23. Mai 2026, 11:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Fernsehen läuft heute oft über verschiedene Wege. Viele Haushalte nutzen entweder den Kabelanschluss, die Satellitenschüssel oder Fernsehen über das Internet (IPTV) – mitunter sogar parallel. Dazu kommen Streaming-Dienste, Mediatheken und Apps auf dem Smart-TV. Genau dieses Nebeneinander verschiedener Systeme soll DVB-I vereinfachen. Der neue TV-Standard will klassisches Fernsehen und Internet-TV in einer gemeinsamen Oberfläche zusammenführen. Zuschauer sollen Programme dadurch schneller finden und nicht mehr zwischen mehreren Menüs oder Senderlisten wechseln müssen.
Wie DVB-I im Alltag funktionieren soll
DVB-I arbeitet nicht als zusätzliche App auf dem Fernseher. Stattdessen bleibt die normale Senderliste erhalten. Der Fernseher ruft dafür eine spezielle Serviceliste ab. Darin sind verfügbare Sender und passende Empfangswege gespeichert. Neben dem Internet berücksichtigt das System auch Kabel, Satellit oder Antenne.
Findet der Fernseher mehrere Möglichkeiten für den Empfang eines Senders, soll automatisch das beste verfügbare Signal genutzt werden. Die Programme erscheinen anschließend in einer gemeinsamen Übersicht. Doppelte Senderlisten sollen dadurch verschwinden. Für Nutzer bleibt die gewohnte TV-Bedienung erhalten. Der technische Wechsel zwischen den Empfangsarten läuft im Hintergrund ab.
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Regelbetrieb startet zuerst in Neuseeland
Wie weit die Entwicklung bereits ist, zeigt der Start in Neuseeland. Dort hat Freeview New Zealand die weltweit erste landesweite Free-TV-Plattform auf DVB-I-Basis angekündigt. Der Dienst trägt den Namen Freeview NextGen und soll im dritten Quartal 2026 in den Regelbetrieb gehen.
Geeignete Fernseher empfangen die frei verfügbaren TV-Sender dann direkt über das Internet. Eine zusätzliche App ist dafür nicht notwendig. Nutzt ein Haushalt zusätzlich Kabel, Satellit oder Antenne, erscheinen die Programme trotzdem in einer gemeinsamen Senderübersicht. Mehrfache Einträge blendet das System automatisch aus.
Zum Start wird Freeview NextGen in Fernsehern von TCL und Hisense integriert. Weitere Hersteller sollen später folgen.
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Deutschland bereitet DVB-I ebenfalls vor
Auch hierzulande laufen bereits Vorbereitungen für DVB‑I. Die Deutsche TV-Plattform hat ein erstes Implementierungsprofil für DVB-I-Empfangsgeräte veröffentlicht. In dem Branchenverein arbeiten unter anderem Sender, Gerätehersteller, Netzbetreiber und Forschungseinrichtungen zusammen.
Das Profil legt fest, welche technischen Anforderungen Fernseher und Receiver erfüllen müssen. Ziel ist, dass Geräte später zuverlässig mit einer deutschen DVB-I-Serviceliste funktionieren. Nach aktuellem Stand soll ein öffentlicher DVB-I-Dienst in Deutschland im Laufe des Jahres 2026 starten. Einen genauen Termin gibt es bisher aber nicht.