19. Januar 2026, 16:15 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Vergleich zu anderen Herstellern ist Apple überaus konsistent, was die Designsprache seiner Geräte anbelangt. Wenn der Konzern einen neuen Look einführt, bleibt dieser meist mehrere Jahre erhalten. Das trägt dazu bei, dass iPhones, MacBooks und iPads einen hohen Wiedererkennungswert haben. Es kommt daher selten vor, dass Apple Änderungen vornimmt, die die eigene Markenbekanntheit aushebeln – doch genau das könnte beim iPhone 18 Pro passieren.
Neues Video zeigt iPhone 18 samt verschobener Kamera
Seit 2021 setzt Apple auf Dynamic Island, um die Aussparungen im Display für Selfie-Kamera und Face-ID-Technik per Software in eine nutzbare Fläche zu verwandeln. Doch schon immer war das Ziel, Kamera und Face ID irgendwann komplett unter dem Bildschirm zu verstecken. Zum 20-jährigen Jubiläum 2027 soll es endlich so weit sein. Geht es nach aktuellen Gerüchten, soll das iPhone 18 Pro davor mit einer Übergangslösung kommen, die mit Apples Design-Tradition bricht.
Der gut bekannte Leaker Jon Prosser hat auf seinem YouTube-Kanal Front Page Tech ein Video hochgeladen, in dem das vermutete Design des iPhone 18 Pro zu sehen ist. Dabei sticht vor allem ein Aspekt hervor: Die Selfie-Kamera auf der Vorderseite wandert von der Mitte an den linken Displayrand.
Bereits im Mai und erneut im Dezember 2025 hatte „The Information“ Quellen aus Apples Lieferkette zitiert, denen zufolge die Selfie-Kamera in einem kleinen Loch in der linken oberen Ecke des Bildschirms sitzen soll. Wie TECHBOOK bereits berichtete, verschwindet die Face-ID-Technik unter dem Display. Die bisherige Dynamic-Island-Pille fällt damit weg.
Verschiebung der Kamera aus Platzgründen
Prosser zufolge bedeutet das jedoch nicht, dass auch die Software-Funktionen von Dynamic Island verschwinden. Stattdessen soll der Zugriff auf laufende Aktivitäten und Statusanzeigen nun von der linken oberen Ecke erfolgen. Abgesehen davon soll sich das iPhone 18 Pro äußerlich nicht von dem Vorgänger iPhone 17 Pro unterscheiden.
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iPhone-Fans dürfte diese Änderung überraschen, denn bislang kennt man seitlich angeordnete Selfie-Kameras nur von Android-Geräten. Laut Prosser gibt es jedoch eine einfache Erklärung für das neue Design. Die neue Hauptkamera mit variabler Blende im iPhone 18 Pro soll mehr Platz in Anspruch nehmen und deswegen eine Verlagerung der Technik für Selfie-Kamera und Face ID zur Seite erforderlich machen. Eine variable Blende kann je nach Bedarf mehr oder weniger Licht auf den Sensor lassen und Nutzern damit mehr Aufnahmemöglichkeiten geben.
Apple hatte beim iPhone Air bereits die Position von Dynamic Island aus Platzgründen etwas nach unten verlagert – der generelle Look blieb hier jedoch erhalten.
Kaum zu glauben
„Mit iPhone-Gerüchten kann man es halten, wie man möchte – die Prognosen sind oft zutreffend, wenn sie sich so hartnäckig halten wie die neue Selfie-Kamera im iPhone 18 Pro. Umso mehr überrascht es mich, dass Apple überhaupt erwägt, ein so zentrales Designelement wie Dynamic Island zu verschieben. In freier Wildbahn sind aktuelle iPhone-Modelle auf den ersten Blick direkt über die markante Pille zu erkennen. Darüber können sich nicht nur die stolzen Besitzer freuen, sondern auch Apple – für die Markenbekanntheit ein so bedeutender Faktor ist.
Die Reduzierung auf eine Mini-Aussparung oben links passt da irgendwie nicht ins Bild. Technisch mag das eine Notwendigkeit sein und mehr Raum für Inhalte auf dem begrenzten Display ist sicher nicht verkehrt. Bei mir kommen bei dem Design aber starke ,Android-Smartphone von 2020′-Vibes auf. Zumindest hatte mein OnePlus 8 Pro von 2020 die Kamera an der exakt gleichen Stelle. Ich musste zwar erst nachschauen, aber auch Pixel 5, Galaxy S10 und Mi 11 Ultra sahen so aus und kamen aus dem gleichen Zeitraum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Assoziierung ist, die Apple bei Kunden auslösen möchte – zumal die Android-Hersteller mittlerweile ihre Kameras ebenfalls mittig anordnen. Oder denkt Tim Cook vielleicht, wir hätten schon vergessen, wie Smartphones vor sechs Jahren aussahen?
Zum Schluss noch ein kleiner Exkurs, mit dem ich unterstreichen möchte, wie konservativ Apple in puncto Design wirklich ist. Das Gehäuse des iPhone 6 mit gleichmäßig breiten Displayrändern oben und unten, sowie Touch ID im Home-Button zog sich über iPhone 7, 8 und iPhone SE 2020 bis zum SE 2022 – ganze acht Jahre. Die Kamera der Pro-Modelle hat seit dem iPhone 11 von 2019 den praktisch unveränderten Look mit drei im Dreieck angeordneten Linsen. Die klassische Notch oben im Display begleitete uns über fünf Generationen – von iPhone X bis iPhone 14.
Da soll die Kamera nun für ein einziges iPhone-Modell woanders hinwandern, nur um beim Nachfolger gänzlich zu verschwinden? Ich weiß ja nicht.“