KI-Boom treibt Strom- und Wasserverbrauch massiv in die Höhe
Der wachsende Einsatz von KI sorgt für steigende Anforderungen an Infrastruktur und Versorgungssysteme Foto: AFP via Getty Images
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TECHBOOK Redaktion
12. Juli 2026, 15:55 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Der Erfolg von ChatGPT, Gemini und anderen KI-Diensten sorgt für einen deutlich steigenden Bedarf an Rechenleistung. Dadurch entstehen weltweit neue Rechenzentren, die große Mengen an Strom und Wasser benötigen. Die Folgen betreffen nicht nur die Betreiber der Anlagen, sondern zunehmend auch Energieversorger. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass steigende Infrastrukturkosten langfristig Auswirkungen auf die Preise von KI-Angeboten haben könnten.
KI-Rechenzentren benötigen mehr Wasser als gemeldet
Mit dem schnellen Wachstum von KI-Anwendungen steigt auch der Bedarf an Rechenzentren. Nach Branchenanalysen, auf die sich das Finanzportal „Morningstar“ beruft, liegt der Wasserverbrauch dieser Anlagen höher als die offiziellen Angaben der Unternehmen vermuten lassen.
Ein wichtiger Grund dafür ist der Energiebedarf der Rechenzentren. Kraftwerke, die die Anlagen mit Strom versorgen, benötigen ebenfalls Wasser. Dieser indirekte Verbrauch wird in den Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen bislang nicht vollständig berücksichtigt.
Die Entwicklung gewinnt zusätzlich an Brisanz, weil die Nachfrage nach KI-Diensten weiter zunimmt. Dadurch werden immer mehr Rechenzentren benötigt. Gleichzeitig erschweren anhaltende Dürreperioden in Teilen der USA die Situation.
Nicht nur der Wasserverbrauch steigt. Auch die Stromversorgung gerät zunehmend unter Druck. Im Sommer 2026 belastet die wachsende Zahl neuer KI-Rechenzentren das US-Stromnetz erheblich. Hohe Temperaturen und die anhaltende Trockenheit verschärfen die Lage zusätzlich.
Um auf die Entwicklung zu reagieren, investiert der Energieversorger National Grid 1,75 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen Joulent und sichert sich damit einen Anteil von 35 Prozent. Joulent entwickelt Infrastruktur für Großkunden mit besonders hohem Strombedarf. Dazu gehören auch Betreiber von Rechenzentren.
Die Investition zeigt, welche Summen inzwischen notwendig sind, um den Ausbau der Infrastruktur für KI-Anwendungen zu unterstützen. Gleichzeitig verdeutlicht sie den wachsenden Druck auf die Energiebranche.
Welche Folgen der Ausbau haben könnte
Der Ausbau von KI-Diensten steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen Klimazielen, Energieversorgung und Netzstabilität. Laut Morningstar gewinnen deshalb Lösungen für eine netzunabhängige Stromversorgung von Rechenzentren an Bedeutung. Dazu zählen kleine Generatoren, die vergleichsweise günstig und schnell verfügbar sind.
Wie sich die Entwicklung langfristig auf den Markt auswirkt, ist derzeit offen. Unklar bleibt, ob steigende Ausgaben für Energie und Infrastruktur künftig zu höheren Preisen für KI-Dienste führen oder den weiteren Ausbau bremsen könnten.
Fest steht jedoch, dass die Branche vor der Aufgabe steht, Lösungen für den wachsenden Energie- und Ressourcenbedarf zu finden. Der anhaltende KI-Boom erhöht den Druck, neue Wege zu entwickeln, ohne Klima und Versorgungssicherheit zusätzlich zu belasten.
Mit Material von dpa
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