Neue Version

Die 7 besten neuen Funktionen von Android 9 Pie

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL vor verschwommenen Hintergrund
Das Pixel 2 und das Pixel 2 XL sind die ersten Geräte, die das Android P Update bekommen
Foto: Getty Images

Ein Jahr nach Einführung von Android Oreo hat Google die nächste Süßigkeit parat: Android 9 Pie. Das neunte große Update des Betriebssystem bringt zahlreiche Neuerungen mit sich – TECHBOOK stellt die 7 spannendsten vor.

Am 6. August 2018 hat Google nach Abschluss der Beta-Phase die neue Version seines beliebten Betriebssystems Android 9 „Pie“ offiziell vorgestellt. Die neue Android-Version wird ab sofort für Googles eigene Pixel-Smartphones ausgerollt Noch fehlen ein paar Funktionen, die erst mit einem späteren Update im Herbst folgen sollen, wahrscheinlich am 4. Oktober zusammen mit den Pixel-Smartphones der 3. Generation.

Inhaltsverzeichnis

1. App-Dashboard

Googles Plan gegen Smartphone-Abhängigkeit heißt Dashboard und bietet eine Übersicht über das tägliche Nutzerverhalten mit dem eigenen Smartphone. Dashboard soll dem Nutzer dabei helfen, die Zeit zu reduzieren, die gedankenlos mit Scrollen auf dem Smartphone verschwendet wird. Das Tool zeigt an, wie lange man am Tag das Smartphone benutzt hat und auf welche Apps die meiste Zeit aufgewendet wurde. Es wird täglich nachverfolgt, wie oft das Gerät entsperrt wurde und wie viele Benachrichtigungen eingegangen sind. Der Nutzer kann dann Zeitlimits für die App-Nutzung einstellen, sowie die Zeiten festlegen, in welchen der Smartphone-Bildschirm in den Graustufenmodus wechselt, um die Augenbelastung zu reduzieren, oder wann der Nicht-Stören-Modus aktiviert wird. Dashboard befindet sich momentan in der Beta-Phase und wird zum offiziellen Start im Herbst erstmal nur für Googles eigene Pixel-Smartphones verfügbar sein.


Foto: Google

2. Gestensteuerung

Nachdem Apple mit dem iPhone X eine neuartige Gestensteuerung vorgestellt hat, die ohne jegliche Buttons auf der Gerätevorderseite auskommt, war auch für Google die Zeit reif, eine neue Bedienungsmethode vorzustellen. Bei der neuen Steuerung werden Aktionen mit Wischgesten auf dem Bildschirm ausgeführt, anstatt wie bis jetzt durch das Drücken von Buttons. Das Design von Googles Gestensteuerung liegt mit der zentralen „Pille“ am unteren Bildschirmrand optisch nah an Apples Vorstellung einer Button-freien Bedienung. Die Pille ersetzt die Leiste mit den drei zentralen Software-Buttons, die über Jahre hinweg das Android-Betriebssystem geprägt haben. Dort, wo sonst die Leiste war, sitzt jetzt standardmäßig nur noch die Pille, die nun mehrere Funktionen wie das Zurückkehren zum Home-Bildschirm, das Aufrufen des Google Assistant und das Anzeigen der zuletzt geöffneten Apps übernimmt. Vorteil der Steuerung mit Gesten ist, dass die Navigationsleiste wegfällt, die sonst bei Android-Geräten einen nicht unerheblichen Teil des Bildschirms eingenommen hat. Für viele bedeutet die neue Steuerung, die mit mehr Wischen über den Bildschirm verbunden ist, eine Umgewöhnung. Glücklicherweise kann die neue Gestensteuerung in Android 9 deaktiviert werden, um zur gewohnten Navigationsleiste zurückzukehren.


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3. Frischer Look und Dark Mode

Wie jedes Jahr hat Android wieder einen aufgefrischten Look erhalten, der sich aber weiterhin an dem bisherigen Material-Design orientiert. Über das gesamte Betriebssystem hinweg wurden Ecken und Kanten abgerundet, um mit dem Trend der abgerundeten Bildschirmränder einherzugehen. Während frühere Android-Versionen vor allem in den Einstellungen recht eintönig waren, kommt Android 9 mit bunten Icons deutlich farbenfroher daher. Das neue Betriebssystem führt zudem erstmals einen offiziellen „Dark Mode“ ein, mit dem die sonst komplett weiße Oberfläche schwarz gefärbt wird. Hiermit geht Google auf die Wünsche vieler Nutzer ein, die diesen Modus seit Jahren fordern.

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4. App-Slices

Die Slices sind Teil des „App Actions“-Pakets, das allerdings erst im Herbst eingeführt wird. In der Google-Suche bieten sie einen kurzen Einblick in die Inhalte von Apps, ohne diese zu Öffnen. Bislang werden bei der Suche nach einer App nur deren Icon und Suchergebnisse aus dem Smartphone oder Internet angezeigt. Mit den Slices erhält man hingegen interaktive App-Inhalte direkt in der Suche. Sucht man zum Beispiel nach „Rom“, erscheinen nicht Reisemöglichkeiten sondern auch direkt Bilder aus der Google Foto App von der eigenen Rom-Reise vor ein paar Jahren. Ein anderes Beispiel: Gibt man das Suchwort „Daten“ ein, kommt automatisch ein Shortcut zu den Mobile-Daten-Einstellungen des Smartphones.


Foto: Google

5. Lockdown

Fingerabdrucksensoren, Sprache- und Gesichtserkennung sind zwar praktische Methoden, um das Smartphone schnell und einfach zu entsperren, allerdings können sie oft schon sehr leicht überlistet werden. Gegen ein komplexes Passwort oder eine PIN kommen sie einfach nicht an. Google hat deswegen jetzt eine Abriegelungsfunktion in Android 9 eingebaut, mit der das Entsperren mittels Fingerabdruck, Sprache und Gesicht per Knopfdruck deaktiviert werden können. Die Funktion wird unter den Sicherheitseinstellungen aktiviert und kann dann mit einem dreisekündigen Drücken auf den Power-Button aufgerufen werden. Mit der Abriegelung werden die eingespeicherten Entsperrungsmethoden nicht gelöscht, sondern bis zur Wiederaufhebung vorläufig abgeschaltet.

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6. Bessere Akkulaufzeit

Seit der Einführung des „Doze“-Modus mit Android 6 hat Google kontinuierlich an neuen Technologien zur Optimierung der Akkulaufzeit gearbeitet. Die neueste Errungenschaft heißt „Adaptive Battery“ und stellt sicher, dass nur Apps, die tatsächlich genutzt werden, auch am kostbaren Strom-Nektar nippen dürfen. Adaptive Battery nutzt maschinelles Lernen, um das Nutzungsmuster zu verstehen und priorisiert häufig verwendete Apps, während wenig oder gar nicht benutzt Apps keinen Zugriff auf die Batterie erhalten. Die Technologie wurden in Zusammenarbeit mit DeepMind London entwickelt und lernt das Nutzerverhalten ausschließlich auf dem Gerät selbst. Aus Datenschutzgründen hat die KI keine Verbindung zur Cloud.


Foto: Google

7. Sicherheit

Aufgrund wachsender Bedenken, dass Apps Nutzer im Hintergrund abhören könnten, hat Google die App-Berechtigungen eingehend überarbeitet. Wie Sie vielleicht wissen, fragen Apps bei der Installation nach verschiedenen Berechtigungen, die zu deren Nutzung erforderlich sind. Dazu zählen zum Beispiel Zugriff auf Mikrofon und Kamera, Anrufe oder auch der Telefonspeicher. In Android 9 müssen Apps weiterhin den Nutzer nach den Berechtigungen fragen, allerdings wird jedweder Zugriff auf Mikrofon, Kamera und generell jede Art von Sensor unterbunden, sobald sie sich nicht mehr genutzt werden. Will eine App trotzdem zugreifen, wird eine Fehlermeldung angezeigt. Außerdem wurde die Berechtigung für den Zugriff auf die Anrufliste von der Berechtigung auf die Telefonfunktion getrennt. Somit können Apps nicht automatisch die Anrufliste einsehen, wenn sie den Zugriff auf die Anruffunktion, den beispielsweise WhatsApp erfordert, erhalten haben. Auch müssen Apps nun um Erlaubnis bitten, die WLAN-Umgebung zu scannen, wodurch sie Informationen über die Nutzerstandort erhalten können.