1. April 2026, 14:16 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im digitalen Zeitalter braucht es immer mehr Rechenpower. Insbesondere mit dem Aufkommen Künstlicher Intelligenz steigt der Bedarf an Energie rasant an. Deswegen entstehen gegenwärtig immer mehr KI-Rechenzentren, um der zunehmenden Verbreitung und etlichen Anfragen bei diversen Anwendungen wie ChatGPT Herr zu werden. Das verbraucht viele Ressourcen wie Strom und Wasser – und hat laut einer neuen Studie auch einen weiteren Effekt auf die Umwelt.
KI-Rechenzentren erwärmen Umgebung
Denn Forscher der University of Cambridge haben in einer neuen Studie festgestellt, dass KI-Rechenzentren aufgrund ihres hohen Energieeinsatzes die Temperatur ihrer Umgebung nachweislich um mehrere Grad erhöhen. Wie „Forschung und Wissen“ schreibt, kommt es dadurch zu Hitzeinseln, von denen weltweit bereits etwa 340 Millionen Menschen betroffen sind.
Für die Untersuchung zog das Forschungsteam Satellitendaten zur Oberflächentemperatur der vergangenen 20 Jahre heran. Diese brachte es mit den Standorten von mehr als 8400 KI-Rechenzentren in Verbindung. Der Fokus lag hierbei auf Zentren, die in nicht dicht besiedelten Räumen gebaut wurden, um weitere Einflussfaktoren auf die Temperatur möglichst auszuschließen.
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So viel wärmer kann es werden
Bei ihren Nachforschungen stellten die Wissenschaftler fest, dass kurz nach der Errichtung eines KI-Rechenzentrums die Temperatur im Durchschnitt um zwei Grad Celsius steigt. Der gemessene Spitzenwert betrug sogar 9,1 Grad Celsius. Dieser Effekt ist in einem Umkreis von bis zu zehn Kilometern zu beobachten.
Dabei nimmt der Temperaturanstieg mit zunehmender Entfernung nicht im zu erwartenden Maße ab. Selbst in sieben Kilometern Entfernung würde die Wärmeintensität noch 70 Prozent betragen. Weltweit sind viele Menschen von der Erwärmung betroffen. Und aufgrund des anhaltenden Booms und des weiteren Ausbaus von KI-Rechenzentren, könnte die Zahl der Betroffenen weiter zunehmen.
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Chancen von KI-Rechenzentren
Auch der Experte Oliver Fronk bestätigt die grundlegende Problematik auf Nachfrage. Fronk arbeitet für das Unternehmen Prior1, das Rechenzentren plant und baut. Es sei richtig, dass Rechenzentren viel Wärme abgeben und diese Probleme verursachen können. Allerdings sei die entstehende Wärme kein reines KI-Problem, sondern betreffe Rechenzentren allgemein. Fronk sieht aber auch die Möglichkeit, die Abwärme weiterzuverwenden.
Rechenzentren seien demnach keine reinen Hitzeverursacher, sondern auch planbare Energiequellen. Das eigentliche Problem sei nicht die entstehende Wärme, sondern dass man sie in vielen Fällen einfach ungenutzt lasse. Unkontrolliert abgegebene Wärme könne laut Fronk eine Belastung sein. Eine sinnvolle Verwendung, etwa für Gebäude oder ganze Quartiere, wäre jedoch ein Mehrwert.
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„Wichtiger Baustein der Energiewende“
Dank des deutschen Energieeffizienzgesetzes und ähnlicher Regularien auf EU-Ebene werde die Nutzung von Abwärme zur Pflicht. Das gilt auch für KI-Rechenzentren. Neue Technologien könnten einerseits helfen, diese effizienter zu kühlen, und andererseits die vorhandene Wärme besser weiterzuverwenden.
Wichtig sei, dass man in Zukunft Stromversorgung, Rechenleistung und Wärmenutzung einheitlich denkt, um negative Folgen zu vermeiden. Fronk glaubt, dass Rechenzentren eventuell sogar zur Energiewende beitragen könnten.