2, 4 oder 8 GB?

Wie viel Arbeitsspeicher braucht mein Smartphone wirklich?

Arbeitsspeicher
Wie viel Arbeitsspeicher braucht ein Smartphone wirklich? Der große Ratgeber von TECHBOOK klärt auf.
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Smartphone-Hersteller prahlen gerne mit technischen Zahlen, wenn es um den Verkauf geht – eine davon ist der Arbeitsspeicher oder auch RAM genannt. Inzwischen haben manche Modelle bereits 8 Gigabyte RAM – aber brauche ich die wirklich? TECHBOOK erklärt, wie viel Arbeitsspeicher beim Handy tatsächlich Sinn macht.

In den letzten Jahren ist die Größe des Arbeitsspeichers (oder auch „Random Access Memory“, kurz: RAM) in Smartphones rasant gestiegen. Dieser ist quasi das „Gedächtnis“ des Handys: Alle aktuell vom Smartphone benötigten Dateien werden dort kurzzeitig gespeichert, damit der Prozessor jederzeit schnellen Zugriff darauf hat. Von der RAM-Größe hängt etwa ab, wie schnell und wie viele Programme gleichzeitig geladen werden können.

Spätestens die Einführung des OnePlus 2 mit 4 Gigabyte (GB) RAM im Jahr 2015 hat bei den Smartphone-Herstellern zu einem Trend geführt, die Konkurrenz mit immer höheren Zahlen übertrumpfen zu wollen. 2016 wurde mit dem OnePlus 3 die 6 GB-Marke erreicht und gleich im Jahr darauf mit dem OnePlus 5 und 8 GB RAM wieder überschritten. Doch wenn es noch vor ein paar Jahren High-End Smartphones mit weniger als 1 GB RAM gab, wie viel braucht dann ein heutiges Durchschnittsgerät?

2, 4 oder doch 8 GB?

Vorneweg: Wer ein Smartphone mit mindestens 2 GB RAM hat oder zu kaufen plant, ist damit gut bedient. Apple ist traditionell eher zurückhaltend damit, die Speichergröße der iPhones zu erhöhen, und das aus gutem Grund: Das iOS-Betriebssystem kommt mit wesentlich weniger RAM aus als Android. Smartphone-Hersteller, die auf Android setzen, müssen ihre Geräte daher mit mehr Speicher ausstatten, um etwa mehrere Funktionen gleichzeitig ausführen zu können. Das Android-Betriebssystem allein kann schon bis zu 1,1 GB RAM für sich beanspruchen und das lässt natürlich wenig Spielraum für Apps, ihre Inhalte in den heißbegehrten Zwischenspeicher zu laden. Android-Geräte mit wenig RAM haben daher oft mit Ladepausen zu kämpfen, da Apps jedes Mal, wenn sie geöffnet werden, wieder neu laden müssen.

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Durch neue Funktionen wie Bild-in-Bild, die in den letzten Jahren auf immer mehr Smartphones zu finden sind, ist der RAM-Bedarf erheblich gestiegen. Diese Funktionen sind in den meisten Fällen den High-End Geräten vorbehalten, da 2 GB dafür nicht mehr ausreichen. Selbst Apple stattet deshalb neuere iPhones mittlerweile mit 3 GB aus. Für Android-Smartphones sind hingegen 4 GB RAM 2017 zum goldenen Standard geworden. Geräte wie z.B. das Samsung Galaxy Note 8 oder das OnePlus 5, die 6 oder sogar 8 GB RAM haben, sind bisher in der Minderheit. Er kann daher höchstens als Absicherung für die Zukunft verstanden werden – und natürlich für eine kleine Angebereien der Hersteller.

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Mehr Speicher ist nicht unbedingt besser

Überraschender Fakt: Ungenutzter Arbeitsspeicher ist ein Stromfresser! Die Erklärung dahinter ist, dass es dem Speicher völlig egal ist, wie er genutzt wird. Ob er bis oben hin voll mit Daten ist oder komplett leer, der RAM verbraucht immer Strom. Das bedeutet nicht nur, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, ein Smartphone mit riesigem Arbeitsspeicher zu kaufen, der sowieso nie komplett gefüllt werden kann. Es bedeutet auch, dass man vermeiden sollte, den Speicher freizugeben. Anders als in den Tagen als Computer noch mit lächerlich kleinem Arbeitsspeicher auskommen mussten, ist die Entleerung des Speichers in Smartphones nicht mehr notwendig. Im Gegenteil: Durch das Entfernen von inaktiven Apps aus dem Speicher müssen diese bei erneuter Benutzung wieder neu geladen werden. Da das viel Strom verbraucht, ist es besser die Apps einfach im Speicher zu lassen, weil dieser sowieso Strom verbraucht.