Werbung, Empfehlungen und vorinstallierte Dienste machen viele Smart-TVs zunehmend unübersichtlich. Zwei neue Open-Source-Projekte wollen das mithilfe von KI ändern und den Startbildschirm wieder auf das Wesentliche reduzieren.
KI-Tools versprechen eine bessere Übersicht
Wer heute eine Serie starten oder eine Mediathek öffnen möchte, muss sich auf vielen Smart-TVs zunächst durch eine Vielzahl von Empfehlungen, Werbeflächen und App-Vorschlägen kämpfen. Die Benutzeroberflächen moderner Fernseher sind oft mit Inhalten gefüllt, die nicht direkt vom Nutzer stammen. Genau hier setzen die Projekte „CleanYourTV“ und „dumbtv“ an.
Die kostenlos verfügbaren Tools sollen die Oberfläche vereinfachen und Nutzern mehr Kontrolle über ihren Fernseher geben. Unterstützt werden vor allem Geräte mit Android TV oder Google TV, darunter zahlreiche Modelle von Sony, TCL und Philips. Das Projekt dumbtv funktioniert zudem auf Fire-TV-Geräten von Amazon. Fernseher von Samsung mit Tizen sowie LG-Modelle mit webOS bleiben dagegen außen vor.
Die Einrichtung erfolgt über einen Computer im selben Heimnetzwerk. Dabei kann beispielsweise der KI-Assistent Claude Code von Anthropic eingesetzt werden. Das System ist in der Lage, Befehle auszuführen und Einstellungen auf dem Fernseher vorzunehmen. Voraussetzung dafür sind aktivierte Entwickleroptionen und entsprechende Zugriffsrechte auf dem Gerät.
Nach Angaben der Entwickler können auf diese Weise bestimmte Programme und Werbedienste deaktiviert werden. Gleichzeitig lässt sich ein deutlich reduzierter Startbildschirm einrichten, ohne das eigentliche Betriebssystem auszutauschen. Ziel ist es, die Bedienung übersichtlicher zu machen und Nutzer unabhängiger von den Vorgaben der Herstelleroberflächen werden zu lassen.
Die Projekte verfolgen noch ein weiteres Ziel: Sie sollen die Datenerfassung durch Smart-TVs einschränken. Ein Test des Portals RTINGS zeigte bei einem untersuchten Sony-Fernseher mit Google TV, dass aktivierte Funktionen zur Inhaltserkennung regelmäßig Informationen an externe Dienste übermitteln können. Diese Daten dienen unter anderem dazu, zu erkennen, welche Inhalte gerade auf dem Bildschirm angezeigt werden.
Ganz ohne Risiken ist das Entrümpeln mithilfe der KI-Tools allerdings nicht. Werden versehentlich wichtige Systemanwendungen deaktiviert, können einzelne Funktionen des Fernsehers ausfallen. Zudem besteht die Gefahr, dass automatische Updates abgeschaltet werden. Die Entwickler von CleanYourTV bieten deshalb ein Werkzeug an, mit dem sich stillgelegte Programme wieder aktivieren lassen. Unberührt bleibt jedoch die Werbung innerhalb einzelner Apps wie Netflix oder YouTube. Diese lässt sich durch die neuen Menüs nicht entfernen.
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