Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
Künstliche Intelligenz Netflix News Streaming Alle Themen
Fans sauer!

2026 entstanden satte 300 Netflix-Titel mit KI

Netflix-Logo an einem Gebäude
Netflix hat die Verwendung von KI bei knapp 300 Titeln allein 2026 gestanden Foto: Getty Images
Artikel teilen
Woon-Mo Sung
Redakteur

17. Juli 2026, 18:07 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Kunst und Kultur bleibt weiterhin höchst umstritten. Immer öfter ist zu vernehmen, dass prominente Kreative und bekannte Studios KI für neue Produktionen einsetzen wollen. Bislang ist der Aufschrei in der Fan-Gemeinde dabei nahezu garantiert. Daran dürfte auch die neue Meldung nichts ändern, dass generative KI bei Netflix für knapp 300 Filme und Serien genutzt wurde – und das allein im laufenden Jahr.

Für Netflix kommt KI mehrfach zum Einsatz

Wie das US-Branchenmagazin „Variety“ berichtet, soll der Streaming-Anbieter das selbst in einem neuen Vierteljahresbericht mitgeteilt haben. Gleichzeitig erklärte man Investoren in einer separaten Nachricht, dass bei Netflix generative KI je nach Projekt auf allen möglichen Etappen der Entstehung genutzt werde, von der frühen Konzeption bis hin zur Postproduktion und sogar der Veröffentlichung selbst.

Als Beispiele nennt das Unternehmen unter anderem die brasilianische Fußball-Miniserie „Brasil 70: A Saga do Tri“ oder die Dokuserie „The American Experiment“. Für beide Formate verwendete man bei Netflix KI für „hochkomplexe Sequenzen“, um etwa große Menschenansammlungen oder Schlachtszenen darzustellen.

Einfach schneller und billiger produzieren

Netflix erklärt, dass man immer öfter auf künstliche Intelligenz setze, um „qualitativ höherwertigere“ Inhalte schneller und günstiger herauszubringen. Im Falle von „The American Experiment“ spricht Netflix-CEO Ted Sarandos davon, dass Abschnitte „doppelt so schnell für die Hälfte der Kosten“ entstanden seien. Das geht sogar so weit, dass ohne den KI-Einsatz sonst wichtige Momente fehlen würden.

Trotzdem bleibe der Fokus weiterhin auf echten Künstlern, die durch KI lediglich bessere Werkzeuge für effektiveres und effizienteres Arbeiten an die Hand bekommen sollen.

Mehr zum Thema

Fans sind nicht begeistert

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Bei der Internetplattform Reddit zum Beispiel diskutieren Fans bereits eifrig über diese Neuigkeit. Der Tenor: Negativ, ändert aber nicht mehr so viel an dem ohnehin schon schlechten Image. Einige sind überzeugt, dass Netflix-Titel schon vor dem Aufkommen von KI schlecht aussahen.

Ein User beschreibt Netflix einfach als „böses Unternehmen, das seine Mitarbeiter nicht wertschätzt“. Ein anderer fragt sich aber, ob durch die Kostenersparnisse wenigstens die Abo-Preise sinken – allerdings wird ihm keine große Hoffnung gemacht.

Auch „Stranger Things“ betroffen?

Bei knapp 300 Titeln könnte es außerdem sein, dass auch einige bekannte Titel dabei sind. Bestätigt ist davon nichts, doch in einer anderen Reddit-Diskussion wirft ein User auch „Stranger Things“ in den Raum. Grund: Bei einer Hintergrund-Doku zur Serie sollen auf den Computern der Mitarbeiter auch offene ChatGPT-Tabs zu sehen gewesen sein.

Auch interessant: Meinung zu Googles KI-Film-Tool – „Das Ende der Kunst!“

Welche langfristigen Auswirkungen der Einsatz von KI auf Netflix hat, wird sich noch zeigen. Gut möglich, dass zumindest einige User sich deswegen von der Plattform abwenden. Da kommt es ganz gut, dass der Streaming-Dienst gerade wieder kostenlose Probe-Abos anbietet. Die Reaktionen sind jedenfalls keine Überraschung. So musste etwa der bekannte Hollywood-Regisseur Darren Aronofsky erst Anfang des Jahres viel Kritik für seine KI-generierte Doku von Fans und Profis einstecken.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.