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Aktuelle Zahlen

Samsungs Smartphone-Sparte verzeichnet erstmals Verlust

Samsung-Schriftzug auf Glas
Die „Mobile eXperience“-Abteilung von Samsung schreibt erstmals rote Zahlen Foto: AFP via Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

31. Juli 2026, 8:37 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Samsung hat im zweiten Quartal 2026 erstmals seit Start der Aufzeichnungen 2011 einen operativen Verlust in seiner Mobilfunksparte verbucht. Obwohl das Smartphone-Geschäft boomt, konnten die gestiegenen Kosten für Bauteile nicht kompensiert werden – und das, obwohl Samsung sie selbst herstellt.

Erstes Minus seit 15 Jahren

Aus dem aktuellen Quartalsbericht geht hervor, dass Samsungs MX-Abteilung (Mobile eXperience) zusammen mit dem Netzwerkgeschäft knapp 20 Milliarden Euro Umsatz erzielt hat. Obwohl die Mobilfunksparte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr sogar steigern konnte, musste sie einen operativen Verlust von 426 Millionen Euro verzeichnen.

Samsungs DX-Sparte (Device eXperience), zu der neben Smartphones auch Fernseher und Haushaltsgeräte gehören, weist insgesamt einen Verlust von 486 Millionen Euro aus. Smartphones machen somit den Hauptteil des Minus aus.

Samsung nennt in dem Bericht die konkrete Ursache. Trotz „solider Verkaufszahlen der Galaxy-S26-Serie und der anhaltend starken Nachfrage nach der Galaxy-A-Serie […] gingen die Gewinne aufgrund des branchenweit zunehmenden Kostendrucks bei Komponenten zurück.“ Gemeint sind damit die explodierenden Preise für Arbeitsspeicher, getrieben durch den Ausbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen.

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Chip-Business sorgt für Rekordumsatz

Die Speicherhersteller konzentrieren ihre Kapazitäten auf die Fertigung von sogenannten HBM-Chips, die für KI-Prozesse optimiert sind und aufgrund der hohen Nachfrage nach Rechenleistung erheblich lukrativer als herkömmlicher RAM für Verbrauchergeräte sind.

Samsung selbst ist einer dieser Speicherhersteller. Dementsprechend hat der Konzern mit der Sparte Device Solutions (DS) und dem Speichergeschäft einen Umsatzanstieg um 56 Prozent gegenüber dem Vorquartal erzielt. Mit mehr als 77 Milliarden Euro Umsatz und 54 Milliarden Euro operativem Gewinn ist es erneut ein Rekordquartal für Samsung:

„Das Speichergeschäft (Memory Business) erzielte erneut ein Rekordquartal, indem es die KI-Nachfrage trotz begrenzter Kapazitäten proaktiv bediente und dabei den Fokus vor allem auf Serverprodukte legte. Zum Rekordergebnis trug zudem der anhaltende branchenweite Aufwärtstrend bei den Preisen bei.“

99,7 Prozent des gesamten Milliardengewinns von Samsung gehen allein auf Device Solutions zurück. Das Millionen-Minus bei der MX-Sparte fällt somit kaum ins Gewicht.

Kann Samsung gegensteuern?

Es wirkt etwas befremdlich, dass die DS-Sparte die Speicherchips fertigt, für die die MX-Sparte so viel höhere Preise zahlen muss. Das ist aber nicht ungewöhnlich, da die einzelnen Unternehmenssparten miteinander konkurrieren. Das Speichergeschäft orientiert sich zudem an der Nachfrage der Server-Industrie – und diese hat ein deutlich größeres Volumen als Samsungs Smartphone-Geschäft.

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Im aktuellen Quartalsbericht breitet der Konzern die Pläne aus, die das MX-Geschäft stärken sollen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Führungsrolle bei Künstlicher Intelligenz durch „personalisierte und intuitive Erlebnisse“. Samsung will zudem seinen Marktanteil durch Wachstum im Flaggschiffsegment mit der S26-Serie und der erst kürzlich vorgestellten Z8-Serie ausbauen. Auch Smart Glasses mit KI-Integration sollen das Premiumsegment weiter stärken.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an Lösungen, die Effizienz zu steigern, um die Folgen durch steigende Kosten zu minimieren. Möglich wäre etwa eine optimierte RAM-Nutzung, die den Bedarf nach mehr Speicherchips senkt.

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