Ab September verfügbar

Samsung wagt mit dem Galaxy Fold den zweiten Anlauf

Smartphone Galaxy Fold
Samsung will das Galaxy Fold nach einem Fehlstart im April nun im September in den Handel bringen. Welche Märkte den Anfang machen, ist noch nicht bekannt.
Foto: Simon Nagel

Das Falt-Smartphone Galaxy Fold sollte eigentlich schon im Mai auf den Markt kommen. Im Test zeigten sich jedoch erhebliche Mängel – weshalb der Verkaufsstart verschoben wurde.

Das lange Warten hat ein Ende: Noch diesen Monat soll das Samsung Galaxy Fold auf dem Markt kommen. Im Herkunftsland Südkorea ist es bereits morgen so weit, in Deutschland muss man sich noch bis zu 18. September gedulden.

Zu viele Probleme vor dem ursprünglichen Start

Ursprünglich sollte das Falt-Smartphone schon im April starten, doch erhebliche Fertigungsmängel im Test-Durchlauf verhinderten einen pünktlichen Start. Stattdessen kündigte Samsung an, die Schwachpunkte ausbessern zu wollen und verschob die Launch-Termin auf unbestimmte Zeit. Als Schwachpunkte galten vor allem das Scharnier, die Bildschirmfolie und zu große Spielräume an empfindlichen Stellen. Wir berichteten: Der Klappbildschirm des neuen Galaxy Fold macht schon nach einem Tag Probleme.

Hier hat Samsung nun nachgeliefert. Die Schutzschicht auf dem Bildschirm, die bei den ersten Testmodellen wie eine normale Displayschutzfolie wirkte, wurde ausgebessert. Diese Folie ist essentiell für den Bildschirm, da dieser nicht wie bei einem normalen Smartphone von einer Schicht aus Glas geschützt ist. Im fertigen Galaxy Fold wurde die Schicht unter den Plastikrahmen gelegt, sodass es von außen keine sichtbare Kante gibt.

Beim Scharnier hatten erste Tester des Fold sehr große Öffnungen festgestellt, die den Eintritt von Staub in das Gehäuseinnere erleichtern. Die Lücken zwischen den zwei Flügeln und dem Scharnier wurden nun deutlich verringert. Auch die große Lücke, die beim Schließen des Geräts zwischen der Display-Biegung und dem Scharnier entsteht, wurde mit kleinen Schutzklappen versehen, um Fremdkörper fernzuhalten. Einige Tester hatten das Problem, dass im gefalteten Zustand Staub unter den Bildschirm gelangen konnte, der beim Öffnen von unten gegen das empfindliche Oled-Panel drücken und somit Defekte verursachen konnte.

Das Fold protzt mit Technik

Das Falt-Phone kommt mit einem Snapdragon 855, dem diesjährigen Flaggschiff-SoC (System on a Chip) von Qualcomm. Der Chip wird mit der 7-Nanometer-Technologie gefertigt und enthält neben einem Achtkern-Prozessor auch die Adreno 640 Grafikeinheit. Als Arbeitsspeicher stehen 12 Gigabyte (GB) LPDDR4x zur Verfügung. Der interne Speicher hat eine Kapazität von 512 GB, wovon ab Werk 460,3 GB verfügbar sind. Ein Speicherkartenslot ist nicht vorhanden. Der Doppelakku, dessen zwei Komponenten auf die beiden Flügel verteilt sind, hat eine Größe von insgesamt 4235 Milliamperestunden (mAh). Auf der Vorderseite sitzt ein 4,6 Zoll großer Super-Amoled-Bildschirm mit einer Auflösung von 1680 mal 720 Pixeln, der jedoch ungewöhnlich breite Ränder oben und unten hat.

Herzstück des Smartphones ist jedoch der auf der Innenseite versteckte „Infinity Flex“-Bildschirm, der aufgefalteten Zustand eine Diagonale von 7,3 Zoll erreicht. Der auch als „Dynamic Amoled“ bezeichnete Bildschirm hat eine Auflösung von 2152 mal 1536 Pixeln und eignet sich dank seiner Größe auch für Multitasking mit bis zu drei Apps, die gleichzeitig geöffnet sein können. Durch „Screen Continuity“-Funktion können Nutzer nach dem Wechseln von einem Bildschirm zum anderen genau da weiter machen kann, wo er aufgehört hat. So kann man etwa auf dem Außendisplay durch Instagram scrollen und beim Öffnen auf dem Riesen-Bildschirm genau dort weitermachen, wo man aufgehört hat.

Insgesamt sind sechs Kameras über das ganze Smartphone verteilt. Auf der Rückseite sitzt eine Dreifachkamera mit einem 12-Megapixel-Sensor, einer 12-Megapixel-Telefoto-Linse mit zweifacher Vergrößerung und einem 16-Megapixel-Ultraweitwinkelobjektiv. Die Haupt- und die Telefoto-Kamera haben zudem optische Bildstabilisierung (OIS). Auf der Innenseite sitzt eine Zweifachkamera, die als Notch einen Teil des oberen rechten Rands des Infinity-Flex-Bildschirms abschneidet. In der Notch sitzt ein 10-Megapixel-Sensor, der von einem 8-Megapixel-Tiefensensor unterstützt wird, um Tiefeneffekte bei Portrait-Fotos zu verbessern. An der Gehäusevorderseite über dem 4,6-Zoll-Außenbildschirm sitzt eine weitere 10-Megapixel-Kamera.

Die 5G-Variante des Galaxy Fold wird ab 18. September in den Farben „Cosmos Black“ und „Space Silver“ für 2100 Euro verfügbar sein. Der Verkauf erfolgt über Samsungs Online-Shop und Vertriebspartner. Mitgeliefert werden die kabellosen Earbuds Galaxy Buds und das Aramid Fiber Cover zum Schutz des Smartphones. Ob das ursprünglich eingeplante 4G-Modell zu einem günstigeren Preis nach Deutschland kommen wird, ist bislang unklar.

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Die Konkurrenz lauert

Das Galaxy Fold ist zum Start nicht das erste faltbare Smartphone auf dem Markt. Diesen Titel hat sich Hersteller Royole mit dem FlexPai bereits Anfang des Jahres gesichert. Das Fold ist jedoch das erste Falt-Phone eines namhaften Herstellers. Eine kurze Zeit lang sah es so aus, als ob auch Huawei mit dem Mate X etwa zeitgleich starten könnte – beide Geräte waren Ende Februar auf dem MWC zu sehen. Doch nach dem missglückten Launch des Galaxy Fold verschob auch Huawei das Mate X auf September. Auch andere Hersteller wie Xiaomi und Lenovo arbeiten an faltbaren Smartphones, allerdings sind keine Starttermine bekannt.