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Einige zur Konkurrenz

Apple laufen die Top-Mitarbeiter davon

Sonst ein Fels in der Brandung, sieht sich Apple jetzt mit einem massiven Weggang von Mitarbeitern konfrontiert
Sonst ein Fels in der Brandung, sieht sich Apple jetzt mit einem massiven Weggang von Mitarbeitern konfrontiert Foto: Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

8. Dezember 2025, 17:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Derzeit läuft die Gerüchteküche zu einem möglichen Abgang des langjährigen Apple-CEOs Tim Cook heiß. Unter seiner Leitung war das Unternehmen von bemerkenswerter Stabilität geprägt – doch diese scheint der Apple-Führung nun zu entgleiten. In den vergangenen Tagen und Wochen hat eine ungewöhnlich hohe Zahl von hochrangigen Mitarbeitern das Unternehmen verlassen. Für die erfolgsverwöhnten Kalifornier könnte das ein echtes Problem werden, vor allem, weil die Konkurrenz immer aggressiver abwirbt.

Umbruch in der Führungsriege

Allein vergangene Woche hat Apple angekündigt, dass der KI-Chef John Giannandrea, der Leiter für UI-Design Alan Dye, Chefjustiziarin Kate Adams und die Leiterin für Regierungsangelegenheiten Lisa Jackson das Unternehmen verlassen. Bei allen vier Personalien handelt es sich um hochrangige und langjährige Apple-Mitarbeiter, die direkt dem CEO Tim Cook unterstellt sind.

Wie Bloomberg mit Verweis auf mit der Materie vertraute Personen berichtet, soll nun auch Johny Srouji, Senior Vice President für Hardware-Technologie, über einen Abgang nachdenken. Intern habe er signalisiert, in diesem Falle zu einem anderen Unternehmen wechseln zu wollen. Srouji ist eine treibende Kraft hinter Apples äußerst erfolgreicher Chip-Strategie und federführend bei der Entwicklung von iPhone- und Mac-Prozessoren. Cook wirbt angeblich intensiv um Srouji und erwägt die Einrichtung eines neuen Postens, der Hardware- und Chip-Entwicklung unter einem Dach vereinen würde. Wie „CNBC“ berichtet, hat Srouji Bloombergs Bericht mittlerweile dementiert und gesagt, dass er das Unternehmen nicht verlassen werde.

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Alterndes Apple-Management

Die Top-Leader sind mittlerweile seit Jahrzehnten bei dem Unternehmen und erreichen nach und nach das Ruhestandsalter. Im Juli 2025 trat der operative Manager und Cooks Stellvertreter Jeff Williams zurück, nun folgen ihm Jackson, Adams und Giannandrea in den Ruhestand. Laut Bloomberg steht auch Finanzchef Luca Maestri kurz davor, Apple zu verlassen. Maestri nimmt seit Anfang 2025 bereits eine kleinere Rolle im Unternehmen ein.

Trotz seines Alters von 65 Jahren soll CEO Tim Cook vorerst im Amt bleiben. Als Favorit für seine Nachfolge gilt Hardwarechef John Ternus, der nach einem Wechsel Cooks zum Vorstand wohl CEO werden könnte. Im Konzern verschieben sich laut Bloomberg bereits die Machtstrukturen: Ternus, Eddy Cue, Craig Federighi und der neue operative Manager Sabih Khan prägen zunehmend zentrale Entscheidungen.

Viele gehen zur Konkurrenz

Ein Teil des Problems sind massive Abwerbestrategien (sogenanntes „Poaching“) bei Meta, OpenAI und anderen Tech-Firmen, die mit Riesengehältern Mitarbeiter locken. Vor allem der Wechsel des Interface-Designchefs Alan Dye zum Erzrivalen Meta ist ein herber Verlust für das Unternehmen. Dye war seit fast 20 Jahren bei Apple und gehörte zur oberen Führungsriege.

Apple hat seit der Einführung Probleme mit seiner KI-Suite Apple Intelligence, die in vielen Fällen weniger leistungsfähig und relevant als die Konkurrenz ist. Intern stößt das Ausweichen auf Tools der Mitbewerber Google und OpenAI auf Kritik. Nach mehreren Jahren als führender KI-Stratege konnte John Giannandrea den Kurs jedoch nicht korrigieren und keine eigenen, serienreifen Lösungen entwickeln. Giannandrea scheidet 2026 aus seiner Führungsrolle aus, mittlerweile hat Apples Software-Chef Craig Federighi die KI-Entwicklung übernommen.

Auch interessant: So stellt sich Apple-Chef Tim Cook seine Nachfolge vor 

Derweil verlassen auch auf den niedrigeren Führungsebenen immer mehr Mitarbeiter das Unternehmen – besonders aus den KI-Teams. Siri-Manager Robby Walker ging im Oktober, kurz darauf wechselte sein Nachfolger Ke Yang zu Meta. Der Leiter für KI-Modelle ging mit weiteren Mitarbeitern ebenfalls zu Meta. Genauso wie der Leiter des KI-Robotik-Teams.

Auch das UI-Designteam ist seit 2023 stark geschrumpft – Dyes Weggang markiert hier nur den vorläufigen Tiefpunkt. Zudem verließen Billy Sorrentino und zahlreiche frühere Mitarbeiter von Jony Ive das Unternehmen. Ive arbeitet inzwischen mit OpenAI an KI-Geräten, die in Zukunft zu einer echten Konkurrenz für das iPhone werden könnten.

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