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Schwere Abhör-Vorwürfe

Samsung-Fernseher hören auch über Soundbars mit

Es ist nur die Hand einer Person zu erkennen, die eine Fernbedienung hält. Damit wurde wohl gerade der Fernseher an der Wand im Wohnzimmer eingeschaltet
Wie viel hört Ihr Fernseher wohl mit? Foto: Getty Images
Giselle Pomplun

26. Oktober 2026, 15:35 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ein Sicherheitsforscher wirft Samsung vor, bei seinen Smart-TVs deutlich mehr Informationen über Nutzer und deren Umfeld zu erfassen als bislang bekannt. Besonders erschreckend: Selbst Fernseher ohne eingebautes Mikrofon sollen unter bestimmten Umständen auf Mikrofone verbundener Geräte zugreifen können.

Ein Sicherheitsforscher, der auf der Plattform „X“ unter dem Namen log4j veröffentlicht, hat nach eigenen Angaben einen Samsung-Fernseher aus dem Modelljahr 2025 gründlich untersucht. Auslöser waren ungewöhnlich treffende Werbeeinblendungen, die ihm während der Nutzung des Geräts aufgefallen waren. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er danach auf seinem X-Profil.

Was der Fernseher alles wissen könnte

Bei seiner Untersuchung stieß der Experte nach eigenen Angaben auf verschiedene Informationen, die der Fernseher über seine Umgebung sammelt. Dazu soll unter anderem gehören, wie oft in einem Haushalt ein Hund bellt oder ein Baby schreit. Die entsprechenden Ereignisse würden demnach gezählt und an Server des Herstellers übermittelt.

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Außerdem soll der Fernseher Informationen über die Helligkeit im Raum sowie die Nutzung einer angeschlossenen Kamera erfassen. Die Daten würden anschließend in der Cloud gespeichert. Einen Nachweis dafür, dass ganze Gespräche oder Tonaufnahmen übertragen werden, liefert die Untersuchung jedoch nicht.

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Soundbar statt Mikrofon?

Besonders interessant sind die Behauptungen rund um externe Audiogeräte. Laut log4j suchen Samsung-Fernseher selbst dann nach verfügbaren Mikrofonen, wenn sie kein eigenes Mikrofon besitzen. Als mögliche Quellen nennt der Forscher gekoppelte Soundbars oder Bluetooth-Lautsprecher. Ob die Geräte tatsächlich Toninformationen erfassen und verarbeiten, bleibt jedoch offen. Auch log4j betont, dass seine bisherigen Funde nicht belegen, dass Samsung Gespräche aufzeichnet oder Sprachinhalte analysiert.

Samsung nutzt die Technik bereits für KI-Funktionen

Die Geräuscherkennung versteckt Samsung nicht. Der Hersteller bewirbt seine aktuellen Vision-AI-Fernseher mit Funktionen wie „Pet Care“ und „Family Care“. Die Geräte erkennen mithilfe künstlicher Intelligenz, wenn ein Hund bellt oder ein Baby schreit, und schicken anschließend eine Benachrichtigung an die SmartThings-App.

Kritik übt der Forscher vor allem an der Kommunikation des Unternehmens. Seiner Ansicht nach erklärt Samsung nicht eindeutig, welche Nutzungsdaten die Fernseher erfassen, zählen und möglicherweise an Unternehmensserver übermitteln. Auf seine Vorwürfe hat Samsung bislang nicht reagiert. Die Auswertung der entdeckten Daten läuft noch, könnte die Diskussion über den Datenschutz bei Smart-TVs jedoch weiter anheizen.

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