EU-Parlament setzt auf europäische Suchmaschine statt Google
Google bleibt erreichbar, verliert im Europäischen Parlament aber die Rolle als voreingestellte Suche Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski
27. Juni 2026, 13:25 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Das Europäische Parlament ändert die voreingestellte Suchmaschine auf seinen Dienstrechnern. Künftig landen Suchanfragen über die Adresszeile im Browser standardmäßig nicht mehr bei Google, sondern bei Qwant. Damit verabschiedet sich die EU-Institution zumindest bei der Voreinstellung vom Anbieter, der den europäischen Suchmaschinenmarkt seit Jahren dominiert.
Umstellung betrifft Firefox und Edge
Wie das Online-Magazin „Politico“ berichtet, informierte das Europäische Parlament seine Beschäftigten per interner Mitteilung über die Änderung, die am 4. Juni in Kraft trat. Wer in Mozilla Firefox und Microsoft Edge künftig einen Suchbegriff eingibt, wird automatisch zu Qwant weitergeleitet.
Die Suchmaschine aus Frankreich positioniert sich als europäische Alternative zu großen US-Anbietern. Nach eigenen Angaben verfolgt Qwant Nutzer nicht für Werbezwecke und speichert keine nutzerbezogenen Daten.
Google kann weiterhin genutzt werden
Die Änderung bedeutet allerdings nicht, dass Google aus dem Arbeitsalltag der Beschäftigten verschwindet. Die Suchmaschine bleibt weiterhin erreichbar. Außerdem können Nutzer die voreingestellte Suchmaschine in ihrem Browser selbst ändern.
Die Entscheidung betrifft damit vor allem den Startpunkt einer Suche. Die Wahlfreiheit der Beschäftigten bleibt bestehen. Dennoch lenkt eine solche Voreinstellung in einer öffentlichen Einrichtung die Aufmerksamkeit zunächst auf einen bestimmten Dienst und gibt ihm im Arbeitsalltag den Vorzug.
Mit der Umstellung rückt auch die Frage in den Fokus, welche Informationen große Technologiekonzerne über die Arbeitsabläufe europäischer Institutionen erhalten. Suchanfragen können Hinweise darauf geben, mit welchen Themen sich Beschäftigte befassen und welche Routinen dabei entstehen.
Nach Informationen von Politico begründet das Europäische Parlament den Schritt damit, europäische Anbieter stärker berücksichtigen zu wollen. Der Wechsel ist damit nicht nur eine technische Anpassung, sondern auch ein Signal zugunsten eines europäischen Angebots.
An der starken Marktposition von Google ändert die Entscheidung des Europäischen Parlaments zunächst wenig. Laut StatCounter erreichte Google in Europa im April 2026 einen Marktanteil von 87,5 Prozent. Der zweitgrößte Anbieter Bing kam im selben Zeitraum auf 5,6 Prozent.
Gerade deshalb wird die Umstellung vor allem als symbolischer Schritt gesehen. Das Europäische Parlament zeigt damit, dass die Diskussion über die Abhängigkeit von großen US-Plattformen nicht nur politisch geführt wird. Stattdessen setzt die Institution auch bei einem häufig genutzten Werkzeug im eigenen Arbeitsumfeld auf eine europäische Alternative.
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