21. April 2026, 14:28 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Bei Apple beginnt ein Wechsel an der Spitze. John Ternus, der bisher das Hardware-Geschäft verantwortete, übernimmt die Führung des Konzerns. Tim Cook gibt den Posten des CEO ab und wird stattdessen Vorsitzender des Verwaltungsrats.
Cook hatte Apple seit 2011 geführt, nachdem er die Rolle von Mitgründer Steve Jobs übernommen hatte. Ternus galt bereits seit einiger Zeit als möglicher Nachfolger. Rund um den Zeitpunkt des Wechsels gab es in den vergangenen Monaten unterschiedliche Berichte. Nach dem nun bekannten Zeitplan könnte Ternus schon im September 2026 als neuer Apple-Chef ein unter seiner Leitung entwickeltes auffaltbares iPhone vorstellen, über das seit Monaten spekuliert wird.
Blick auf die KI-Zeit
Mit der Entscheidung für Ternus setzt Apple auch ein Signal für die Zeit der künstlichen Intelligenz. Cook war Ende der 90er-Jahre von Jobs als Experte für Lieferketten zum Unternehmen geholt worden. Er stand vor allem für stabile Abläufe in einem riesigen Konzern. Ternus kommt dagegen aus der Technik und war eng an der Entwicklung verschiedener Geräte beteiligt.
Dass Apple ihn auswählt und nicht Software-Chef Craig Federighi, zeigt nach dieser Lesart, dass der Konzern auch im KI-Zeitalter stark von seiner Hardware her gedacht werden soll. Während Konkurrenten wie Google und Samsung ihre Smartphones seit Längerem mit neuen KI-Funktionen bewerben, tat sich Apple bislang schwer damit, eine schon 2024 angekündigte verbesserte Siri mit künstlicher Intelligenz auf den Markt zu bringen.
Markt und Analysten schauen genau hin
Trotz dieser Probleme scheint die Nachfrage nicht eingebrochen zu sein. 2025 verdrängte Apple mit dem iPhone den langjährigen Smartphone-Marktführer Samsung von der Spitze. Branchenanalyst Dan Ives sagte dem Wirtschaftssender CNBC, der Führungswechsel spreche dafür, dass Cook die offenen KI-Themen aus seiner Sicht unter Kontrolle sieht. Zugleich verwies er darauf, dass an der Börse immer stärker eine klare KI-Strategie verlangt werde.
Auch für Ternus erwartet Ives zunächst Gegenwind. Er werde auf „etwas Skepsis“ stoßen, weil er einem der besten Konzernchefs unserer Zeit folge. Gleichzeitig erinnerte der Analyst daran, dass auch Cook einst kritisch gesehen worden sei. Er sei weder eine Kultfigur wie Jobs noch als großer Innovator wahrgenommen worden, „aber er hat einen fantastischen Job gemacht, um das Geschäft wachsen zu lassen.“
So stark wuchs Apple unter Cook
Während Cooks Zeit an der Spitze weitete Apple sein Geschäft weiter aus. Der Konzern stieg unter anderem bei Computer-Uhren und einer Datenbrille ein. Zugleich nahm Apple mit iPhones und Mac-Computern immer mehr Geld ein. Das Elektroauto-Projekt stellte das Unternehmen nach Milliarden-Investitionen wieder ein.
Wie stark Apple in dieser Zeit wirtschaftlich zulegte, zeigen die Zahlen deutlich. Im Geschäftsjahr 2011, als Cook wenige Wochen vor dem Krebstod von Jobs übernahm, lag der Gewinn bei knapp 26 Milliarden US-Dollar, der Umsatz bei gut 108 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Geschäftsjahr blieben 112 Milliarden US-Dollar Gewinn bei rund 416 Milliarden US-Dollar Erlösen. Der Börsenwert des Konzerns liegt bei mehr als 4 Billionen US-Dollar.
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Cook bleibt für Politik wichtig
Zu Cooks Aufgaben gehörte zuletzt auch der Kontakt zu US-Präsident Donald Trump. Bei einem gemeinsamen Termin überreichte er dem Präsidenten eine Glas-Plakette mit einem goldenen Ständer. Das brachte ihm unter liberal eingestellten Apple-Fans und auch bei Teilen der Belegschaft Kritik ein. Gleichzeitig zeigte sich gerade in Trumps zweiter Amtszeit mit teils erratisch wirkenden Entscheidungen zu Importzöllen und Ausnahmen davon, wie wichtig gute Verbindungen ins Weiße Haus für ein US-Unternehmen sein können. Cook erreichte unter anderem, dass frühe Forderungen nach einer schnellen iPhone-Produktion in den USA wieder leiser wurden. Nach Angaben des Konzerns soll er den Umgang mit Politikern in aller Welt auch künftig weiter übernehmen. Diese Rolle soll also nicht an Ternus gehen.
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Auch die Hardware-Spitze wird neu besetzt
Mit Ternus entscheidet sich Apple erneut für einen Nachfolger aus dem eigenen Haus. In den vergangenen Jahren entstanden unter seiner Führung unter anderem ultrakompakte Geräte wie die AirPods, außerdem brachte Apple mehr Rechenleistung in seine Produkte. Technologie-Analyst Patrick Moorhead bezeichnete ihn als „Kandidaten der Kontinuität“. Die Apple-Aktie reagierte nachbörslich mit einem Minus von 0,5 Prozent auf die Nachricht.
Auch unter Ternus wird eine wichtige Stelle neu vergeben: Johny Srouji übernimmt als Nachfolger den Hardware-Bereich. Bisher leitete er die Chipentwicklung. Eigene Halbleiter halfen Apple dabei, Intel-Chips aus den Mac-Computern zu verdrängen. Die Folge waren längere Laufzeiten und eine gemeinsame Plattform mit den iPhones. Für Srouji wurde dafür die neue Bezeichnung Chief Hardware Officer geschaffen. Das deutet darauf hin, dass er seine bisherige Verantwortung für die Chipentwicklung behält und zusätzlich weitere Bereiche der Gerätetechnik übernimmt.