28. April 2026, 10:01 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Hannover wollte seine Schulen digital besser ausstatten und dafür Microsoft-Software im Wert von über 300.000 Euro anschaffen. Am Ende griff die Stadt jedoch zu einem falschen Lizenzpaket und verursachte damit erhebliche Probleme bei der geplanten Einführung.
Große Investition mit unerwartetem Ergebnis
Die Digitalisierung an deutschen Schulen verläuft weiterhin schleppend. Neben fehlenden Mitteln und langsamen Verwaltungsprozessen spielt offenbar auch fehlende Kompetenz eine Rolle. In Hannover zeigt sich das besonders deutlich.
Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Bezahlschranke) berichtet, hat die Stadt im Jahr 2025 insgesamt 324.000 Euro in Microsoft-365-Education-Lizenzen investiert, um diese an Schulen einzusetzen. Trotz Kritik entschied sich die Stadt für den Kauf und begründete dies damit, dass die Software später im Berufsleben der Schüler relevant sei. Der Versuch endete jedoch in einem Fehlgriff.
Apple gefährdet Nutzergruppe durch Sicherheitsmängel im App Store
Bolt-Deutschlandchef: »Wer rücksichtslos E-Scooter fährt, wird ausgeschlossen
Datenschutzfehler führt zu falschen Lizenzen
Vor dem Einkauf von rund 60.000 Softwarelizenzen verzichtete die Stadtverwaltung Hannovers darauf, den Datenschutzbeauftragten einzubinden. Dieser Fehler führte dazu, dass ein ungeeignetes Lizenzmodell ausgewählt wurde. Laut dem vorliegenden Bericht schloss die Kommune Verträge ab, deren Regelungen zur Datenverarbeitung nicht für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche vorgesehen sind.
Damit können die angeschafften Anwendungen nicht eingesetzt werden. Die Einführung von Microsoft 365 an den Schulen der Stadt ist deshalb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Behörden sind dem Bericht zufolge verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten einzubeziehen, sobald eine geplante Verarbeitung personenbezogener Daten mit erheblichen Risiken für Betroffene verbunden sein kann. In der Praxis erfolgt eine solche Prüfung normalerweise bereits vor der Beschaffung.
Auch interessant: Auf diesen Smartphones funktioniert WhatsApp bald nicht mehr
Verspätete Prüfung
Die Stadt ließ die vorgeschriebene Prüfung erst nach dem Kauf durchführen und erkannte die falschen Lizenzen zu spät. Jetzt zahlt sie doppelt. Eine neue Beschaffung von Microsoft-365-Education-Lizenzen ist bereits geplant. Damit diesmal alles korrekt abläuft, ließ die Stadt eine Datenschutzfolgeabschätzung beauftragen. Erst nach deren Ergebnis soll die Software erneut beschafft werden, diesmal mit korrekten Datenschutzbedingungen.
Der Fall sorgt zusätzlich für Diskussionen, da der Datenschutz von Microsoft-Software im Schulbereich seit Jahren kritisch gesehen wird. Nach Informationen von „Golem.de“ wird die Verantwortung häufig an Schulen übertragen, die den administrativen Aufwand kaum bewältigen können.