Gericht verhängt Haftstrafe wegen illegalem Fußall-Streaming
StreamEast verbreitete seine Inhalte laut ACE über mehr als 120 Domains und erreichte mehr als 1,6 Milliarden Besuche Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski
24. Juli 2026, 15:33 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Wer Fußball live sehen möchte, benötigt heute oft mehrere kostenpflichtige Abonnements. Dadurch können sich die monatlichen Ausgaben schnell summieren. Viele weichen deshalb auf Webseiten aus, die Sportübertragungen kostenlos oder deutlich günstiger anbieten – allerdings illegal. Ein aktuelles Urteil zeigt jedoch, dass die Behörden bei solchen Angeboten inzwischen konsequent gegen die Verantwortlichen vorgehen.
Gefängnis und hohe Geldstrafe
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand das Streaming-Netzwerk StreamEast. Das Kairoer Wirtschaftsgericht verurteilte zwei Verantwortliche wegen Urheberrechtsverletzungen zu jeweils zwei Jahren Gefängnis. Zusätzlich müssen die Verurteilten Geldstrafen in Höhe von insgesamt 5,5 Millionen Ägyptischen Pfund zahlen. Das entspricht rund 96.000 Euro. Außerdem ordnete das Gericht an, Vermögenswerte aus dem Betrieb des Netzwerks einzuziehen. Mehrere mit StreamEast verbundene Internetadressen sollen dauerhaft geschlossen werden.
Die Behörden nahmen nicht ohne Grund gerade StreamEast ins Visier. Nach Angaben der Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) verbreitete der Dienst seine Inhalte über mehr als 120 Domains. Insgesamt verzeichnete das Netzwerk mehr als 1,6 Milliarden Besuche. Nach Angaben der Allianz handelte es sich damit um den weltweit größten illegalen Streaming-Dienst für Live-Sport. Das Angebot war damit deutlich größer als eine einzelne Website und bestand aus einem umfangreichen Netzwerk verschiedener Internetadressen.
Die Ermittlungen führten ACE gemeinsam mit ägyptischen Behörden durch. Im August 2025 nahmen sie StreamEast bei einer koordinierten Aktion vom Netz. Dabei beschlagnahmten die Beteiligten unter anderem Computer, Mobiltelefone, Netzwerktechnik, Bankkarten und weitere Vermögenswerte. Diese Gegenstände sollen nun endgültig eingezogen werden. Mehrere Domains gingen zudem an die ACE über. Zusätzlich gab das Gericht einer Zivilklage des ägyptischen Anbieters Cable Network Egypt statt. Die Verurteilten müssen deshalb eine zunächst vorläufig festgelegte Entschädigung zahlen und außerdem die entstandenen Rechtskosten tragen.
Die ACE sieht in der Entscheidung ein deutliches Zeichen gegen illegale Streaming-Angebote. „Das heutige Urteil sendet ein starkes und unmissverständliches Signal: Digitale Piraterie stellt eine ernsthafte Bedrohung für Kreative und Fans in Ägypten und anderswo dar – und jeder, der davon profitiert, muss mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen rechnen“, sagte Charles Rivkin, Vorsitzender und CEO der Motion Picture Association sowie Vorsitzender von ACE.
Nach Ansicht der Allianz zeigt das Urteil zudem die zunehmende Entschlossenheit der Behörden. Das Vorgehen solle die Kreativwirtschaft, Verbraucher sowie legale digitale Marktplätze schützen.
Auch Nutzer können rechtliche Folgen erleben
Nicht nur Betreiber illegaler Plattformen müssen mit Konsequenzen rechnen. Auch Kunden solcher Angebote können ins Visier der Justiz geraten. Darauf verweist ein bereits rechtskräftiger Fall aus Deutschland.
Dort erhielt ein Kunde einer entsprechenden Plattform eine Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung. Die Strafe beruhte allerdings auf besonderen Umständen und lässt sich deshalb nur eingeschränkt mit Fällen gewöhnlicher Zuschauer vergleichen. Der Fall zeigt dennoch, dass nicht nur Betreiber, sondern auch Nutzer illegaler Plattformen rechtliche Folgen befürchten müssen.
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