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Neue Betrugsmasche

Ein FaceTime-Anruf – und plötzlich ist das Konto leer

Eine Hand hält ein Smartphone mit groß dargestelltem FaceTime-Symbol auf dem Display. Im Hintergrund sind unscharfe rote Lichtmuster zu sehen, die an digitale Datenströme erinnern.
Betrüger nutzen FaceTime, um an sensible Bankdaten und Sicherheitscodes ihrer Opfer zu gelangen Foto: LightRocket via Getty Images
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Przemyslaw Szymanski

23. Juli 2026, 11:00 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Eine SMS über eine angeblich verdächtige Kartenzahlung kann schnell für Verunsicherung sorgen. Wer in dieser Situation die in der Nachricht genannte Telefonnummer anruft, glaubt oft, direkt mit seiner Bank zu sprechen. Genau darauf setzen Kriminelle bei einer aktuellen Betrugsmasche. Sie geben sich als Helfer aus und bewegen ihre Opfer zu einem FaceTime-Videoanruf. Darüber sammeln sie persönliche Daten und verschaffen sich mitunter Zugriff auf Bankkonten.

Die Betrugsmasche startet häufig mit einer SMS

Mehrere Betroffene berichteten bereits von dieser Vorgehensweise. Sogar ein US-Fernsehjournalist machte öffentlich, dass er auf die Masche hereingefallen sei. Der erste Kontakt erfolgt laut den Berichten meist per SMS. Darin warnen die Täter vor einer unbekannten Abbuchung, einer gesperrten Kreditkarte oder anderen angeblichen Problemen rund um das Konto.

Um die Angelegenheit schnell zu klären, sollen Empfänger die in der Nachricht genannte Telefonnummer anrufen. Genau damit beginnt der eigentliche Betrug.

Warum die Täter auf FaceTime setzen

Wer die Telefonnummer wählt, landet nicht bei der eigenen Bank, sondern bei den Betrügern. Diese treten häufig als Bankmitarbeiter auf. In manchen Fällen geben sie sich auch als Beschäftigte von Apple, Microsoft oder einer Behörde aus.

Anschließend verlangen sie einen Wechsel zu FaceTime. Der Videoanruf soll Vertrauen schaffen und ihre Geschichte glaubwürdiger wirken lassen. Gleichzeitig erhöhen die Täter den Druck. Sie behaupten, dass ohne sofortiges Handeln finanzielle Schäden drohen könnten.

Bildschirmfreigabe verrät sensible Daten

Im weiteren Verlauf fragen die Betrüger nach Karteninformationen, Einmalcodes oder anderen persönlichen Angaben. Besonders gefährlich wird es, wenn sie ihre Opfer zur Freigabe des iPhone-Bildschirms bewegen.

Öffnen Betroffene dabei ihre Banking-App, können die Täter Passwörter, Kontonummern und Sicherheitscodes direkt mitlesen. Da die Übertragung in Echtzeit erfolgt, verfolgen sie jeden Schritt und passen ihre Anweisungen unmittelbar an. Die gewonnenen Informationen verwenden sie anschließend, um auf Konten zuzugreifen oder Überweisungen vorzubereiten.

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So schützt man sich

Der Sicherheitsanbieter Malwarebytes empfiehlt besondere Vorsicht bei unerwarteten FaceTime-Anrufen und Nachrichten. Sensible Informationen sollten über diesen Weg grundsätzlich nicht weitergegeben werden.

Geben sich Anrufer als Bankmitarbeiter oder Mitarbeiter von Apple aus, sollte man das Gespräch beenden. Anschließend gilt es, das betreffende Unternehmen ausschließlich über einen bekannten und vertrauenswürdigen Kontaktweg zu informieren. Zusätzlich empfiehlt sich die Nutzung der aktuellen iOS-Version auf dem iPhone.

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Nach einem Vorfall schnell handeln

Wurden bereits Daten weitergegeben, sollte sofort die eigene Bank informiert werden. Eine schnelle Meldung kann dabei helfen, verdächtige Überweisungen zu stoppen, Zugänge zu sperren oder weitere Abbuchungen zu verhindern.

Außerdem sollten Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten. Dafür empfiehlt es sich, Nachrichten, Telefonnummern, Anrufzeiten und weitere Nachweise zu sichern. Auch Angaben zu geführten Gesprächen sowie zu weitergegebenen Daten können für die Anzeige hilfreich sein.

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