Fast so groß wie Apple!

Was Sie über den Smartphone-Hersteller Oppo wissen sollten

Oppo Reno 10x
Oppo ist eine treibende Kraft bei der Smartphone-Innovation – wie mit dem Reno 10x mit Periskop-Zoom
Foto: Getty Images

Der Name Oppo wird den meisten Menschen hierzulande kein Begriff sein. Doch seit Ende 2019 verkauft das Unternehmen sein neuestes Smartphones auch offiziell in Europa – Deutschland inklusive.

Oppo ist ein Smartphone-Riese

Der eigentliche Name des Herstellers lautet: Guangdong OPPO Mobile Telecommunications Corp., Ltd. Oppo ist in 40 Ländern vertreten, unterhält insgesamt zehn Forschungszentren und hat über 40.000 Mitarbeiter. Es ist eine Tochter des Unternehmens BBK Electronics, zu der auch andere bekannte Smartphone-Namen wie etwa Oneplus und Vivo gehören. Im ersten Quartal 2017 hat BKK Electronics mit 56,7 Millionen verkauften Geräten Apple und Huawei überholt und ist zum zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt aufgestiegen, direkt hinter Samsung. Oppo sitzt zusammen mit dem Mutterkonzern im Chang’an-Distrikt, Provinz Dongguan, China.

Der ebenfalls chinesische Smartphone-Hersteller Realme gehörte vormals zu Oppo, wurde aber 2018 von dem Unternehmen abgespalten. Realme gehört trotzdem weiter wie Oppo zu BKK Electronics. Zu Oppo gehört auch ein Cloud-Service namens Oppo Cloud und Smarte Geräte, auf denen das unternehmenseigene Betriebssystem ColorOS läuft. ColorOS kommt aktuell auch als Benutzeroberfläche für die Android-Smartphones zum Einsatz. Neben dem Telekommunikationsunternehmen gibt es auch Oppo Digital, das DVD- und Blu-ray-Spieler für das High-End-Segment herstellt.

Alles fing mit MP3-Playern an

Die Markenbezeichnung Oppo wurde 2001 angemeldet, aber erst drei Jahre später – 2004 ist das Unternehmen dann gestartet. Zu den ersten Geräten des Herstellers gehörten MP3-Player wie der Oppo X1, erst im Jahr 2008 ist Oppo auf dem Smartphone-Markt mit dem „Smile Phone“ gestartet. Markantestes Merkmal des Smile Phones: Der Smiley auf der Rückseite, von dem eine Auge als Kamera und das andere als Blitz fungierte. Ansonsten ist das Handy eher rustikal, mit einer klassischen 9er-Tastatur, aber immerhin schon mit einem Touchscreen.

Das erste richtige Smartphone ist das U701 Ulike, das 2012 vorgestellt wurde. Das Gerät hat einen Mediatek MT6575 Dual-Core-Prozessor mit 1 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz, einen 4 Zoll großen Bildschirm und eine 5-Megapixel-Kamera. Erst 2017 ist Oppo dann in das Smartphone-Business eingestiegen. Mit Geräten wie dem Reno R11S, das viel Technik zu einem günstigen Preis bot, machte das Unternehmen auch außerhalb Chinas auf sich aufmerksam. Oppo gesellte sich damit zu anderen chinesischen Unternehmen wie Huawei und Xiaomi, die mittlerweile auch international bekannt sind.

Im Juni 2016 stieg Oppo zum größten Smartphone-Hersteller in China auf, mit über 200.000 Verkaufsstellen im ganzen Land, wie Technoxmart.com berichtet. 2019 belegte das Unternehmen weltweit Platz 5, mit fast 30 Millionen verkauften Einheiten.

Oppo hat neben Smartphones aber auch weiterhin ein paar High-End-Kopfhörer und -Verstärker im Angebot. 2014 wurden die Kopfhörer PM-1 und PM-2 sowie der HA-1 Desktop-Amplifier veröffentlicht. 2015 folgte der mobile Verstärker HA-2, 2016 die leicht verbesserte Version HA-2SE.

Smartphones aus dem Modul-Baukasten

Dadurch, dass Oppo, Vivo, OnePlus und Realme alle zu BKK gehören, kommt es häufiger vor dass die Geräte der einzelnen Töchter oft ein ähnliches Design vorzeigen. Auch die technische Gemeinsamkeiten wie etwa ausfahrbare Kameras und In-Display-Fingerabdrucksensoren werden aus Kostengründen in mehreren Geräten verwendet. Die Design-Ähnlichkeiten vor allem mit einigen Oneplus-Smartphones sind nicht von der Hand zu weisen, wie sich an den folgenden Bildern gut erkennen lässt.

Oppo R11 und Oneplus 5T Seite an Seite

Dass die Smartphone von Oppo und Onepluss aus dem gleichen Baukasten stammen, ist nicht nur bei älteren Modellen erkennbar…
Foto: Oppo | Oneplus

Oppo R17Pro und Oneplus 6T Seite an Seite

…sondern auch bei neueren Geräten.
Foto: Oppo | Oneplus

Oppo zeichnet sich durch Innovation aus

Während vor ein paar Jahren noch die USA und Südkorea federführend in der Smartphone-Entwicklung waren, haben sich chinesische Hersteller mittlerweile als echte Innovations-Treiber herauskristallisiert. Während Apple und Samsung im Prinzip nur noch Modellpflege betreiben, stechen Huawei, Xiaomi, Oppo und Vivo mit immer abgedrehteren neuen Technologien hervor. Durch den verstärkten Fokus auf neue Funktionen wurden innerhalb kürzester Zeit Dinge wie ein Fingerabdrucksensor im Bildschirm, ausfahrbare Kameras und Rand-zu-Rand-Bildschirme salonfähig.

Vor allem Oppo experimentiert viel mit mechanisch ausfahrbaren Kameras, um die Bildschirmgröße des Smartphone zu maximieren. Neben klassischen Design wie der einzelnen Selfie-Cam, die aus dem Gehäuse fährt, gibt es bei Oppo auch serienreife Smartphones mit ganzen Gehäuseteilen, die beweglich sind. Das neueste Design ist die Haifischflosse, bei der die Selfie-Cam samt Sensoren in einem Dreieck aus der Gehäuseoberseite fährt. Diese ist etwa im neuen Reno2 zu sehen, das auch in Deutschland zum Verkauf steht. Auch in Zoom-Kameras wird investiert, wie etwa mit dem Reno 10x Zoom, das eine Periskop-Linse mit fünffach optischer Vergrößerung liefert.

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Wie sieht es mit Datenschutz, Updates und Service aus?

Da die neuesten Smartphones auch in Deutschland vertrieben werden, darunter auch auf Amazon.de, wollte TECHBOOK genau wissen, wie Oppo Garantie und Service-Leistungen abwickelt. Auf unsere Anfrage konnte Oppo leider nicht genau antworten, wie es mit defekten Geräten umgeht und verwies uns stattdessen auf die Supportseiten. Daraus geht zumindest hervor, dass es keine Vertragspartner vor Ort gibt, die eine Reparatur für das Unternehmen durchführen könnten. Das bedeutet, dass die Geräte entweder direkt nach China oder in ein Land, in dem Oppo offiziell vertreten ist, geschickt werden müssen. In Europa sind das beispielsweise Spanien, Italien, Niederlande, Frankreich und UK.

TECHBOOK wollte zudem wissen, wie Oppo mit dem Thema Datenschutz umgeht. Hier kam nur die sehr unklare Antwort zurück, dass das Unternehmen keine Nutzerdaten sammle. Demnach würden „Name, Telefonnummer, Standort, IMEI-Nummer nur, wenn [Kunden] Kontakt mit dem Kunden-Service aufnehmen“ gesammelt und dann auch nur zur Dokumentation des Falls.

In puncto Updates gab sich das Unternehmen ähnlich bedeckt. Es bestätigte nur, dass „Update direkt auf das Telefon des Kunden“ Over-the-Air (OTA) ausgeliefert würden. Es gebe keinen Zeitplan für Updates, Besitzer müssten einfach regelmäßig Ausschau nach neuen Updates halten.