Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
News Recht Streaming Alle Themen
Innerhalb von 30 Minuten

EU-Studie fordert Turbo-Sperren gegen illegale Live-Streams

Eine Hand hält eine Fernbedienung in Richtung eines Fernsehers. Der Fernseher im Hintergrund ist unscharf, auf dem Bildschirm läuft eine nicht erkennbare Sendung. Links und rechts neben dem Fernseher stehen Lautsprecher.
Rechteinhaber sollen gemeldete illegale Live-Streams künftig schneller entfernen oder sperren lassen können Foto: Getty Images
Artikel teilen
Przemyslaw Szymanski

16. August 2026, 16:49 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer Sportereignisse live verfolgen möchte, nutzt nicht immer offizielle Übertragungsangebote. Illegale Streams sind im Internet oft schnell zu finden. Für Rechteinhaber entsteht dadurch ein Problem: Erfolgt eine Sperre erst nach dem Ende einer Übertragung, verliert sie einen großen Teil ihrer Wirkung.

Eine neue Studie für das Europäische Parlament empfiehlt deshalb ein schnelleres Vorgehen gegen solche Angebote. Eine Sperrung oder Entfernung gemeldeter illegaler Live-Streams soll innerhalb von 30 Minuten erfolgen. Verfasst hat die Untersuchung Giovanni Maria Riccio von der Universität Salerno. Der Rechtswissenschaftler sieht vor allem die unterschiedlichen Regelungen innerhalb der EU als Hindernis für ein einheitliches und zügiges Vorgehen.

Freiwillige Maßnahmen zeigen laut Studie zu wenig Wirkung

Bereits 2023 sprach die EU-Kommission Empfehlungen zur Bekämpfung von Online-Piraterie bei Live-Veranstaltungen aus. Nach Einschätzung der Studie haben diese freiwilligen Maßnahmen jedoch nur begrenzte Auswirkungen gehabt.

Demnach habe sich bei illegalen Streams über klassische Webseiten kaum etwas verändert. Gleichzeitig wichen immer mehr Nutzer auf illegale IPTV-Angebote, also Fernsehen über das Internet, und spezielle Apps aus. Unverbindliche Empfehlungen reichen deshalb nicht aus, um die Verbreitung solcher Angebote wirksam einzuschränken.

Mehr zum Thema

Italien als Beispiel für verbindliche Vorgaben

Riccio spricht sich für verbindliche Regeln in allen Mitgliedstaaten aus. Als Beispiel nennt er Italien. Dort ist seit dem 1. Februar 2024 das System „Piracy Shield“ im Einsatz. Über dieses System melden Rechteinhaber Internetadressen, die illegale Übertragungen verbreiten. Die Meldungen werden automatisch an die Anbieter weitergeleitet. Anschließend wird der Zugang zu den gemeldeten Adressen gesperrt.

Auch interessant: Gericht verhängt Haftstrafe wegen illegalem Fußball-Streaming

Die Studie richtet sich nicht nur an Betreiber illegaler Streaming-Angebote. Nach den Empfehlungen könnten künftig auch Unternehmen stärker berücksichtigt werden, die solche Dienste technisch ermöglichen. Genannt werden Firmen, die Datenverkehr weiterleiten, Server bereitstellen oder VPN-Verbindungen anbieten. Auch DNS-Dienste werden erwähnt. Sie sorgen dafür, dass Internetadressen überhaupt gefunden werden können.

Schutzmaßnahmen sollen Fehlentscheidungen verhindern

Gleichzeitig enthält die Studie Vorschläge, um unbeabsichtigte Sperren legaler Angebote zu vermeiden. Vorgesehen sind zeitlich begrenzte Maßnahmen. Außerdem sollen Behörden oder Gerichte die Verhältnismäßigkeit der Sperren überprüfen können.

Ob diese Vorschläge umgesetzt werden, ist derzeit offen. Laut der Studie handelt es sich bislang lediglich um Empfehlungen. Beschlossene EU-Regeln sind daraus noch nicht entstanden.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.