29. September 2026, 15:34 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ob unterwegs, am Computer oder im eigenen Garten: Im Oktober treten Regelungen in Kraft, die viele Lebensbereiche berühren. Wer die wichtigsten Termine kennt, kann sich rechtzeitig auf Einschränkungen einstellen und mögliche Entlastungen nutzen.
Der Oktober 2026 bringt zahlreiche Änderungen für Verbraucher, Autofahrer, Bahnreisende und PC-Nutzer. Neben einer befristeten Senkung der Energiesteuer treten neue Regeln für Bahnhöfe, Vorsorgeverfügungen und bestimmte Chemikalien in Kraft. Außerdem endet der Support für eine Office-Version.
Übersicht
Kraftstoff wird günstiger
Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 14 Cent je Liter. Einschließlich Umsatzsteuer entspricht dies einer Entlastung von etwa 17 Cent je Liter. Bürger und Wirtschaft sollen dadurch insgesamt um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet werden.
Die Länder beteiligen sich über einen Umsatzsteuerfestbetrag mit 1,25 Milliarden Euro. Bundestag und Bundesrat brachten die Regelung unmittelbar vor dem letzten September-Wochenende auf den Weg. Bereits im Mai und Juni hatte es eine zweimonatige Senkung gegeben, die nach Einschätzung von Monopolkommission und Bundeskartellamt weitgehend bei den Verbrauchern ankam.
Neue Gebühren für iOS-Apps
Ab dem 1. Oktober 2026 führt Apple in der Europäischen Union ein neues Gebührenmodell für Apps ein. Die bisherige Core Technology Fee von 50 Cent für jede Erstinstallation oberhalb einer Million Installationen pro Jahr entfällt. Bei Verkäufen über alternative Marktplätze oder Webseiten verlangt Apple künftig eine Provision von fünf Prozent auf digitale Umsätze. Die Initial Acquisition Fee und die Store Services Fee fallen hingegen weg. Werden Apps weiterhin über den App Store vertrieben und externe Zahlungsanbieter genutzt, beträgt die Abgabe grundsätzlich 20 Prozent, für Teilnehmer am Small Business Program zehn Prozent.
Entwickler dürfen alternative Bezahlmöglichkeiten anbieten, sind an ihre Entscheidung jedoch zwölf Monate gebunden. Anlass für die Neuordnung ist der Digital Markets Act, mit dem die EU den Wettbewerb stärken will. Die EU-Kommission will die Umsetzung weiter beobachten, während Epic Games bezweifelt, dass das Modell tatsächlich für mehr Wettbewerb sorgt.
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Digitale Vorsorgevollmachten
Ab dem 1. Oktober können Verbraucher digitale Abschriften von Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und Betreuungsverfügungen im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer hinterlegen. Berechtigte Ärzte und Betreuungsgerichte können damit nicht nur die Existenz, sondern auch den Inhalt der Dokumente prüfen.
Zuvor ließ sich lediglich feststellen, welche Verfügungen vorhanden sind und wo sie aufbewahrt werden. Der Upload erfolgt nicht durch die Betroffenen selbst, sondern durch verifizierte institutionelle Nutzer wie Notare oder Rechtsanwälte. Der Bundesrat hatte den Änderungen im Juli zugestimmt.
Bahnreisen und Garten
Am 2. Oktober beginnen Sanierungsarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Lehrte und Berlin, die zahlreiche Verbraucher betreffen dürften. Die abschnittsweisen Sperrungen sollen voraussichtlich bis zum 11. Dezember 2027 dauern. Zwischen Oktober und Dezember 2026 können sich die Fahrzeiten im Fernverkehr zwischen Berlin und Hannover um bis zu 80 Minuten verlängern.
Für Gartenbesitzer endet am 1. Oktober die gesetzliche Schutzfrist für zahlreiche Gehölze. Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze dürfen wieder abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Vom 1. März bis zum 30. September waren nur schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt.
Die weiteren artenschutzrechtlichen Vorgaben gelten unabhängig davon weiter. Die Schonzeit dient insbesondere dem Schutz nistender Vögel und anderer Tiere.
Neue EU-Vorgaben für Chemikalien
Am 10. Oktober treten strengere EU-Vorgaben für Undecafluorhexansäure, kurz PFHxA, deren Salze und verwandte Stoffe in Kraft. Die langlebigen Verbindungen gehören zu den PFAS und bauen sich in der Umwelt kaum ab. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.
Betroffen sind unter den festgelegten Voraussetzungen unter anderem Verbrauchertextilien, Schuhe, Lebensmittelkontaktmaterialien und Kosmetika. Bestimmte Produkte dürfen die Stoffe nur noch in geringeren Mengen enthalten oder müssen mit anderen Beschichtungen und Rezepturen hergestellt werden. Die Regelung ändert Anhang XVII der REACH-Verordnung.
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Supportende für Office LTSC 2021
Microsoft beendet am 13. Oktober den Support für Office LTSC 2021. Dazu gehören die entsprechenden Versionen von Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Access und OneNote. Die Programme funktionieren weiterhin, erhalten jedoch keine Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen oder technische Unterstützung mehr.
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Diese Neuerungen für Verbraucher treten ab Oktober in Kraft
Bahnhöfe werden alkoholfrei
Bis zum 15. Oktober führt die Deutsche Bahn schrittweise ein Alkoholverbot an rund 5400 Bahnhöfen ein. Es gilt im gesamten Bahnhofsbereich einschließlich der Bahnsteige. Bahnhofsgastronomie ist ausgenommen, verschlossene alkoholische Getränke dürfen weiterhin mitgeführt werden.
Mit dem Verbot will die Bahn die Sicherheit für Fahrgäste und Beschäftigte sowie die Sauberkeit verbessern. Bei Verstößen ist ein Platzverweis vorgesehen, im Wiederholungsfall kann ein Hausverbot folgen.
Ende der Sommerzeit
Am Sonntag, dem 25. Oktober, endet die Sommerzeit in Deutschland und den meisten europäischen Ländern. Die Uhren werden in der Nacht um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit beginnt die Normalzeit, durch die es morgens früher hell und abends früher dunkel wird.