IPTV, Online-TV

So empfangen Sie Fernsehen übers Internet

Paar mit Laptop im Bett
Für das gemütliche Fernsehschauen im Bett tut es auch ein Laptop mit Internet. Zahlreiche Sender sind bereits online verfügbar.
Foto: Getty Images

Keinen Fernseher, keine Lust auf Streamingdienste, aber mal wieder Lust aufs Zappen? Das gibt es eigentlich nur beim guten alten linearen TV via Kabel oder Antenne. Eigentlich. Denn längst gibt es Anbieter, die klassisches TV auch auf Smartphone oder Tablet bringen.

Video-on-Demand – also das Streamen von Filmen und Serien auf Abruf zur Wunschzeit – wird immer beliebter. Laut dem IT-Verband Bitkom konsumieren hierzulande mittlerweile 37 Prozent der Internetnutzer bezahlte Streaming-Angebote. Im vergangenen Jahr waren es noch 29 Prozent.

Aber neben all diesen On-Demand-Angeboten hat es auch das klassische Fernsehen ins Netz geschafft. Gleich mehrere Anbieter streamen lineares TV. Diese Angebote sind besonders für zwei Szenarien interessant: Wer keinen Kabelanschluss und keine Sat-Schüssel hat oder die Antennenfernseh-Umstellung auf DVB-T2 nicht mitmachen wollte, kann so Fernsehen via Internet empfangen. Und zum anderen: Auch unterwegs ist so der TV-Empfang auf Smartphones, Tablets oder Notebooks möglich. Nur im Ausland muss aus Lizenzgründen meist auf das heimische TV-Programm verzichtet werden.

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Große Provider bieten IPTV an

Es gibt zwei Arten von TV-Streaming-Anbietern: Die großen Internet-Provider, die Fernsehen nur über ihre eigenen Netze anbieten, und TV-Anbieter, die über jede Internetverbindung genutzt werden können.

Zu den Internet-Providern mit TV-Angebot zählen etwa die Telekom, Vodafone und 1&1. Bei ihnen kann man nur fernsehen, wenn man auch ihren Internetanschluss gebucht hat. Das hat technische Gründe: „Um einen störungsfreien Empfang zu gewährleisten, sind Verteilernetze und Empfangsboxen genau aufeinander abgestimmt“, erklärt Nico Jurran vom „c’t“-Fachmagazin. Bei diesem sogenannten IPTV läuft der Stream daher stabil. Der Preis dafür ist aber ein eigener Receiver, den man vom Provider mieten oder kaufen muss.

Bei der Telekom geht es mit der Option MagentaTV preislich bei etwa 8 Euro los. 1&1 startet ab etwa 10 Euro mit IPTV-Optionen, ähnlich wie Vodafone bei seinem Giga-TV-Angebot, das aber ab dem 13. Monat 15 Euro kostet. Alle bieten gegen Aufpreis auch Premium-Pakete, die etwa mehr Programme und mehr HD-Sender, aber teils auch Serien oder andere Video-on-Demand-Angebote bieten.

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Online-Fernsehen mit Zattoo und Magine

Wer Internet-TV freier mit verschiedenen Endgeräten oder auch unterwegs nutzen können möchte, kann auf Anbieter wie Zattoo, Magine TV, TV Spielfilm LIVE oder Waipu.tv zurückgreifen. Sie funktionieren unabhängig vom Internet-Provider.

Waipu.tv startet ab 5 Euro und bietet dafür 87 Sender und 25 Stunden Online-Aufnahmespeicher.

88 Sender streamt Zattoo kostenlos, schaltet dabei aber eigene Werbung. Der Premium-Zugang mit 106 Sendern, davon 72 in HD und der Möglichkeit, bis zu 30 Sendungen aufzunehmen, kostet 9,99 Euro pro Monat. Für 19,99 Euro im Monat gibt es noch mehr Leistungen. Den gleichen Preis ruft TV Spielfilm LIVE für Werbefreiheit, HD und zusätzliche Sender auf.

Auch Magine TV ist als Basisangebot mit 30 Sendern kostenlos, 15 davon in HD-Auflösung. Die Bezahlversion ist unterteilt: Entweder man bucht über 45 Sender für 10 Euro monatlich oder zahlt für über 65 Sender 20 Euro im Monat. Aufnahmen oder zeitversetztes Fernsehen sind nicht möglich.

Alle Angebote lassen sich entweder im Browser öffnen oder aber mit Apps für Android und iOS nutzen. Darüber hinaus stecken die Dienste teils auch in Spielkonsolen, Smart-TVs, Streamingboxen und -sticks.

Wo Sie Fernsehen im Internet kostenlos schauen können

Mediatheken für Fernsehmuffel

Wer nur gelegentlich fernsieht, braucht vielleicht keine TV-Abos mit Dutzenden Sendern, sondern wird mit den oft kostenlosen Mediatheken-Angeboten glücklich. „Die öffentlich-rechtlichen Sender streamen auch im Internet live und stellen die meisten Sendungen kostenfrei bis sieben Tage nach Ausstrahlung im Netz zur Verfügung“, erklärt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Auch die Privatsender bieten Mediatheken an.“ Oft sind darin die Angebote der einzelnen Senderfamilien zentral gebündelt. Einzelne Sendungen gibt es kostenlos, aber für den kompletten Zugang verlangen die Privaten meist eine Monatsgebühr.