17. September 2026, 11:41 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Nach viel Kritik an seinen Smart Glasses will Meta einen neuen Weg einschlagen. Eine kommende Brille verzichtet komplett auf eine Kamera und setzt stattdessen auf KI-Funktionen und Sprachsteuerung.
Luna soll Smart Glasses neu erfinden
Meta arbeitet laut aktuellen Berichten an einer neuen Generation seiner smarten Brillen. Das Projekt trägt intern den Namen „Luna“ und könnte bereits auf der Connect-Entwicklerkonferenz Ende September offiziell vorgestellt werden. Die Markteinführung soll kurze Zeit später im Oktober erfolgen.
Technisch unterscheidet sich das Modell deutlich von den bisherigen Ray-Ban-Smart-Glasses des Unternehmens. Statt einer integrierten Kamera setzt Meta auf Künstliche Intelligenz und Sprachinteraktion. Nutzer sollen über sechs Mikrofone mit Meta AI und dem neuen KI-Agenten Muse kommunizieren können. Zusätzlich sind Lautsprecher in den Bügeln integriert, die Audioinhalte direkt ans Ohr übertragen. Da die Kamera entfällt, fällt auch das Gehäuse schlanker aus. Die Brille soll dadurch stärker wie eine klassische Alltagsbrille wirken.
Der Verzicht auf die Kamera dürfte vor allem eine Reaktion auf die anhaltende Datenschutzdebatte rund um smarte Brillen sein. Zwar verfügten die bisherigen Modelle über eine blinkende LED-Anzeige während Aufnahmen, dennoch wurden immer wieder Fälle bekannt, in denen Nutzer diese Warnfunktion verdeckten oder manipulierten.
Die Kritik blieb nicht ohne Folgen. In Großbritannien schränkten unter anderem Kinos, Restaurants und Bars die Nutzung der Geräte ein. Auch in sozialen Netzwerken gerieten die Brillen wegen möglicher heimlicher Aufzeichnungen zunehmend in die Kritik. Meta reagierte zwar mit Software-Anpassungen, konnte die Diskussionen jedoch nicht vollständig eindämmen. Gleichzeitig wächst auch der politische Druck. So wird in Hamburg derzeit über Einschränkungen für Smart Glasses in Bereichen wie dem öffentlichen Nahverkehr und Schwimmbädern diskutiert.
Mit Luna richtet sich Meta vor allem an Menschen, die den bisherigen Geräten wegen Datenschutzbedenken skeptisch gegenüberstanden. Der Fokus verschiebt sich daher weg von Foto- und Videofunktionen hin zu digitalen Assistenten und KI-gestützter Unterstützung im Alltag.
Für Meta ist dieser Schritt strategisch wichtig. Nach Unternehmensangaben wurden von den bisherigen Ray-Ban-Smart-Glasses bereits rund sieben Millionen Geräte verkauft. Die neue Generation soll nun beweisen, dass sich smarte Brillen auch ohne Kamera erfolgreich vermarkten lassen. Ob die Kombination aus unauffälligem Design, Sprachsteuerung und KI-Unterstützung ausreicht, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, dürfte sich schon in den kommenden Monaten zeigen.
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