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Gesetzentwurf

EU-Kommission möchte Smartphone-Hersteller zu 5 Jahren Updates verpflichten

Bei älteren Android-Smartphones ist das Auftauchen eines neue Updates eine Seltenheit
Bei älteren Android-Smartphones ist das Auftauchen eines neuen Updates eine SeltenheitFoto: Getty Images

Zwar versprechen immer mehr Android-Hersteller, Smartphones länger mit Updates zu versorgen. Die meisten Geräte sehen jedoch nach wie vor maximal zwei Jahre lang Software-Support.

Ein neuer Gesetzentwurf der EU-Kommission könnte weitreichende Folgen für die Smartphone-Industrie haben. In dem Entwurf fordern die Gesetzgeber fünf Jahre Sicherheitsupdates und drei Jahre Funktionsupdates für Smartphones und Tablets. Funktionsupdates werden in der Regel jährlich ausgespielt. Es handelt sich meist um einen Sprung auf eine neue OS-Version, etwa von Android 12 auf Android 13 oder von iOS 15 auf iOS 16.

Update-Zwang für Android Hersteller

Bislang sind Samsung und Google die einzigen Android-Hersteller (OEMs), die fünf Jahre Sicherheitsupdates versprechen. Eine gesetzliche Verpflichtung, Smartphones und Tablet mit Updates zu versorgen, würde auch die anderen Hersteller unter Zugzwang bringen. Viele stellen Updates wenn überhaupt nur für ihre Premium-Geräte zur Verfügung. Tritt das Gesetz in Kraft, müssten sie jedoch auch Mittelklasse- und Budget-Modelle versorgen.

Einzig Samsung und Apple gehen über die von der EU-Kommission ausgearbeiteten Regelungen hinaus. Samsung bietet vier Jahre Funktionsupdates für seine Smartphones an. Apple ist mit fünf Jahren Updates für iPhones und iPads allerdings industrieführend.

Ebenfalls in dem Entwurf enthalten ist eine Vorgabe, dass Systemupdates nicht später als zwei Monate nach deren Veröffentlichung auf den Endgeräten zur Verfügung stehen dürfen. Außerdem gibt es neue Anforderungen an Akkulaufzeit und Leistung. So dürfe sich die Kapazität der Batterie nach einem Update nicht verringern. Andererseits müsse bei Verweigerung eines Updates die Leistung trotzdem gleich bleiben.

EU plant weitere Maßnahmen

Nicht nur in puncto Software strebt die EU-Kommission Änderungen in der Smartphone-Industrie an. Der Gesetzentwurf enthält auch Regelungen für die Bereitstellung von Ersatzteile. Häufig gebrauchte Teile wie Batterie, Display und Kamera sollen demnach für mindestens fünf Jahre verfügbar sein.

Die EU-Kommission möchte mit dem Gesetzentwurf E-Waste entgegenwirken: „Geräte werden oft verfrüht von den Nutzern ausgetauscht und nach Ende ihres nützlichen Produktlebens nicht ausreichend wiederverwendet oder recycelt, was zu Ressourcenverschwendung führt.“ Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen könnte die Lebensdauer von Smartphones und Tablets deutlich verlängert werden. Statt zwei bis drei Jahre könnten Verbraucher ihre Geräte somit fünf Jahre ohne Einschränkung nutzen. Das wäre laut der Kommission so, als würde man fünf Millionen Autos von der Straße nehmen.

Die EU ist seit Jahren federführend in verbraucherfreundlicher und ressourcenschonender Smartphone-Gesetzgebung. Wie TECHBOOK berichtete, hat das EU-Parlament erst kürzlich entschieden, USB-C zum einheitlichen Ladenanschluss für Smartphones zu machen. Zwar verbauen die meisten Hersteller bereits seit längerer Zeit USB-C-Ports in ihren Geräten. Andere, wie etwa Apple, sind nun jedoch dazu gezwungen, bis 2024 umzustellen – wenn sie ihre Geräte weiter in der EU verkaufen möchten.

Derzeit befindet sich der Gesetzentwurf in der Feedback-Phase. Sowohl EU- als auch Nicht-EU-Bürger können auf der Seite der EU-Kommission ihre Meinung als Kommentar rückmelden. Die Annahme durch die Kommission ist im vierten Quartal 2022 geplant.

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