10. März 2026, 14:45 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Lust auf einen gemütlichen Filmabend? Dann solltest du dir „Der Astronaut“ von Amazon unbedingt vormerken. TECHBOOK konnte den Blockbuster mit Superstar Ryan Gosling vorab bei einer Vorpremiere sehen und sagt, warum sich ein Reinschauen lohnt – allerdings vorerst nicht bei Prime Video.
Darum geht es in „Der Astronaut“ von Amazon
Ryland Grace (Ryan Gosling) wacht eines Tages auf. Nicht daheim, nicht nach einer normalen Nacht. Sondern aus dem Tiefschlaf, an Bord eines ihm unbekannten Raumschiffes irgendwo im Weltraum. Wer ist er, was ist sein Beruf? Zunächst kann er sich an nichts und niemanden erinnern. Nur langsam kommen Bruchstücke seiner Vergangenheit zurück.
Dann dämmert es ihm: Er ist auf einer Mission, das ganze Sonnensystem und damit auch die gesamte Menschheit vor dem Kollaps zu bewahren. Bei seinem Unterfangen bleibt er nicht lange allein – eine fremde Lebensform entdeckt ihn und heftet sich an seine Fersen. Ist sie ihm freundlich gesonnen oder doch feindlich? Für Ryland bleibt nichts anderes übrig, als sich auf eine Kontaktaufnahme einzulassen …
Prominenz vor und hinter der Kamera
„Der Astronaut“ ist der neue Blockbuster der Amazon MGM Studios. Mit Ryan Gosling konnten die Verantwortlichen einen echten Weltstar für die Hauptrolle der Romanverfilmung verpflichten. Prominente deutsche Beteiligung in der Besetzung gibt es ebenfalls in Form von Sandra Hüller, die erst jüngst bei der Berlinale 2026 als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde.
Die Regie führte das auf besonders unterhaltsame und einfallsreiche Stoffe abonnierte Duo Phil Lord und Christopher Miller. Beide sind dank Hits wie „The Lego Movie“ oder „21 Jump Street“ nicht mehr aus der Traumfabrik wegzudenken und sind immer ein Garant für unkomplizierten Spaß.
Für eine Extraportion Cleverness dürfte derweil Drehbuchautor Drew Goddard gesorgt haben, der unter anderem Drehbücher zu neun Folgen von „Lost“ beisteuerte und den Kultfilm „The Cabin in the Woods“ schrieb. Unterstützung bekam er von Andy Weir – dem Autor der Buchvorlage.
Im Weltraum hört dich niemand lachen – na und?
Geschichten im Weltall können alle möglichen Genres abdecken: von großangelegten Dramen oder philosophisch-metaphysischen Reflexionen wie „2001“ oder „Interstellar“, Horror wie „Alien“ oder „Event Horizon“ bis zu reinen Überlebensthrillern wie „Gravity“. Werke wie „Galaxy Quest“ oder „Der Marsianer“ (ebenfalls nach einem Buch von Andy Weir) zeigen wiederum eine eher locker-leichtfüßige und spaßige Seite von Weltraum-Abenteuern.
Und genau in diese Kerbe schlägt auch „Der Astronaut“ von Amazon. Schon ab der ersten Minute ist Schmunzeln angesagt, wenn Goslings Ryland Grace unbeholfen und groggy durchs Bild stolpert und sich weigert, die gegenwärtige Situation zu akzeptieren. Auch im weiteren Verlauf darf er sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen, während Lord und Miller zusätzlich auch einige gelungene visuelle Gags auf Lager haben.
Buddy-Comedy im All
Kenner der Geschichte wissen auch, dass im Zentrum der Handlung eine neue Freundschaft zwischen Grace und dem Außerirdischen Rocky steht. Diese spielt sich über weite Strecken wie eine Buddy-Komödie ab, mit allem, was dazugehört: lustige Missverständnisse, voneinander abprallende Persönlichkeiten, witzige Sprüche.
Der Humor folgt in diesen Szenen den gängigen Genrekonventionen und überrascht nicht, wird allerdings von allen Beteiligten souverän ausgeführt. Wenn Rocky aber aus einem „Fistbump“ lieber „Fist my Bump“ macht, erinnert das unter anderem stark an den Roboter „Chappie“ aus dem gleichnamigen Film mit Hugh Jackman, der statt „Motherfucker“ einfach „Fuckmother“ sagte.
Mit Lichtgeschwindigkeit direkt ins Herz
Trotz des großzügig eingesetzten Humors verkommt „Der Astronaut“ zum Glück nicht zum reinen Klamauk. Denn dafür bietet der Film genug spannende Action-Momente und dramatische Szenen, bei denen die Gefühle hochkochen dürfen. Zu sehr ins Detail soll an dieser Stelle nicht gegangen werden.
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Doch die Erzählung auf zwei Zeitachsen tut hierzu ihr Übriges. In Rückblenden brilliert neben Gosling vor allem Hüller mit furztrockenem Humor und nuancierter Emotionalität, und diese Erzählebene hält außerdem ihre eigenen Highlights parat – von einer gefühlvollen Karaoke-Einlage bis hin zu einer schockierenden Wendung.
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Himmlische Musik, göttliche Bilder – Halleluja!
Doch es sind nicht nur die Story-Momente, bei denen man eine Träne verdrücken möchte. Denn inszenatorisch wie musikalisch legten sich Lord und Miller sowie Komponist Daniel Pemberton und Kameramann Greig Fraser dermaßen ins Zeug, dass der Film auch auf einer rein audiovisuellen Ebene absolut mitreißend ist.
Nein, wirklich: Auch nach einem Spektakel wie „Avatar: Fire and Ash“ war der Autor dieser Zeilen bei „Der Astronaut“ so erstaunt über die magischen Bilder wie schon seit Jahren nicht mehr im Kinosaal – da fiel es schwer, die Kinnlade vom Boden aufzuheben. Gepaart mit den erhabenen Klängen von Pembertons Musik ergibt das in seinen besten Momenten ein einzigartiges Fest für Augen und Ohren.
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Erst mal nicht bei Prime Video
Perfekt ist „Der Astronaut“ trotzdem nicht. Der Buddy-Humor ist zwar witzig, aber nicht besonders einfallsreich. Und eine Plotwendung zum Ende hin wirkt etwas arg konstruiert, wobei das durchaus der Buchvorlage geschuldet sein dürfte. Apropos Ende: Mit 156 Minuten ist das Werk definitiv etwas zu lang geraten und hätte gerade zum Schluss einige Szenen weniger vertragen können.
Das soll dem insgesamt positiven Eindruck aber keinen Abbruch tun. „Der Astronaut“ ist ein Crowdpleaser, wie er im Buche steht, bei dem man lachen und weinen darf und der wirklich viele bestens unterhalten wird. Trotz Amazon-Beteiligung wird er ab dem 19. März 2026 erst einmal nur im Kino zu sehen sein. Man darf davon ausgehen, dass die spätere Verwertung als Stream im Abo bei Prime Video dann exklusiv erfolgen wird. Hierzu gibt es aber noch keinen Termin.