Streaming-Dienste wie Netflix erhöhen die Abogebühren nur noch defensiv Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski
25. August 2026, 14:54 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Jahrelang wurden Streaming-Abos immer teurer. Jetzt deutet eine Analyse darauf hin, dass Netflix, Disney+ und Amazon bei Preiserhöhungen vorsichtiger agieren.
Weniger Spielraum für höhere Abo-Preise
Netflix, Disney+, Prime Video und andere Streaming-Dienste sind für viele Nutzer längst fester Bestandteil des Medienalltags. Doch wer mehrere Abos parallel nutzt, zahlt schnell beträchtliche Summen pro Monat. Hinzu kommen regelmäßige Preiserhöhungen, die den Unterhaltungsgenuss in den vergangenen Jahren deutlich verteuert haben.
Genau hier scheint inzwischen ein Wendepunkt erreicht zu sein. Viele Kunden haben offenbar ihre persönliche Schmerzgrenze erreicht und reagieren zunehmend sensibel auf steigende Kosten. Für die Anbieter wächst damit das Risiko, dass Nutzer einzelne Abonnements kündigen oder zu günstigeren Tarifen wechseln.
Darauf weist eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Ampere Analysis hin. Die Analysten haben die Preisentwicklung bei Netflix, Disney+ und Prime Video über mehrere Jahre hinweg ausgewertet. Das Ergebnis: Die großen Anbieter erhöhen ihre Preise weiterhin, allerdings nicht mehr so stark wie zuvor.
Während die durchschnittlichen Preissteigerungen zwischen 2023 und 2024 noch bei 24 Prozent lagen, sank der Wert von 2025 auf 2026 auf 14 Prozent. Auch die absoluten Aufschläge gingen leicht zurück. Netflix erhöhte seine Preise im Dreijahresdurchschnitt um 1,73 US-Dollar beziehungsweise 16 Prozent. Disney+ kam auf 1,53 US-Dollar und 17 Prozent. Bei Prime Video lag der durchschnittliche Aufschlag bei 1,47 US-Dollar. Prozentual fiel die Steigerung dort mit 30 Prozent zwar am höchsten aus, dafür wurden die Preise seltener angepasst.
Für Nutzer in Deutschland ist die Entwicklung besonders interessant. In Westeuropa fielen die Preisaufschläge laut Analyse sogar höher aus als in Nordamerika oder Mittel- und Osteuropa. Im Durchschnitt stiegen die Kosten hier um 1,86 US-Dollar beziehungsweise 16 Prozent.
Trotzdem deuten die Daten auf einen Strategiewechsel hin. Die Plattformen erzielen inzwischen zusätzliche Einnahmen durch Werbetarife und kostenpflichtige Zusatzmitgliedschaften. Dadurch sind sie weniger darauf angewiesen, ihre Standard-Abos regelmäßig zu verteuern. Ganz ausgeschlossen sind weitere Preissteigerungen allerdings nicht. Besonders Kunden ohne Werbung könnten künftig stärker betroffen sein. In den vergangenen drei Jahren stiegen die Preise werbefreier Tarife im Schnitt um 1,62 US-Dollar, während Abos mit Werbung nur um 1,21 US-Dollar teurer wurden.
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