Mit Loch im Display

Das taugt das Honor View 20 mit Kamera im Display

Honor View 20
Kein Rahmen, keine Displayeinbuchtung: Beim Honor View 20 steckt die Frontkamera mitten in der oberen Displayecke.
Foto: Foto: Fabian Sommer/dpa-tmn

Es ist mal wieder Zeit für ein frisches Smartphone-Design. Statt die Kamera im Rahmen oder in einer Display-Einbuchtung zu verstecken, stanzt Huawei-Tochter Honor beim neuen View 20 einfach ein Loch ins Display. Was das Gerät sonst noch leistet, zeigt unser Test.

Irgendwo muss sie ja hin. Die Frontkamera eines Smartphones steckt im Rahmen, mal oben, seltener unten, neuerdings auch in einer manchmal Notch genannten größeren oder kleineren Einbuchung im Display. Doch im Rennen um das immer rahmenlosere Display ist sie meist einfach nur im Weg.

Loch statt Notch

Die Huawei-Tochter Honor geht beim neuen Spitzenmodell einen Schritt weiter. Wenn man die Kamera schon irgendwo hinsetzen muss, warum dann nicht einfach ins Display hinein? Gesagt, getan: Im Honor View 20 steckt die Frontkamera in der oberen linken Ecke, rundum elegant von leuchtenden Bildpunkten eingefasst. Das 6,4 Zoll große Display nimmt damit nahezu die gesamte Front des Smartphones ein, auf der Rückseite gibt es schöne Farbeffekte im Glas.

Honor View 20

Durch die Kameraplatzierung in der oberen linken Displayecke lässt sich maximal viel Raum an der Vorderseite des Honor View 20 mit Displaypixeln belegen.
Foto: Fabian Sommer/dpa-tmn

Die Kameraplatzierung ist ein Designkniff, der sich im Alltag wenig bemerkbar macht. Zugegeben: Es sieht sehr elegant aus, und da man ohnehin eigentlich nur dort richtig scharf sieht, wo man gerade auf dem Display liest, fällt die Lochkamera weniger auf als etwa eine Kamera im Notch. Bei dunklen Hintergründen verschwindet das Guckloch nahezu – und welche wirklich wichtigen Inhalte befinden sich schon am oberen Displayrand?

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✔️Ultra dünn
✔️Optimale Schutzfunktion
✔️Kameraschutz

Die Konkurrenz und selbst Honors eigene Modellpalette ist hier aber auf Augenhöhe, auch ohne Kameraloch im Display. Beispiel Honor 10 Lite: Hier ragt die Kamera als kleiner Halbkreis oben ins Display hinein, Dewdrop (Tautropfen) nennt Honor dies. Beispiel OnePlus 6T: Hier ragt ein kleines Halb-Oval von oben ins Bild. Groß oder störend sind auch diese beiden Varianten nicht. Am Ende muss man nehmen, was optisch am besten gefällt.

Kameraplatzierung im Vergleich

Honor packt die Kamera beim View 20 (unten) ins Display, beim Honor 10 Lite (mitte) in einen Dewdrop (Tautrofen) genannten Halbkreis, OnePlus entscheidet sich für eine Mini-Einbuchtung.
Foto: Fabian Sommer/dpa-tmn

Starker Prozessor und viel Speicher

Ansonsten macht das Honor View 20 alles, was man von einem Gerät dieser Leistungsklasse erwartet. Es hat Huaweis aktuellen Prozessor Kirin 980 an Bord, dazu mindestens 128 Gigabyte (GB) interner Speicher, und 6 GB Arbeitsspeicher. Der Kirin 980 ist auch in Huaweis aktuellen Flaggschiffen Mate 20 und Mate 20 Pro zu finden, die beide einen deutlich höheren Startpreis als das Honor View 20 hatten. Die Hardware wird von einem 4000 Milliamperestunden (mAh) großen Akku mit Strom versorgt.

Honor View 20

Zwei Kameralinsen für im Alltag ziemlich gute Fotos. Das Kameragespann des Honor View 20 nimmt Fotos mit bis zu 48 Megapixeln Auflösung auf.
Foto: Fabian Sommer/dpa-tmn

Die Kamera mit zwei Linsen und 48 Megapixeln liefert gute Bilder und Videos. Die künstliche Intelligenz des Kirin sorgt etwa für viele Bildverbesserungen, erkennt Objekte und Lichtsituationen und stellt die Kamera darauf ein. 48 Megapixel schießt die Kamera aber nur im Aufnahmemodus namens AI Ultra Clarity. Hier werden innerhalb von fünf Sekunden mehrere Aufnahmen gemacht und per Software zu einem sehr scharfen Bild kombiniert. Die normale Fotoauflösung liegt bei 12 Megapixeln.

Interessant ist auch der Nachtmodus. Hier werden mehrere Aufnahmen und Belichtungszeiten per Software zu einem hell belichteten Foto zusammengerechnet. Das klappt in der Praxis bei Nacht ziemlich gut. Im Vergleich zu Googles aktuellem Pixel 3 mit ähnlicher Funktion wirken die Bilder aber weniger scharf, die Farben unechter und die Fotos allgemein etwas hell.

Aufnahme vom Berliner Pergamonmuseum

Nicht schlecht für ein Foto bei Nacht. Das Berliner Pergamonmuseum, aufgenommen mit dem Nachtmodus des Honor View 20.
Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Als Software hat das View 20 ab Werk Android 9 Pie installiert, darüber liegt die neue Huawei-Oberfläche Magic UI. Sie bringt unter anderem ein neues Farbschema, veränderte Icons und eine neue Schrift.

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Viel unnütze Bloatware

Bis Nutzer in ihren Genuss kommen, müssen sie bei der Einrichtung aber ein paar Hürden überwinden. Nach Einrichtung der Google-Software will Honor Nutzern noch ein Huawei-Konto unterjubeln, drängt zur Nutzung der eigenen Cloud-Dienste und will dann noch, dass man am Programm zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit teilnimmt. Und als wäre das nicht genug, bekommt man noch diverse „Empfohlene Apps“ vorgelegt, die man doch bitte installieren soll. Ganz schön nervig.

Auch nervig sind vorinstallierte Bloatware-Anwendungen von Amazon bis Facebook und der Ordner Top-Apps, der „App-Empfehlungen“ geben will. Hier werden Nutzerdaten gesammelt – zum Beispiel die Telefon-ID oder welche Apps man öffnet – und Apps installiert. Das Partymodus-Feature soll Telefone zur parallelen Musikwiedergabe verbinden, will dafür aber weitreichenden Zugriff auf das Gerät.

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HONOR View20


✔️16,3 cm (6,4 Zoll) All-View Display
✔️2,7 mm schmales Glasgehäuse
✔️Android 9.0 und EMUI 9.0

Fazit

Das Honor View 20 sieht elegant aus, hat ein tolles Display, und ziemlich gute Kameras. Leistungsmäßig kann es mit anderen aktuellen Spitzenmodellen gut mithalten, unterbietet viele davon aber im Preis. Das 128-Gigabyte-Modell kostet rund 570 Euro, für 256 GB werden etwa 650 Euro fällig. In derselben Preis-Leistungs-Klasse befindet sich etwa das OnePlus 6T, auch Huaweis P20 Pro lässt sich mit etwas Glück zu diesem Preis im Handel finden. Die hübsche Kamera im Display hat man dann aber nicht.

Honor View 20

Honors Smartphone View 20 sieht aus wie viele aktuelle Spitzenmodelle diverser Android-Hersteller. Mit einem Unterschied: Hier sitzt die Frontkamera mitten im Display.
Foto: Fabian Sommer/dpa-tmn

 

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