7. Mai 2026, 8:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Meta prüft neue Wege für die Stromversorgung seiner Rechenzentren. Statt sich nur auf klassische Solarparks zu verlassen, richtet der Konzern den Blick ins Weltall. Ziel ist es, künftig Energie aus dem All zu nutzen, um den wachsenden Bedarf seiner KI-Systeme zu decken.
Die Rechenzentren von Meta benötigen große Mengen Strom. Bereits 2024 lag der Verbrauch bei mehr als 18.000 Gigawattstunden. Das entspricht der Versorgung von über 1,7 Millionen Haushalten in den USA für ein ganzes Jahr. Da immer leistungsfähigere KI-Modelle eingesetzt werden, steigt der Bedarf weiter an. Meta plant deshalb, erneuerbare Energien deutlich auszubauen. Vorgesehen sind Kapazitäten von bis zu 30 Gigawatt, die vor allem aus großen Solaranlagen stammen sollen. Ein Problem bleibt jedoch bestehen: Nachts liefern diese Anlagen keinen Strom. Daher müssen Betreiber bislang entweder Speicherlösungen nutzen oder auf andere Energiequellen ausweichen.
So soll Solarstrom aus dem All funktionieren
Anscheinend hat Meta eine Vereinbarung mit dem US-Start-up Overview Energy geschlossen. Ziel ist es, noch vor Ende des Jahrzehnts Solarenergie aus dem Weltall zu beziehen. Das Konzept basiert auf Satelliten, die Sonnenenergie im All aufnehmen und in energiearmes Nahinfrarotlicht umwandeln. Dieses Licht wird anschließend zur Erde geschickt und von bestehenden Solarparks wieder in Strom umgewandelt. Overview setzt dabei auf einen breiten Infrarotstrahl.
Damit sollen technische Hürden sowie Sicherheits- und Regulierungsprobleme vermieden werden, die bei anderen Ansätzen wie Hochleistungslasern oder Mikrowellen auftreten. Laut dem Online-Magazin „TechCrunch“ soll es möglich sein, direkt in den Strahl zu schauen, ohne gesundheitliche Schäden zu riskieren, so CEO Marc Berte.
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Das System könnte einen entscheidenden Vorteil bieten. Bestehende Solarparks könnten dauerhaft Strom erzeugen. Während ein Teil der Erde im Dunkeln liegt, liefern die Satelliten weiterhin Energie aus dem All. Dadurch würde die vorhandene Infrastruktur effizienter genutzt. Gleichzeitig könnte der Einsatz fossiler Energieträger weiter reduziert werden.
Pläne für eine große Satellitenflotte
Overview Energy plant langfristig den Einsatz von rund 1000 Satelliten. Diese sollen in einer geosynchronen Umlaufbahn etwa 35.000 Kilometer über dem Äquator positioniert werden. Dort scheint die Sonne nahezu ohne Unterbrechung. Jeder Satellit soll über mehr als zehn Jahre Energie liefern. Gemeinsam könnten sie etwa ein Drittel der Erdoberfläche abdecken. Die Technik befindet sich jedoch noch in der Entwicklung. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Energieübertragung bereits erfolgreich vom Flugzeug zum Boden getestet. Für Januar 2028 ist ein erster Satellitenstart geplant, der die Energieübertragung aus dem All demonstrieren soll. Ab 2030 ist der Aufbau der vollständigen Flotte vorgesehen.
Meta hat laut aktueller Ankündigung eine erste Reservierungsvereinbarung mit Overview abgeschlossen. Damit könnte der Konzern künftig bis zu ein Gigawatt Leistung aus dem All beziehen. Ob bereits finanzielle Mittel geflossen sind, ist nicht bekannt.