13. Mai 2026, 7:59 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Microsoft hat sich im Juni 2024 ein klares Ziel gesetzt: Bis 2030 soll die Energieversorgung deutlich klimafreundlicher werden. Dieses Vorhaben steht nun jedoch auf dem Prüfstand. Grund dafür ist der schnelle Ausbau von künstlicher Intelligenz, der die bisherigen Annahmen verändert.
Laut „Bloomberg“ wird intern bereits diskutiert, ob das Ziel überhaupt noch erreichbar ist oder angepasst werden muss. Die Entwicklung rund um KI sorgt damit für neue Unsicherheiten in der Planung.
Wachsende KI treibt Energiebedarf nach oben
Die Ursache liegt im starken Wachstum der eigenen Angebote. Microsoft baut sowohl seine KI-Dienste als auch die Cloud-Plattform Azure weiter aus. Dafür werden neue Rechenzentren, leistungsfähige Chips und eine stabile Infrastruktur benötigt. Anwendungen wie Copilot und Azure müssen große Datenmengen verarbeiten und dauerhaft verfügbar sein. Mit dem Ausbau steigt gleichzeitig der Energieverbrauch. Dadurch geraten frühere Planungen unter Druck, die vor dem KI-Boom noch als verlässlich galten.
Öffentlich stellt Microsoft seine Klimaziele bislang nicht infrage. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Reuters“ erklärte ein Sprecher, dass das Unternehmen weiterhin daran festhalten will. Unterstützen sollen neue Vereinbarungen mit dem Energieversorger We Energies. Geplant sind CO₂-freie Energieprojekte im US-Bundesstaat Wisconsin mit einer Leistung von 1,2 Gigawatt. Dazu gehören Solar- und Batteriespeicheranlagen, die ab Dezember 2028 in Betrieb gehen sollen.
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Weitere Energiequellen rücken in den Fokus
Da der steigende Energiebedarf nicht überall kurzfristig durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann, prüft Microsoft auch andere Optionen. Für große Tech-Unternehmen ist vor allem eine stabile Stromversorgung entscheidend. Im September 2024 schloss Microsoft deshalb mit Constellation Energy einen Stromabnahmevertrag über 20 Jahre. Dieser soll helfen, einen Block des Kernkraftwerks Three Mile Island wieder in Betrieb zu nehmen. Dort hatte sich 1979 ein Reaktorunfall ereignet.
Wie groß die Herausforderung ist, zeigt der Energiebedarf moderner Rechenzentren. Laut Reuters benötigen einige Anlagen mehrere Gigawatt Leistung. Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht bereits 1 Gigawatt rund 8,76 Milliarden Kilowattstunden. Das deckt den Jahresverbrauch von etwa 2,6 Millionen Haushalten in Deutschland. Bei mehreren Gigawatt wird deutlich, wie stark der KI-Ausbau die Energieplanung beeinflusst.
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Noch keine endgültige Entscheidung
Eine endgültige Entscheidung hat Microsoft laut Bloomberg bisher nicht getroffen. Aktuell handelt es sich um interne Überlegungen. Ob das Unternehmen sein Klimaziel verschiebt, aufgibt oder beibehält, bleibt offen.