In Deutschland sind solche Blitzerwarner jedoch verboten und sollten daher nicht genutzt werden. Sowohl tagsüber als auch nachts filmt die A7s qualitativ gut. High-Dynamic-Range-Unterstützung (HDR) sorgt dafür, dass die Aufnahmen nicht überbelichtet werden. Die Bildauflösung der Videos kann als 21:9 Super Breitbild mit 2560×1080 oder im Format 16:9 mit 2304×1296 und 30 Bildern pro Sekunde gewählt werden. Besonders überzeugend sind außerdem die vielen Informationen, die zusammen mit den Aufnahmen gespeichert werden, etwa Geschwindigkeit, genaue Zeit, Ortsdaten sowie der Fahrtverlauf mit Google Maps.

Vorteile: gute Bildqualität, LED-Leuchten, viele praktische Funktionen, großer Lieferumfang z.B. mit Saugnapf- und Klebe-Halterung, Kameraschutzhülle USB- und HDMI-Kabel

Nachteile: Akku-Laufzeit nur rund 30 Minuten, kein Parkmodus, lediglich 130 Grad Weitwinkel

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Garmin Dash Cam 65 (ca. 170 Euro)

Die „65“ gehört zu den Vorzeige-Produkten des bekannten Dashcam- und Navi-Anbieters Garmin. Besonders die Kompaktheit bei dem 2-Zoll-großen Gerät mit Farbdisplay besticht. Vor allem tagsüber ist die Bildqualität hervorragend, aber auch nachts lässt sie keine Wünsche offen. Full-HD-Aufnahmen werden mit sehr guten 60 FPS gefilmt. Mit dem 140-Grad-Weitwinkelobjektiv fängt man alles Nötige ein. Allerdings kann die Empfindlichkeit der Sensoren nicht eingestellt werden. Sowohl WLAN als auch Bluetooth sind bei der Cam an Bord. So lassen sich die Clips umgehend an die kostenlose Garmin-App übertragen. Auch mehrere Garmin-Dashcams können derart gesynct werden. Unverständlich allerdings, warum sich im Paket nur eine Magnethalterung befindet und die Saugnapfhalterung separat erhältlich ist.

Vorteile: automatische Unfallvideospeicherung (1 Minute vor und nach Aufprall), optisch unauffällig, verbauter Akku für Outdoor-Aufnahmen, Annäherungs-Alarm, Radar-Info, Auffahr- und Spur-Assistent

Nachteile: Saugnapfhalterung nur gegen Aufpreis, keine Speicherkarte enthalten, Unfalldateien nicht schreibgeschützt

Apeman Full-HD C570 (um 40 Euro)

Diese supergünstige Dashcam ist ein perfektes „Probierpaket“, das regelmäßig zum Angebotspreis (z.B. bei Amazon) zu finden ist. Natürlich ist der Funktionsumfang dieser hochbewerteten Cam aufgrund des Preises eingeschränkt, doch auf wichtige Features muss nicht verzichtet werden: Full-HD-Auflösung auf einem 3-Zoll-LCD-Display mit 170-Grad-Weitwinkel ist garantiert, allerdings nur mit 30 FPS. Topmodelle kommen auf 60 FPS. Dafür gelingt die Installation selbst Erstnutzern von Dashcams mühelos. Nachtaufnahmen bieten jedoch nicht die Qualität der teureren Konkurrenten.

Vorteile: gute Auflösung und brauchbare Linse, Bewegungserkennung, G-Sensor, wirkt unauffällig, 24/7-Support & Benutzerhandbuch

Nachteile: MicroSD-Card muss hinzugekauft werden, nur 32 GB maximale Speicherkapazität, Formatierung einer SD-Karte notwendig, USB-Kabel etwas kurz, Design eher schlicht, Akku könnte besser sein.