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Gibt es auf Netflix bald mehr KI-Inhalte zu sehen?

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Netflix setzt bei Filmproduktionen künftig verstärkt auf KI-Tools Foto: Getty Images/Peter Dazeley
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Charlotte Ziesing

9. März 2026, 9:20 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Netflix übernimmt InterPositive, das von Ben Affleck gegründete KI-Filmtechnologieunternehmen. Damit holt sich der Streamingriese ein spezialisiertes Entwicklerteam ins Haus.

InterPositive wurde mit einer klaren Mission gegründet: Neue Technologien sollen kreative Möglichkeiten schützen und erweitern, nicht ersetzen. Darin sieht wohl auch Netflix seinen eigenen Anspruch. Mit der Übernahme investiert Netflix nun gezielt in KI-Werkzeuge, die Filmemacher in den Mittelpunkt stellen.

Ben Affleck wird Berater

Zu den finanziellen Details des Deals wurden laut dem US-Branchenmagazin „Variety“ keine Angaben gemacht. Fest steht jedoch: Das komplette, 16-köpfige Team von InterPositive wechselt im Zuge der Übernahme zu Netflix. Ben Affleck wird den Konzern darüber hinaus dauerhaft als Senior Adviser beraten und die Weiterentwicklung der Technologie begleiten. Eine kommerzielle Vermarktung der Tools auf dem freien Markt ist nicht geplant. Stattdessen soll die Technologie eigenen Kreativpartnern zugänglich gemacht werden.

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Was hinter der KI-Firma steckt

Affleck hatte nach eigenen Angaben 2022 damit begonnen, sich intensiv mit dem frühen Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Produktion zu beschäftigen. Als Regisseur und Schauspieler hätte er schnell die Grenzen bestehender Modelle erkannt. Sie seien nicht darauf ausgelegt gewesen, die „Nuancen des Filmemachens“ abzubilden, etwa wechselnde Lichtverhältnisse, die Verzerrung einer Linse oder unvorhersehbare Herausforderungen am Set. Vor allem aber fehlte aus seiner Sicht das menschliche Urteilsvermögen, das über Jahrzehnte reift und kreative Entscheidungen prägt.

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Gemeinsam mit einem Team aus Ingenieuren, Forschern und Kreativen entwickelte Affleck deshalb einen eigenen Ansatz. Sie erstellten einen proprietären Datensatz, der reale Produktionsbedingungen simuliert. Ziel war es, einen Workflow zu schaffen, der die Abläufe am Set präzise erfasst und eine Sprache spricht, die Kameraleute und Regisseure verstehen.

Das Team trainierte das erste Modell darauf, visuelle Logik und redaktionelle Konsistenz zu verstehen und typische Produktionsprobleme wie fehlende Aufnahmen oder falsche Beleuchtung zu berücksichtigen. Entscheidend: Die Systeme konzentrieren sich auf Filmtechniken, nicht auf Darbietungen, und enthalten bewusst eingebaute Beschränkungen, um die kreative Intention zu schützen.

Was bedeutet das für Netflix-Kunden

Affleck betont aber, dass die Technologie nicht an die Stelle von Kreativen treten soll. Künstler sollen so weiterhin alle kreativen Entscheidungen treffen. Netflix verweist auf seine Erfahrung bei der „verantwortungsvollen Anwendung und Skalierung von Technologie“ und sieht den Zusammenschluss als logischen nächsten Schritt in einer Entwicklung, die vom Übergang zum Tonfilm über digitale Kameras bis hin zu Motion Capture und virtueller Produktion reicht.

KI-Tools könnten Dreharbeiten einfacher und effizienter machen, Nachdrehs reduzieren und Effekte realistischer aussehen lassen. Produktionen könnten dadurch schneller fertig und das Budget könnte gezielter eingesetzt werden. Da die KI aber nicht als Kreativ-Ersatz, sondern als Technik im Hintergrund fungieren soll, dürfte sich für Abonnenten wenig spürbar ändern.

Im schlimmsten Fall könnte KI vor allem zum Sparwerkzeug werden, bei dem nicht mehr kreative Menschen, sondern Programme immer mehr Entscheidungen treffen. Das würde auf Dauer zu austauschbaren, stark berechneten Inhalten führen und Qualität, Vielfalt sowie das Vertrauen in Produktionen schwächen. Ob sich Netflix dadurch wirklich grundlegend verändert, bleibt abzuwarten.

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