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EU stimmt über einheitliche Ladeanschlüsse für Elektronik-Geräte ab

Handys, Tablets und Digitalkameras

EU stimmt über einheitliche Ladeanschlüsse für Elektronik-Geräte ab

Einheitliche Ladeanschlüsse für Geräte wie das Smartphone
Das EU-Parlament fordert einheitliche Ladeanschlüsse für Elektronik-GeräteFoto: Getty Images

Wer verschiedene Geräte nutzt, braucht mehrere Kabel mit jeweils unterschiedlichen Anschlüssen, so bisher die umständliche Realität in digitalen Haushalten. Und das, obwohl bereits im Juni USB-C als Standard-Ladebuchse umgesetzt wurde. Das EU-Parlament will nun einen Beschluss nachlegen – für einheitliche Ladeanschlüsse spätestens ab 2026.

Wie einfach der Alltag doch wäre, wenn man sein Smartphone mit demselben Kabel laden könnte wie seine weiteren Geräte, zum Beispiel Tablet und Digitalkamera. Doch die Realität sieht oft noch anders aus, denn so die jeweiligen Anschlüsse, die tatsächlich ins Gerät passen. Für unterschiedliche Elektronik-Geräte, selbst vom selben Hersteller, braucht es ein eigenes Kabel. Doch das könnte nach einem EU-Beschluss, der einheitliche Ladeanschlüsse verabschieden will, endlich ein Ende haben.

Einheitliche Anschlüsse für Smartphone, Laptop und Digitalkamera

Das EU-Parlament stimmt am Dienstag, 4. Oktober 2022, über einen einheitlichen Ladebuchsen-Standard innerhalb der Europäischen Union ab. Kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder. Im Juni bereits wurde ein entsprechender Beschluss auf den Weg gebracht. Damals hatten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments auf eine USB-C-Ladebuchse als allgemeiner Standard geeinigt.

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Folglich sollten Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörer und tragbare Lautsprecher einheitlich mit entsprechendem Anschluss funktionieren. Das sei nicht nur für den Verbraucher wesentlich praktischer, sondern spare auch Ressourcen. So äußerte sich Leiterin der Verhandlungen, Anna Cavazzini (Grüne), damals in Straßburg.

Abstimmung knüpft an Beschluss von Juni an

Die EU-Staaten hatten in den Verhandlungen erreicht, dass das im Juni 2022 beschlossene Gesetz für einheitliche USB-C-Anschlüsse ab Mitte 2024 gilt; auch wenn das Parlament eine zeitnähere Umsetzung wünschte. Doch während die meisten Hersteller bereits all ihre Geräte auf USB-C umgestellt haben, bleiben vereinzelte bei ihrem proprietären Port. Der namhafteste darunter ist wohl Apple, der unbeirrt an seinem Lightning-Anschluss in iPhones festhält. Doch auch Apple würde durch das neue Gesetz unter Zugzwang geraten.

Die aktuelle Abstimmung soll Handys, Tablets und Digitalkameras fokussieren. Als verbindlicher Starttermin gilt 2026. Ob dann auch Laptops einen USB-C-Stecker haben müssen, ist noch unklar. Derzeit ist von einer längeren Übergangsfrist auszugehen.

Langes Ringen um einheitliche USB-C-Anschlüsse

Um gesetzliche Vorgaben für Ladekabel wird schon lange gerungen. Vor inzwischen mehr als zehn Jahren brachte die Kommission die Ladekabel-Frage erstmals auf den Plan. 14 Hersteller – der namhafteste davon ist Apple – einigten sich in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile. Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: USB-C, Apples Lightning-Anschluss sowie Micro-USB.

Angaben der EU-Kommission zufolge könnten durch die Regelung knapp 1000 Tonnen Elektroschrott eingespart werden. Derzeit fielen jährlich geschätzt 11.000 Tonnen Elektroabfall durch entsorgte und nicht benutzte Ladegeräte an. Kritiker befürchten jedoch, dass der EU-Ansatz ins Leere laufen könnte, da alte Ladegeräte nicht nicht mehr nutzbar wären und sich USB-C als Standard für Elektrogeräte in der Vergangenheit ohnehin immer stärker durchgesetzt hat.

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