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Der große Ratgeber

Wie finde ich heraus, ob mein Fernseher veraltet ist?

Frau mit Hund und Fernseher
Wann erkenne ich, ob mein Fernseher zum alten Eisen gehört? TECHBOOK verrät es.Foto: Getty Images

Ihr Fernseher hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und Sie fragen sich, ob er inzwischen schon veraltet ist und Sie sich einen neuen zulegen sollen? Es gilt auf mehrere Kriterien zu achten, um festzustellen, ob der TV schon zum alten Eisen gehört oder noch völlig ausreichend ist.

Früher hielt ein guter Röhrenfernseher jahrzehntelang durch. Inzwischen wird aber jedes Jahr neue Technik im TV verbaut, die das Vorjahresgerät alt aussehen lässt. Aktualisierte Smart-TV-Plattformen, neue Standards wie HDR oder Dolby Vision oder verbesserte Versionen von Anschlüssen wie HDMI verbessern das Sehgefühl gefühlt im Minutentakt. Doch wann ist ein Fernseher wirklich „veraltet“, wie erkenne ich das und wann sollte ich das Gerät austauschen? Der große Ratgeber von TECHBOOK klärt auf.

Ist mein TV alt, wenn er kein 4K kann?

Wer im Elektromarkt nach einem passenden Fernseher sucht, findet fast nur noch Modelle mit vierfacher Full-HD-Auflösung (4K) und einer Auflösung von mindestens 8 Millionen Pixeln. Ist ein Full-HD-Fernseher also veraltet? Zunächst einmal: Fast jeder Hersteller bietet auch heute noch aktuelle Full-HD-Modelle an. Diese stehen im Fachmarkt allerdings nicht auf dem Präsentiertisch und rücken auch in den Werbekampagnen der Hersteller immer mehr in den Hintergrund. Sie sind aber da und bilden noch einen beachtlichen Teil des Marktes ab. Die Auflösung allein ist also kein Anzeichen für einen alten Fernseher.

Und keine Sorge: Selbst wer noch einen älteren Full-HD-TV hat, muss ihn nicht sofort entsorgen. Die 4K-Auflösung ist zwar aus nächster Nähe betrachtet schön scharf, es gibt aber abgesehen von wenigen Ausnahmen keine 4K-Fernsehsender. Bei Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon Prime Video und Sky gibt es allerdings vermehrt die Option auf 4K-Inhalte, was das Streaming-Erlebnis verbessern kann. Wem das egal ist, der kann beruhigt sein: Alle Filme und Serien laufen auch weiterhin noch in Full-HD.

Pflicht ist 4K derzeit also nicht – allerdings wird es die nächsten Jahre weiter von der Film- und TV-Industrie gefördert werden. Wer sich ohnehin einen neuen TV kaufen will, sollte dementsprechend überlegen, ob er sich zukunftssicher machen will und zum 4K-Modell greift. Die nächste Stufe steht mit 8K aber auch bereits in den Startlöchern.

Braucht mein TV Techniken wie QLED, OLED oder HDR?

Jedes Jahr buhlen die TV-Hersteller mit allerhand Bildverschönerung oder Display-Techniken um die Kunden. Viele Nutzer blicken gar nicht mehr durch, welcher Begriff eigentlich für was steht. Generell lässt sich aber sagen: Vieles sind nette Zusätze mit schönen Marketing-Namen, die aber niemand wirklich braucht. Standards wie HDR („High Dynamic Range“, z. Dt. „Hoher Kontrastumfang“) oder Dolby Vision sorgen bei 4K-Fernsehern für ein hohen Kontrast und leuchtendere Farben. Mit QLED bezeichnet Samsung eine teure Display-Technologie, die für leuchtende Bilder mit einem besonders großen Farbspektrum sorgen. Und die sogenannten OLED-Displays sind vielen vielleicht aus der Smartphone-Welt ein Begriff. Es handelt sich dabei um Displays, die keine separate Hintergrundbeleuchtung benötigen, da die Bildpunkte selbst leuchten. Das ist zwar etwas teurer als QLED, sorgt aber auch für besonders schöne Bilder und ermöglicht eine flachere Bauweise.

Um hier das Optimum herauszuholen, benötigt es aber auch entsprechend angepasstes Material, also Filme und Serien, die etwa HDR unterstützen. Das ist zunehmend der Fall, die entsprechenden Videos können aber auch ohne die Technik angesehen werden – dann eben in etwas weniger guter Bildqualität. Nutzer, denen das nicht so wichtig ist, sollten sich nicht beirren lassen, wenn ihr Fernseher all diese Funktionen nicht hat – sie sorgen zwar für ein aufgemotztes Bild und sind sicherlich für Technik- und Film-Enthusiasten interessant, aber kein Muss.

Ist mein TV alt, wenn meine Smart-TV-Apps langsam sind?

Wer seinen Fernseher mit dem Internet verbunden hat und die oft vorinstallierten Apps wie Netflix, die Mediatheken von ARD und ZDF oder Amazon Video nutzt, wird das Altern der Geräte schnell bemerken. In der Regel kommen jedes Jahr neue Versionen der Betriebssysteme heraus, ältere werden nicht mehr unbedingt mit App-Updates versorgt. So setzt Samsung etwa seit 2015 bei vielen Fernsehern auf das eigene Betriebssystem Tizen, die Apps sind entsprechend darauf optimiert. Der Smart Hub auf älteren Geräten steuert sich heute sehr behäbig, es gibt nur noch wenige Apps und diese starten sehr langsam – auch, weil die Prozessoren im TV nicht mehr auf dem neuesten Stand sind.

Nimmt man nur die smarten Funktionen als Maßstab, könnte ein Fernseher also schon nach 4 oder 5 Jahren als veraltet gelten. Aber: Die Bildqualität der Geräte ist nach wie vor gut und mit Steaming-Sticks können sie aktuelle und flüssig laufende Apps jederzeit ganz leicht für knapp 30 Euro nachrüsten. Auch hier gilt also: Wenn Ihnen schnelle Apps wichtig sind, dann sollten Sie sich ein aktuelleres Model zulegen. wenn es Sie nicht stört und die Apps und und für sich noch funktionieren, tun es auch ältere Modelle noch.

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