27. Februar 2026, 18:19 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Netflix hat entschieden, sein Gebot für Warner Bros. Discovery nicht zu erhöhen, da Paramount ein höheres Angebot unterbreitet hat. Netflix betont, dass der Deal zwar strategisch sinnvoll, aber zu den aktuellen Konditionen finanziell unattraktiv ist.
Im Übernahmepoker um Warner Bros. Discovery gibt es neue Entwicklungen. Netflix hat sich entschieden, sein Gebot nicht weiter zu erhöhen, nachdem Paramount ein verbessertes Angebot vorgelegt hat. Das Kräfteverhältnis im Bieterprozess verändert sich dadurch, auch wenn noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Das berichtet jetzt das US-Branchenmagazin „Variety“.
Netflix zieht klare Grenzen
Warner Bros. hat das aktualisierte Angebot von Paramount als „überlegen“ eingestuft. Für Netflix ist damit eine wirtschaftliche Grenze erreicht. Der Streaming-Gigant teilte mit, dass der Deal angesichts der neuen Offerte finanziell nicht mehr attraktiv sei. Deshalb wird das eigene Angebot nicht erhöht. Netflix bietet derzeit rund 83 Milliarden US-Dollar für die Filmstudios und das Streaming-Geschäft von Warner.
Paramount hingegen hat ein Angebot von 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery vorgelegt, inklusive der TV-Sender wie CNN. Trotz des höheren Angebots von Paramount bleibt der Verwaltungsrat von Warner bei seiner Empfehlung, das Angebot von Netflix anzunehmen.
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Finale Abstimmung demnächst
Nach Börsenschluss in den USA teilte Warner mit, dass die Aktionäre am 20. März über das weitere Vorgehen abstimmen sollen. Bereits zuvor hatten Warner und Netflix eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaming-Geschäft geschlossen. Kurz darauf legte Paramount ein umfassendes Angebot für den gesamten Konzern vor.
Die bestehende Vereinbarung mit Netflix bleibt vorerst bestehen. Paramount wandte sich direkt an die Aktionäre, um mit seinem umfassenden Angebot zu punkten.
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Netflix verteidigt strategische Ausrichtung
Die Co-Chefs von Netflix, Ted Sarandos und Greg Peters, erläutern den strategischen Ansatz ihres Unternehmens. Sie betonen, dass die ausgehandelte Transaktion einen Mehrwert für die Aktionäre geschaffen hätte. Zudem hätte sie einen klaren Weg zur behördlichen Genehmigung geboten.
In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten sie: „Wir haben uns jedoch stets diszipliniert verhalten. Und zu dem Preis, der erforderlich wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu erreichen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv.“ Abschließend stellten sie klar, dass der Deal „Nice to have“ zum richtigen Preis sei, jedoch kein „Must have“.