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Europäische Alternative

Euro-Office fordert Microsoft 365 heraus

Die neue Software soll Behörden und Firmen mehr digitale Unabhängigkeit bieten
Die neue Software soll Behörden und Firmen mehr digitale Unabhängigkeit bieten Foto: Getty Images
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Rainer Schuldt

4. Juni 2026, 11:48 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Mit Euro-Office geht am 9. Juni 2026 eine neue Bürosoftware aus Europa an den Start. Das Projekt soll eine Alternative zu etablierten Angeboten wie Microsoft 365 und Google Docs schaffen. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen und Organisationen steht dabei vor allem das Ziel im Mittelpunkt, Behörden, Schulen und Unternehmen unabhängiger von US-Anbietern zu machen.

Hinter Euro-Office steht ein Zusammenschluss verschiedener europäischer Akteure. Zu den Beteiligten gehören unter anderem IONOS, Nextcloud, OpenProject und XWiki. Geplant ist eine Software-as-a-Service-Plattform (SaaS), die im direkten Wettbewerb mit den bekannten Office-Lösungen der großen US-Konzerne stehen soll.

Erste Version erscheint im Juni

Die erste Version von Euro-Office soll am 9. Juni 2026 veröffentlicht werden. Interessierte Nutzer können die Software über die öffentlichen GitHub-Repositories des Projekts beziehen. Die Entwickler setzen dabei auf eine vertraute Arbeitsumgebung, damit der Wechsel von Microsoft 365 möglichst einfach gelingt.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Kompatibilität mit bestehenden Office-Dokumententypen. Neben den Microsoft-Office-Formaten soll Euro-Office auch mit Dateitypen anderer Anwendungen wie LibreOffice kompatibel sein. Nutzer können ihre bestehenden Dokumente und Arbeitsabläufe somit weiterhin verwenden.

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Fokus auf digitale Souveränität

Nach Angaben der Initiatoren unterscheidet sich Euro-Office vor allem durch den Anspruch, vollständig unter europäischer Kontrolle zu stehen. Das Projekt richtet sich insbesondere an öffentliche Einrichtungen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen, die ihre Abhängigkeit von amerikanischen Cloud-Diensten verringern möchten.

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IONOS-Chef Achim Weiß verweist in diesem Zusammenhang auf die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Monate. Europa brauche eine zuverlässige, einfach nutzbare und vollständig Microsoft-kompatible Office-Lösung. Euro-Office ermögliche die Arbeit mit Dokumenten, Tabellen und Präsentationen in einer vertrauten Umgebung.

Europa sucht Alternativen zu US-Anbietern

Euro-Office reiht sich in weitere europäische Initiativen ein, die Alternativen zu Software-Angeboten aus den USA schaffen sollen. So kündigte die französische Regierung bereits im April 2026 an, künftig verstärkt Linux statt Windows einzusetzen.

Darüber hinaus soll Microsoft Teams in französischen Behörden bis 2027 durch die nationale Kommunikationsplattform Visio ersetzt werden. Vor diesem Hintergrund könnte Euro-Office für öffentliche Einrichtungen und Unternehmen eine weitere Option darstellen.

Ob sich die neue Bürosoftware langfristig am Markt durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Das Projekt tritt jedoch mit dem Anspruch an, die bisher starke Stellung von Microsoft im europäischen Office-Markt herauszufordern.

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