20. Juli 2026, 14:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
OpenAI arbeitet offenbar weiterhin daran, seine KI stärker in eigene Hardware zu integrieren. In den vergangenen Monaten kursierten verschiedene Gerüchte über mögliche Geräte. Genannt wurden unter anderem ein stiftähnliches Eingabegerät, das Audio-Gadget „Sweetpea“ im Stil von In-Ear-Kopfhörern sowie ein eigenes Smartphone. Nun zeichnet sich jedoch ein anderes Produkt als möglicher Einstieg in das Hardware-Geschäft ab. Laut einem Bericht plant das Unternehmen zunächst einen smarten Lautsprecher, der ChatGPT direkt in den Alltag bringen soll.
Lautsprecher soll flexibel im Haushalt nutzbar sein
Nach Informationen des Nachrichten-Magazins „Bloomberg“ soll das Gerät keinen Bildschirm besitzen. Stattdessen setzt OpenAI demnach auf einen Lautsprecher, der sich dank eines integrierten Akkus flexibel zwischen verschiedenen Räumen bewegen lässt. So könnte er beispielsweise in der Küche genutzt werden und später im Wohnzimmer oder Schlafzimmer weiterlaufen.
Neben der Wiedergabe von Musik soll das Gerät Fragen beantworten und bei der Bearbeitung von Nachrichten helfen. Außerdem soll sich damit vernetzte Haustechnik steuern lassen. Wer den Lautsprecher dauerhaft an einem Ort verwenden möchte, soll ihn auch fest an das Stromnetz anschließen können.
GPT-Live übernimmt die Sprachsteuerung
Als zentrale Sprachschnittstelle soll GPT-Live dienen. Dabei handelt es sich um eine weiterentwickelte Version des ChatGPT-Sprachmodus, die OpenAI bereits in diesem Monat veröffentlicht hat. Das System kann gleichzeitig zuhören und sprechen. Zudem soll es sich während einer Unterhaltung natürlicher an den Gesprächsverlauf anpassen und Informationen schnell verarbeiten.
Zusätzlich plant OpenAI laut Bericht den Einsatz einer Kamera sowie weiterer Sensoren. Diese sollen die Umgebung erfassen und der KI zusätzliche Informationen liefern. Dadurch könnte das System Situationen und Anfragen besser einordnen.
System soll Nutzer mit der Zeit besser verstehen
Dem Bericht zufolge soll sich die Technik zunehmend auf ihre Besitzerinnen und Besitzer einstellen. Das System lernt demnach im Laufe der Nutzung mehr über seine Anwender und kann Informationen eigenständig bereitstellen. Auch persönliche Daten wie E-Mails könnten dabei berücksichtigt werden.
Darüber hinaus ist von beweglichen mechanischen Elementen die Rede. Diese sollen sich selbst bewegen und den Lautsprecher lebendiger erscheinen lassen. Welche Bestandteile gemeint sind und wie diese Bewegungen konkret aussehen, ist bislang jedoch nicht bekannt.
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Datenschutz dürfte in Europa besonders wichtig werden
Die geplanten Funktionen könnten insbesondere in Europa Fragen zum Datenschutz aufwerfen. Der Lautsprecher soll nicht nur E-Mails auswerten, sondern mithilfe einer Kamera und weiterer Sensoren auch seine Umgebung erfassen.
Nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung müsste OpenAI offenlegen, welche Daten verarbeitet werden, auf welcher Grundlage dies geschieht und welchem Zweck die Verarbeitung dient. Zudem dürfte das Unternehmen nur die erforderlichen Informationen erfassen und müsste entsprechende Schutzmaßnahmen umsetzen. Auch Fragen zur Speicherdauer, zu möglichen Datenübermittlungen außerhalb der EU sowie zu den Kontrollmöglichkeiten für Nutzerinnen und Nutzer wären zu klären.
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Marktstart ist für 2027 vorgesehen
Aktuell soll OpenAI planen, den Lautsprecher noch 2026 vorzustellen. Der Verkaufsstart ist dem Bericht zufolge für 2027 vorgesehen. Allerdings soll das Gerät nur ein Teil größerer Hardware-Pläne sein.
Laut Bloomberg prüft das Unternehmen außerdem einen KI-Anhänger, Geräte für die Heimrobotik und langfristig sogar einen möglichen Ersatz für das Smartphone. Ob sich OpenAI mit solchen Produkten im Hardware-Markt etablieren kann, bleibt abzuwarten. Ein früheres hardwarenahes Projekt verlief nicht erfolgreich: Der Browser Atlas, der erst im Oktober 2025 gestartet wurde, wird am 9. August 2026 wieder eingestellt. Einige seiner Funktionen sollen jedoch in die neue Desktop-App übernommen werden. Damit wird der geplante Lautsprecher zur nächsten wichtigen Bewährungsprobe für OpenAI außerhalb von ChatGPT.