13. September 2025, 7:44 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Erst kürzlich ist Paramount mit Skydance fusioniert, nun plant der neue Konzern die Übernahme eines weiteren Giganten in der Medienindustrie: Warner Bros. Discovery. Das könnte weitreichende Folgen für den Streaming-Markt nach sich ziehen.
Paramount plant Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery
Wie „Wall Street Journal“ berichtet, bereitet Paramount Skydance ein mehrheitlich in bar finanziertes Gebot für Warner Bros. Discovery vor. WSJ beruft sich dabei auf Informationen von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Demnach soll das Angebot das gesamte Unternehmen umfassen – einschließlich der Kabelsender, Streaming-Dienste und des bekannten Filmstudios.
Dem Bericht zufolge unterstützt die Ellison-Familie die Übernahmepläne. Seit dem Zusammenschluss von Paramount mit Skydance Media lotet Firmenchef David Ellison offenbar gezielt Möglichkeiten aus, das Filmportfolio und die Streaming-Strategie des Unternehmens auszubauen. Das Ziel: Stärkere Konkurrenz für Netflix und Disney im globalen Streaming-Markt.
Eigentlich plant Warner Bros. Discovery bis 2026 eine Aufspaltung in zwei Sparten: Streaming & Studios – mit Warner-Bros.-Filmen, HBO und HBO Max – sowie Global Networks, zu denen Discovery und verschiedene Kabelsender gehören. Eine Übernahme durch Paramount würde diese Pläne aushebeln und das Gesamtangebot mit den eigenen Diensten, darunter Paramount+, vereinen.
Mögliche Folgen der Übernahme für Streaming-Kunden
Für Abonnenten könnte das spürbare Folgen haben. Branchenexperten rechnen mit einer Konsolidierung der Plattformen: Paramount+, HBO Max und Discovery+ könnten langfristig zusammengelegt oder gebündelt werden. Das würde eines der größten und vielfältigsten Streaming-Angebote überhaupt schaffen – von Blockbuster-Filmen über hochwertige HBO-Serien bis hin zu den Reality-Formaten von Discovery.
Allerdings dürften damit auch neue Preisstrukturen einhergehen. Paramount Skydance hat bereits angekündigt, 2 Milliarden US-Dollar einsparen zu wollen. Der Sparkurs dürfte auch nach der Übernahme von Warner Bros. Discovery nicht stoppen – zumal es ineffizient und teuer ist, mehrere Streaming-Plattformen gleichzeitig zu betreiben. Ein übergreifendes Angebot würde für Kunden zwar mehr Inhalte in einem Abo bedeuten. Aber: Weniger Konkurrenz auf dem Markt zieht möglicherweise auch höhere Preise nach sich.
Allerdings könnten Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery nach einem Zusammenschluss mehr Druck auf die Marktführer Netflix, Disney und Amazon Prime Video ausüben. Netflix allein hat eine Marktkapitalisierung von mehr als 511 Milliarden USD, Disney knapp 210 Milliarden USD. Zum Vergleich: Paramount Skydance ist aktuell 19 Milliarden USD wert. Warner Bros. Discovery bringt es auf mehr als 40 Milliarden USD.
Noch ist der Deal nicht besiegelt. Regulierungsbehörden in den USA und im Ausland werden das Vorhaben genau prüfen. Auch die Verhandlungen zwischen Paramount und Skydance zogen sich in die Länge und drohten zwischendurch, komplett zu stoppen.
Weniger ist mehr!
„Die Pläne Paramounts zur Übernahme von Warner Discovery mögen überraschend sein, müssen aber per se keine schlechten Neuigkeiten sein. Gerade mit Hinblick auf den Streaming-Markt könnte der Schritt sogar einer in die richtige Richtung sein.
Denn bereits seit einiger Zeit monieren Verbraucher die zunehmende Zerfaserung des Marktes. Immer mehr Plattformen mit einzigartigen Inhalten erscheinen, während sie sich zugleich die Lizenztitel hin und her schieben. Das nervt und geht an den Kontostand. Eine mögliche Fusion aus Paramount+, HBO Max und Discovery+ würde einen neuen Big Player erzeugen, aber zugleich den Markt um einige einzelne Dienste erleichtern.
Denn weniger ist mehr und in einem solchen Fall wäre ich auch gewillt, ein paar Euro mehr für ein deutlich besseres Angebot hinzublättern. Gerade wenn man bedenkt, dass Paramount mit „South Park“ und „Call of Duty“ einerseits und Warner mit der kommenden „Harry Potter“-Serie andererseits mächtige Eisen im Feuer hat, könnte das geplante Geschäft auch für Verbraucher von großem Interesse sein.
Jetzt muss es nur noch klappen. Aber bis dahin könnte noch ein wenig Zeit ins Land ziehen.“