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Hohe Nachfrage

Apple wirft die Produktion wieder an – wird das MacBook Neo jetzt teurer?

Mit dem MacBook Neo hat Apple den Markt für günstige Laptops aufgemischt
Mit dem MacBook Neo hat Apple den Markt für günstige Laptops aufgemischt Foto: AFP via Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

8. Mai 2026, 16:31 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Apples Günstig-Laptop MacBook Neo hat einen Nerv getroffen. Die Nachfrage ist so hoch, dass die Lieferzeit mittlerweile mehrere Wochen beträgt und die Fertiger mit der Produktion kaum hinterherkommen. Zudem gehen Apple die Chips aus, die noch vom iPhone 16 Pro übrig waren. Doch der Neustart der Halbleiterfertigung dürfte für Apple deutlich teurer werden als beim ursprünglichen Produktionslauf. Ob der Konzern den Preis des MacBook Neo halten kann, ist daher fraglich.

Produktionsziele verdoppelt

In einer Investorenkonferenz zu den aktuellen Quartalszahlen hat Noch-CEO Tim Cook offen gestanden, dass Apple derzeit „durch Angebotsknappheit beim MacBook Neo beschränkt“ sei. Man habe den „Enthusiasmus“ für das Gerät unterschätzt. Bislang war jedoch nicht klar, wie der Konzern die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage navigieren würde. Durch eine Limitierung der Stückzahl bliebe Apples Gewinnmarge stabil. Um mehr Nutzergruppen zu erreichen, ist jedoch eine Ausweitung notwendig. Zumindest wenn das Neo Googles Marktanteil mit Chromebooks gefährlich werden soll.

Nun scheint sich die Unternehmensführung auf die Wiederaufnahme der Produktion von Kernkomponenten festgelegt zu haben. Die Information stammt aus einem Bericht von „Culpium“, der sich auf Quellen aus Apples Lieferkette bezieht. Demnach soll Apple das Produktionsziel von fünf bis sechs auf zehn Millionen Einheiten nach oben geschraubt haben. Die Fertigungspartner in Taiwan arbeiten unter Hochdruck, die Lieferzeit beträgt derzeit zwischen drei und vier Wochen.

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Apple gehen die Chips aus

Für die Produktion benötigt Apple zusätzliche A18-Pro-Chips, die ursprünglich für das iPhone 16 Pro entwickelt wurden. Es gibt jedoch einen maßgeblichen Unterschied: Die Chips für das iPhone 16 Pro kamen mit den vollen sechs GPU-Kernen, während der A18 Pro im MacBook Neo nur fünf GPU-Kerne hat.

Bei der Produktion treten immer wieder Defekte auf, wodurch ein Chip nicht das vorgegebene Design erfüllt und somit nicht als vollwertiges Produkt verkauft werden kann. Im Falle des A18 Pro wurden alle Chips aussortiert, bei denen nicht die vollen sechs GPU-Kerne nutzbar waren. Fertiger TSMC überließ diese sogenannten „down-binned“-Chips kostengünstig Apple – einer der Hauptfaktoren für den niedrigen Preis des MacBook Neo.

Auch interessant: Apple plant höherpreisiges MacBook „Ultra“

Der Neustart der A18-Pro-Produktion kommt Apple hingegen teuer zu stehen. Denn nun kann der Konzern nicht nur die „aussortierten“ Chips nehmen, sondern muss für vollwertige Einheiten zahlen. Aus der Produktion dürften sowohl Varianten mit sechs als auch mit fünf GPU-Kernen kommen. „Culpium“ vermutet, dass Apple den sechsten GPU-Kern per Software deaktiviert, um die MacBook-Neo-Spezifikation zu treffen.

Zudem haben seit dem ursprünglichen Produktionslauf die Preise für Arbeitsspeicher enorm angezogen. Insgesamt steigt damit der Materialaufwand pro Gerät deutlich an, was sich negativ auf Apples Gewinnmarge auswirken dürfte.

Aus für das günstigste MacBook Neo?

Um auf die gestiegenen Kosten zu reagieren, prüft Apple offenbar Anpassungen im Produktportfolio. Eine Möglichkeit besteht darin, die günstigere Variante mit 256 Gigabyte Speicher zu streichen und nur noch das Modell mit 512 Gigabyte und Touch ID anzubieten.

Mit der Einstellung des Mac-mini-Basismodells ist das MacBook Neo für 699 Euro (599 Euro mit Bildungsrabatt) derzeit der günstigste Apple-Computer auf dem Markt. Selbst wenn die 256-GB-Version wegfällt, ändert sich das erst einmal nicht, denn die Variante mit 512 GB kostet mit 799 Euro (699 Euro mit Bildungsrabatt) nur unwesentlich mehr. Der günstigste Mac mini (ebenfalls mit 512 GB) kostet derzeit 949 Euro.

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