11. Mai 2026, 9:35 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Beim Blick durch den Instagram-Feed ist oft nicht mehr eindeutig zu erkennen, ob Inhalte echt sind oder mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden sind. Bilder von Landschaften, Porträts oder kurze Videos können mittlerweile vollständig künstlich erzeugt sein oder nur leicht verändert wirken.
Diese Veränderungen sind teilweise so subtil, dass sie kaum von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind. Dadurch wird es für Nutzer zunehmend schwieriger, KI-Inhalte zu identifizieren. Instagram reagiert auf diese Entwicklung und sucht nach Lösungen, um mehr Klarheit zu schaffen.
Neues Profil-Label für KI-Inhalte
Laut eigenen Angaben testet Instagram derzeit ein neues Label für Profile, die regelmäßig KI-generierte oder bearbeitete Inhalte veröffentlichen. Dieses Label ist freiwillig und erscheint direkt im Profil unter den Kontoinformationen als Hinweis „AI creator“. Beim Antippen wird eine Erklärung eingeblendet, die darauf hinweist, dass Inhalte auf dem Profil mit KI erstellt oder verändert wurden. Zusätzlich soll dieser Hinweis auch bei einzelnen Beiträgen und Reels sichtbar sein. Dadurch erkennen Nutzer bereits beim Scrollen, dass ein Bild oder Video möglicherweise nicht klassisch aufgenommen wurde.
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Der neue Ansatz unterscheidet sich von bisherigen Maßnahmen. Bislang lag der Fokus auf einzelnen Beiträgen. Seit Juli 2024 zeigt der Hinweis „AI info“, ob bei einem konkreten Inhalt KI benutzt wurde. Jetzt richtet Instagram den Blick auf das gesamte Konto. Grundlage sind dabei die Angaben der Content Creators selbst. Nutzer sollen so schneller einschätzen können, ob KI nur gelegentlich genutzt wird oder ein fester Bestandteil des Profils ist. Offen bleibt jedoch, ob Instagram künftig auch echte Inhalte gesondert kennzeichnen wird.
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Aktivierung liegt bei den Creators
Das neue Label erscheint nur, wenn Creators es selbst aktivieren. Dafür müssen sie in den Profileinstellungen den entsprechenden Schalter betätigen. Instagram sieht darin eine Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen und transparent mit dem Einsatz von KI umzugehen. Gleichzeitig betont die Plattform, dass die Nutzung des Labels keine Auswirkungen auf die Reichweite oder Verbreitung von Beiträgen haben soll. Für viele Creators dürfte das ein wichtiger Punkt sein.
Mögliche Pflichtkennzeichnung?
Aktuell ist nicht bekannt, wann das Label für alle Nutzer verfügbar sein wird. Auch die weitere Entwicklung ist offen. Es ist möglich, dass Instagram dauerhaft auf eine freiwillige Kennzeichnung setzt. Ebenso denkbar ist eine strengere Lösung, bei der Konten automatisch markiert werden, wenn sie regelmäßig KI-Inhalte veröffentlichen. Für Nutzer wäre das eine verlässlichere Orientierung, da sie sich nicht auf freiwillige Angaben verlassen müssten.